Prag spielt wieder für Vlastimil Hort
Am 21. November wird in Prag zum zweiten Mal ein Schnellturnier zu Ehren von Vlastimil Hort gespielt. Schauplatz ist das Hotel Don Giovanni, in dem der Großmeister bei seinen Besuchen in der Stadt wohnte. Seine Witwe Brigitte Hort eröffnet das Turnier und stiftet ein Stück aus seiner Sammlung als Sonderpreis.
Im Prager Hotel Don Giovanni gibt es eine Suite, die nach einem Schachspieler benannt ist. Vlastimil Hort wohnte hier, wenn er nach Prag kam, und Jaroslav Svoboda, der Eigentümer der Hotelgruppe, nennt das Haus sein zweites Zuhause in der Stadt. Am Samstag, 21. November, wird dort zum zweiten Mal das Turnier gespielt, das Horts Namen trägt. Der Großmeister ist im Mai 2025 gestorben.
Gespielt werden sieben Runden Schnellschach nach Schweizer System mit 15 Minuten Bedenkzeit und 10 Sekunden Zugabe je Zug, gewertet für die Elo-Liste der FIDE. Um 9 Uhr eröffnet Brigitte Hort das Turnier mit einem Grußwort. Nach drei Runden am Vormittag und einer Stunde Pause folgen ab 13 Uhr die übrigen vier. Der Sieger bekommt 4.000 Kronen, der Zweite 3.000 und der Dritte 2.000. Sonderpreise von je 500 Kronen gibt es für den besten Senior ab 65 Jahren, die beste Spielerin und den besten Nachwuchsspieler unter 15. Zu den Sachpreisen gehören Bücher von Hort, und seine Witwe stiftet zusätzlich einen Gegenstand aus seiner Sammlung. Veranstalter ist Czech Inn Chess mit Turnierdirektor Petr Boleslav.
In Deutschland kennt man Hort aus zwei Schachleben. Im ersten gehörte er für die Tschechoslowakei zur Weltspitze. Er wurde 1965 Großmeister und gewann sechsmal die Landesmeisterschaft. 1977 scheiterte er im Viertelfinale der WM-Qualifikation mit 7,5:8,5 an Boris Spassky, nachdem er die 15. Partie in klarer Gewinnstellung durch Zeitüberschreitung verloren hatte.
Im zweiten zog er 1979 in die Bundesrepublik und spielte bis 2001 für die SG Porz, mit der er achtmal deutscher Mannschaftsmeister wurde. Nach der Einbürgerung gewann er dreimal die Deutsche Meisterschaft und saß bei drei Olympiaden für Deutschland am Brett. Einem breiten Publikum blieb er als Kommentator der WDR-Sendung „Schach der Großmeister“ an der Seite von Helmut Pfleger im Gedächtnis.
