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Schach als Therapie bekommt einen eigenen Tag

Am 8. Oktober findet zum ersten Mal der Internationale Tag des angewandten Schachs statt. Die International Society of Applied Chess lädt für 18 Uhr zu einer kostenlosen Online-Veranstaltung ein, in der es zwei Stunden lang um Schach in Therapie, Rehabilitation und kognitivem Training geht.

5. Oktober 20261 Minuten LesezeitMatt am Dienstag

Schach als Denksport kennt jeder. Schach als Therapie ist ein kleineres Feld, aber eines mit eigener Fachgesellschaft. Die International Society of Applied Chess, kurz ISAC, hat auf ihrer Mitgliederversammlung im Juli 2025 einstimmig beschlossen, den 8. Oktober zum Tag des angewandten Schachs zu erklären. In diesem Jahr wird er zum ersten Mal begangen, mit einer Veranstaltung über Zoom, die um 18 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit beginnt und zwei Stunden dauert.

Das Thema lautet „Eine Einführung in das therapeutische Schach“. Sabine Vollstädt-Klein eröffnet mit dem wissenschaftlichen Hintergrund. Danach stellt Nadezhda Kuzerman das Schachtherapie-Programm des Rehabilitationszentrums Chovekolubie vor. Juan Antonio und Rodrigo Barbeito zeigen das kognitive Training ECAM mit Übungen und Erfahrungen aus der Praxis, und Asier Rufino gibt einen Überblick über das Konzept Gymchess. Roland Schmitt präsentiert ein Handbuch für schachbasierte kognitive Rehabilitation, das für Gruppen in Kliniken und pädagogischen Einrichtungen entwickelt wurde. Àlvar Farré-Colomés fasst zusammen, was klinische Studien bisher ergeben haben. Für die einzelnen Vorträge sind zwischen zehn und 25 Minuten angesetzt, am Ende steht eine Fragerunde.

Angesprochen sind ausdrücklich nicht nur Schachspieler. Die Veranstalter nennen Fachleute für psychische Gesundheit, Pädagogen, Wissenschaftler und Trainer, und auch wer die Regeln nicht kennt, ist willkommen. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung vorab ist nötig.

Die ISAC will an diesem Abend die Stellen zeigen, an denen sich Neurowissenschaft, Psychologie, Pädagogik und soziale Arbeit mit dem Spiel berühren. Gemeint ist Schach, das nicht als Wettkampf gebraucht wird, sondern als Werkzeug für Bildung, Teilhabe und Gesundheit. Vorgestellt werden dazu Fallbeispiele und Ergebnisse aus Programmen, die schon gelaufen sind.

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