Tokajew empfängt FIDE-Präsident Turlov
Am 7. Oktober hat Kasachstans Staatspräsident Kassym-Jomart Tokajew den neuen FIDE-Präsidenten Timur Turlov empfangen. Besprochen wurden Schach in der Bildung, die Ausbildung von Trainern und Schiedsrichtern und große Turniere im Land. Zusagen mit Termin oder Summe gibt es nicht, es bleibt bei Absichten.
Am 7. Oktober hat Kassym-Jomart Tokajew, der Präsident Kasachstans, den neu gewählten FIDE-Präsidenten Timur Turlov empfangen. Der Staatschef gratulierte ihm zur Wahl. FIDE und Präsidialamt machten das Treffen am selben Tag bekannt.
Gesprochen wurde über die Entwicklung des Schachs in Kasachstan, über die wachsende Rolle des Landes in der Schachwelt und über die Zusammenarbeit zwischen der FIDE und dem kasachischen Verband. Tokajew sagte, Schach habe in seinem Land einen besonderen Platz. Es sei nicht nur ein Sport, sondern auch ein Mittel, das geistige Potenzial der jungen Generation zu entwickeln. Nach Angaben des Präsidialamts spielen in Kasachstan inzwischen mehr als 278.000 Menschen regelmäßig Schach.
Was der Präsident vom Verband verlangt
Für den kasachischen Verband nannte Tokajew vier Aufgaben: das Training der Nationalmannschaften stärken, ein wirksames System zum Finden und Fördern junger Talente aufbauen, Schach im Bildungssystem verankern und die Schachinfrastruktur in den Regionen ausbauen. Mit der FIDE soll der Verband enger zusammenarbeiten, bei der Weiterbildung von Trainern und Schiedsrichtern, bei gemeinsamen Bildungsprojekten und bei der Ausrichtung großer internationaler Turniere in Kasachstan.
Das sind Aufträge und Absichten. Welches Turnier gemeint ist, wann es stattfinden soll und was es kosten würde, steht in keiner der Meldungen.
Turlov, der zugleich Präsident des kasachischen Verbands ist, nannte die Erfahrungen des Landes ein Beispiel dafür, was staatliche Unterstützung, abgestimmte Investitionen, Schach in der Schule und der Aufbau des Verbands bewirken können. In den vergangenen drei Jahren habe Kasachstan deutliche Fortschritte gemacht, darunter starke Ergebnisse von Spitzenspielern und Nationalmannschaften, mehr Schach an Schulen, höhere Ausgaben für die Trainerausbildung und mehr Möglichkeiten für junge Spieler. Als FIDE-Präsident wolle er anderen Verbänden helfen, Strukturen zu schaffen, die zu ihrer Lage passen, und kasachische Erfahrungen weitergeben. Seine Schwerpunkte für die kommenden Jahre: Schach in der Bildung ausbauen, die nationalen Verbände stärken, Trainer und Schiedsrichter besser ausbilden, das Jugendschach fördern und die internationale Zusammenarbeit erweitern.
Silber in Samarkand, Wahl in Samarkand
Als Beleg für den Fortschritt nannte Tokajew die Silbermedaille der kasachischen Frauen bei der Olympiade in Samarkand. Die Mannschaft blieb in den elf Runden ungeschlagen und kam mit sieben Siegen und vier Unentschieden auf 18 Punkte. Sie wurde Zweite von 189 Frauenteams, hinter China und vor Indien. Schon 2024 in Ungarn hatten die Kasachinnen Silber geholt. Ohne Niederlage durch eine Olympiade kamen sie diesmal zum ersten Mal.
Turlov wurde am 26. September in Samarkand zum achten Präsidenten der FIDE gewählt. In der Stichwahl setzte er sich mit 110 zu 85 Stimmen durch und folgte auf Arkady Dvorkovich. Der 1987 geborene Wirtschaftswissenschaftler leitet den Finanzkonzern Freedom Holding Corp. und führt seit Januar 2023 den kasachischen Verband. In dieser Zeit richtete Kasachstan ein WM-Match und die Team-Weltmeisterschaften im Schnell- und Blitzschach aus. Nach Angaben der FIDE stellte Freedom Holding in drei Jahren rund 30 Millionen Dollar für das Schach in Kasachstan bereit und unterstützte mehr als 20 große FIDE-Turniere.
