Europapokal in Budva: Rekordfeld mit 130 Teams
Am Samstag beginnt in Montenegro die erste von sieben Runden des Europapokals der Vereine. Das Turnier musste kurzfristig vom Hotel in Herceg Novi nach Budva umziehen und hat trotzdem ein Rekordfeld. Die Spitze der Setzliste liegt in der Türkei, bei den Frauen in Monaco, und aus Deutschland sind sechs offene Teams und zwei Frauenteams am Start.
Am Freitagabend um 18 Uhr fand in Budva die Eröffnungsfeier statt, um 20.30 Uhr folgte die technische Besprechung der Kapitäne, beides im Spielort Slovenska Plaza. Am Samstag um 14 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit beginnt die erste Runde des 41. European Club Cup und des 30. Europapokals der Frauen. Eigentlich sollte im Hotel Medun in Herceg Novi gespielt werden. Wegen plötzlich nötiger Arbeiten am Haus zog das Turnier kurzfristig in eine Ferienanlage am Fluss Grdvica um.
Das Feld ist trotzdem größer als je zuvor: 130 Mannschaften, davon 108 im offenen Turnier und 22 bei den Frauen. Den bisherigen Rekord hielt Rhodes 2025 mit 122 Teams. Gespielt wird vom 17. bis 23. Oktober über sieben Runden im Schweizer System, mit 90 Minuten für 40 Züge, danach 30 Minuten bis zum Ende der Partie und 30 Sekunden Zuschlag je Zug von Beginn an. Das offene Turnier läuft an sechs Brettern, das der Frauen an vieren. Der Preisfonds beträgt 40.000 Euro, davon 26.000 im offenen Turnier und 14.000 bei den Frauen.
Neu ist ein Qualifikationsplatz mit Gewicht: Die ersten vier des offenen Turniers sowie das am höchsten gesetzte Team außerhalb der ersten vier spielen im Februar 2027 in der neuen European Chess Super League, die vom 2. bis 10. Februar ausgetragen wird.
Die Spitze der Setzliste
An der Spitze liegt der türkische Bayegan Pendik Chess Sports Club mit einem Elo-Schnitt von 2715. Anish Giri spielt am ersten Brett, dahinter folgen Yagiz Kaan Erdogmus, Amin Tabatabaei, Richard Rapport und Shakhriyar Mamedyarov, außerdem die Talente Ediz Gürel und Volodar Murzin. Alkaloid aus Nordmazedonien setzt auf Wei Yi und Arjun Erigaisi an den ersten Brettern. Der tschechische Klub Novy Bor, dreimaliger Gewinner des Pokals, führt mit Nihal Sarin und Harikrishna; Nodirbek Yakubboev gehört ebenfalls zum Team.
Titelverteidiger ist SuperChess Romania. Im Vorjahr gewann das Team in Rhodes alle sieben Wettkämpfe und holte 14 Mannschaftspunkte. In der Schlussrunde schlug es Tuxera Aquaprofit Nagykanizsai mit 3,5:2,5. Alkaloid und Novy Bor lagen punktgleich mit je 12 dahinter, Alkaloid bekam Silber wegen der besseren Sonneborn-Berger-Wertung. Diesmal fehlt am ersten Brett Weltmeister Gukesh, der 2025 die Brettwertung am Spitzenbrett gewann und demnächst einen wichtigen Termin hat. Nodirbek Abdusattorov übernimmt die Rolle des Spielführers. Auch Vincent Keymer, im Vorjahr Zweiter der Brettwertung am ersten Brett und mit fünf Punkten aus sechs Partien einer der besten Punktesammler von Novy Bor, ist nicht dabei. Die Setzliste nennt SuperChess mit 2682 auf Rang 3, die Europäische Schachunion mit 2698.
Acht deutsche Mannschaften
Im offenen Turnier vertreten sechs deutsche Klubs das Land: die Bundesligisten Schachfreunde Berlin 1903 und St. Pauli, die beide ohne Profis antreten, dazu der SC Erlangen, der frühere Bundesligist SV Mülheim-Nord, der TSV Schönaich und der SK Weiß Dame Hamburg. Berlin ist mit 2421 als Nummer 15 gesetzt und damit die am höchsten platzierte deutsche Mannschaft. Der beste deutsche Spieler im Turnier ist Matthias Blübaum, der für das ungarische Team Tuxera Aquaprofit Nagykanizsai am zweiten Brett spielt.
Bei den Frauen sind es die SG Löberitz und die Kölner Schachfreunde. Für Löberitz spielt seit vielen Jahren Dana Reizniece-Ozola, die zeitweise Ministerin in Lettland war und inzwischen für die FIDE arbeitet; Rebekka Schuster, Vizepräsidentin des Vereins, vertritt die deutschen Farben. Die Kölner schicken die Streamerinnen Katharina Reinicke und Hannah Sayce, dazu die Niederländerin Anna Maia Kazarian und die Polin Anna Kantane.
Monte-Carlo und die Frauen
Bei den Frauen führt das Cercle d'Échecs de Monte-Carlo die Setzliste mit 2477 an und ist Rekordsieger des Wettbewerbs. 2025 blieb das Team ungeschlagen und holte 13 Mannschaftspunkte, drei mehr als Sirmium Sremska Mitrovica. Platz 3 ging mit 9 Punkten und der besten Feinwertung an Tajfun Ljubljana, vor SuperChess und CE Gambit Bonnevoie mit ebenfalls 9. In diesem Jahr spielen für Monte-Carlo unter anderen Aleksandra Goryachkina, Humpy Koneru, Stavroula Tsolakidou und Elisabeth Pähtz, die seit vielen Jahren zum Team gehört. Sirmium setzt auf Polina Shuvalova, Nurgyul Salimova, Leya Garifullina und Teodora Injac, SuperChess Romania unter anderen auf Nino Batsiashvili.
