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Grandmasters: Ausverkauft in New York, jetzt in 92 Kinos

Aus der Dokuserie über Magnus Carlsen, Wesley So und Hans Niemann ist ein 170 Minuten langer Kinofilm geworden. Nach dem ausverkauften Start am Times Square liefen die ersten Vorstellungen in 92 AMC-Kinos der USA, die Spielstätten sollen mehr werden.

16. Oktober 20262 Minuten LesezeitMatt am Samstag

Vor der Vorstellung im AMC Empire 25 am Times Square gab es am 11. Oktober zuerst eine Autogrammstunde: Levy Rozman, bekannt als GothamChess, signierte sein Buch, und um ihn herum bildete sich eine Menschentraube. Danach lief „Grandmasters“, und der Saal war ausverkauft. Es war der Auftakt einer Kinoauswertung, die am 11. und am 14. Oktober in 92 AMC-Kinos der USA stattfand.

Der Film erzählt vom deutschen Unternehmer Jan Henric Buettner, der gemeinsam mit Magnus Carlsen das Spitzenschach über Freestyle Chess neu aufstellen will. Die Kamera begleitet Ehrgeiz, Verhandlungen und Zusammenstöße mit dem Weltverband FIDE. Daneben zeigt sie die Spieler selbst: Wesley Sos Familienleben und Hans Niemanns Versuche, seine Karriere aufzubauen.

Aus drei Folgen wird ein Film

Regie führte Liza Mandelup, produziert hat Boardwalk Pictures, das Studio hinter „Welcome to Wrexham“, „Cheer“ und „Chef’s Table“. Ursprünglich entstand „Grandmasters“ als Serie mit drei Teilen, deren erste Folge im Juni beim Tribeca Festival in New York Premiere hatte. Für die Kinofassung sind alle drei Kapitel zu einem Film von 170 Minuten zusammengefasst. Den Verleih in den USA hat die unabhängige Firma Good Deed Entertainment übernommen. Sie hatte den Film im August erworben und den Start auf den 11. Oktober gelegt.

Ich wollte über die Vorstellung vom Schachgenie hinauskommen und etwas Lustiges, Intimes und zutiefst Menschliches über die Menschen hinter dem Spiel machen.Liza Mandelup, Regisseurin · übersetzt nach Deadline

Beim Dreh dachte Mandelup nach eigener Aussage an die Serie „Succession“. Sie war von ihr gefesselt, obwohl sie die dargestellte Welt kaum kannte, und wollte dasselbe Gefühl auslösen: Wie hält man Zuschauer bei der Stange, ohne dass sie viel über Schach wissen müssen?

Stimmen aus dem Saal und aus dem Netz

Nach der Vorführung stellten sich Mandelup, Chess.com-Chef-Schachoffizier Danny Rensch und Rozman den Fragen des Publikums. Rozman nannte die Weltklassespieler „seltsame Genies“ und verwies auf ihre unterschiedlichen Hobbys, Sprachen und Lebenswege. Rensch sagte, dem Schach fehle noch Unterstützung, wenn es darum gehe, die Geschichten hinter dem Spiel zu erzählen. Er nannte neben So auch Fabiano Caruana als Spieler, bei denen Fans hören wollten, was sie zu sagen haben.

Diese Figuren sind es wert, dass man ihnen folgt und sich für sie interessiert.Danny Rensch, Chess.com-Chef-Schachoffizier · übersetzt nach Chess.com

Zu den Zuschauerreaktionen gibt es bisher nur Stichproben. Bei Rotten Tomatoes vergaben neun von 15 Publikumsbewertungen die volle Punktzahl von fünf Sternen, ein Nutzer auf Letterboxd schrieb, der Film fange das ganze Spektrum der Menschen im Schach wunderbar ein. Einspielergebnisse nennt keine der Quellen. Auch örtliche Schachklubs nutzten den Anlass, sich vor dem Kinobesuch am Brett zu treffen.

Bisher läuft der Film ausschließlich in AMC-Kinos der USA, weitere Spielorte sollen dazukommen. Ob und wann der Film nach Europa oder Deutschland kommt, ist in keiner der Quellen angegeben. Zum Streaming hat Chess.com eine eigene Ankündigung in Aussicht gestellt.

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