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Europapokal: Abdusattorov, Giri und Erdogmus verlieren am selben Tag

Drei der fünf höchstgewerteten Spieler des Open verloren am Dienstag ihre Partien. Für Titelverteidiger SuperChess ging der Wettkampf trotzdem 4:2 aus, Pendik kam nur zu einem 3:3. Vier Mannschaften führen mit 8 Punkten, bei den Frauen schlug Gambit Bonnevoie den Titelverteidiger Monte-Carlo und liegt allein vorn.

20. Oktober 20265 Minuten LesezeitMatt am Mittwoch

Knapp 16 Minuten hatte Nodirbek Abdusattorov noch auf der Uhr, als er in der vierten Runde des Europapokals in Budva seine Dame im 28. Zug nach d8 zurückzog. Sein Gegner Aydin Suleymanli hatte gut 33. Der Rückzug war der Anfang vom Ende einer Partie, die einen schwarzen Dienstag für die Spitze des Open einleitete: Abdusattorov (2780) verlor gegen Suleymanli (2679), Anish Giri (2752) gegen Pranav V (2677) und der 15-jährige Yagiz Kaan Erdogmus (2731) gegen Karthikeyan Murali (2647). Drei der fünf höchstgewerteten Spieler des Turniers gingen an einem Nachmittag leer aus.

Die Mannschaften kamen unterschiedlich glimpflich davon. SuperChess Romania gewann 4:2 gegen Vugar Gashimov, weil Jorden van Foreest gegen Rauf Mamedov, Alexey Sarana gegen Khazar Babazada und Daniel Dardha gegen Vugar Manafov gewannen, während Haik Martirosyan und Bogdan-Daniel Deac remisierten. Bayegan Pendik, an eins gesetzt, rettete mit Siegen am vierten und am sechsten Brett immerhin ein 3:3 gegen Elektroprivreda.

Eine Dame zieht sich zurück

Abdusattorov und Suleymanli spielten ein angenommenes Damengambit. Auf 10.Tb1 dachte Abdusattorov gut zwölf Minuten nach, danach blieb die Partie lange im Gleichgewicht. Im 28. Zug stand Schwarz mit der Dame auf a5 und dem Turm auf d3, Weiß hatte gerade mit 28.Te3 den Turm angegriffen. Stockfish sieht nach 28...Db6 oder 28...Txe3 ein Gleichgewicht (+0,08 beziehungsweise +0,09). Nach 28...Dd8 steht Weiß dagegen mit +1,98 klar besser.

Suleymanli tauschte mit 29.Txd3 Dxd3 die Türme und spielte 30.Dh6. Weiß drohte nun den Springer nach g5 und Dxh7 matt. Abdusattorov wehrte sich zäh und erreichte ein Endspiel, in dem er mit Läufer gegen Springer einen Bauern weniger hatte.

Suleymanli – Abdusattorov, Runde 4Schwarz am Zug: 28...Dd8 statt 28...Txe3

Im 42. Zug hätte es noch einmal eine Chance gegeben. Die Engine zieht 42...Lc4 vor, danach steht Weiß mit +0,44 leicht besser. Nach 42...Lc6+ 43.Kh3 steht Weiß dagegen mit +2,74 auf Gewinn. Die Partie zog sich noch bis zum 55. Zug, dann hatte Suleymanli gewonnen. Abdusattorov fiel in der Live-Weltrangliste hinter Wesley So auf Platz sechs zurück.

Suleymanli – Abdusattorov, Runde 4Schwarz am Zug: 42...Lc6+ statt 42...Lc4

Giris Springer bleibt stehen, die Partie kippt

Giri wählte gegen Pranav Französisch und stand nach zwanzig Zügen solide. Nach 21.Lxa5 bot er mit 21...Sf4 einen Springer an. Pranav lehnte mit 22.Lf1 ab, es folgte 22...Sxa5 23.Dxa5. An dieser Stelle war die Partie im Gleichgewicht: Nach dem besten Zug 23...g5 steht Weiß mit +0,13 ausgeglichen. Giri spielte stattdessen 23...e5, und nach 24.dxe5 steht Weiß mit +0,91 leicht besser.

Pranav – Giri, Runde 4Schwarz am Zug: 21...Sf4, danach 23...e5

Nach 23...e5 hatte Giri knapp neun Minuten auf der Uhr, Pranav gut 16. Nach dem 30. Zug lag Schwarz bei gleichem Figurenbestand zwei Bauern zurück, nach dem 46. Zug hatte Pranav gewonnen. Erdogmus erging es gegen Karthikeyan im Italienischen Spiel ähnlich, nur mit weniger Zeit: Schon nach dem 22. Zug zeigte seine Uhr 2:30, und mit einem Bauern weniger konnte er die Partie in Zeitnot diesmal nicht drehen. Er verlor nach 46 Zügen.

Pendik rettete das Unentschieden durch Ediz Gurel, der Nikita Petrov schlug, und durch Richard Rapport, der mit seinem vierten Sieg im vierten Spiel den elfjährigen Internationalen Meister Roman Shogdzhiev nach 62 Zügen besiegte. Amin Tabatabaei remisierte gegen Evgeny Romanov nach 82 Zügen, Shakhriyar Mamedyarov gegen Denis Kadric nach 30.

Vier Mannschaften ohne Punktverlust

Alkaloid, an zwei gesetzt, schlug Ashdod nur 3½:2½. Wei Yi holte gegen Benny Aizenberg seinen vierten Sieg in Folge, Yu Yangyi besiegte Ilia Smirin und Velimir Ivic Or Globus, dagegen verloren Abhimanyu Puranik gegen Arthur Kogan und Aleksandar Indjic gegen Israel Caspi. Arjun Erigaisi remisierte gegen Pavel Eljanov, den bisher einzigen Gegner, der ihm in Budva einen halben Punkt abgenommen hat.

Novy Bor siegte 4½:1½ gegen Rishon LeZion A, Nihal Sarin, Pentala Harikrishna und Nils Grandelius gewannen. Nitra, an zwölf gesetzt, schlug Beer Sheva 4:2. Vasyl Ivanchuk besiegte an Brett eins Victor Mikhalevski in 54 Zügen, Filip Haring gewann gegen Yannay Ben Ari, die übrigen vier Partien endeten remis. Zwischen Aix-en-Provence und Nagykanizsai waren alle sechs Partien entschieden, das 3:3 brachte beiden Teams 7 Punkte. Matthias Blübaum schlug dabei Etienne Bacrot in 24 Zügen, Marc'Andria Maurizzi besiegte Pranesh M an Brett eins.

Mit 8 Mannschaftspunkten führen damit Alkaloid, SuperChess, Novy Bor und Nitra. Pendik, Nagykanizsai, Aix-en-Provence, Elektroprivreda, Riehen und Dunajska Streda haben je 7. Bei den deutschen Teams gewannen Berlin (4:2 gegen St. Pauli) und Mülheim-Nord (3½:2½ gegen University College Dublin), Erlangen, die Weisse Dame Hamburg und Schönaich verloren.

Bonnevoie schlägt Monte-Carlo

Im Frauenturnier schlug Gambit Bonnevoie (Setzplatz 4) den Titelverteidiger Monte-Carlo (1) mit 2½:1½ und führt als einzige Mannschaft mit 8 Punkten. Anna Ushenina remisierte mit Weiß gegen Aleksandra Goryachkina nach 35 Zügen, auch Pia Cramling und Aleksandra Maltsevskaya trennten sich nach 57 Zügen unentschieden. Den Ausschlag gab Elina Danielian mit ihrem vierten Sieg im vierten Spiel, gegen Stavroula Tsolakidou.

Im 37. Zug hatte Danielian nach 37.e5 knapp zwei Minuten auf der Uhr, Tsolakidou gut fünf. Mit 37...Sd7 hätte Schwarz die Stellung gehalten, dann steht Weiß mit +0,28 ausgeglichen. Nach 37...Lxd6 sieht die Kiste Weiß dagegen mit +4,35 auf Gewinn. Es folgten 38.Dxf6+ Dxf6 39.exf6+ Kf7 40.cxd6.

Danielian – Tsolakidou, Runde 4Schwarz am Zug: 37...Lxd6 statt 37...Sd7

Dabei hätte der Wettkampf auch 2:2 enden können. Humpy Koneru hatte gegen Klaudia Kulon im 29. Zug eine Gewinnstellung: Stockfish rechnet nach 29.Lg3 mit +5,31. Sie spielte 29.Ta3, und nach 29...b2 30.Tb3 steht es bei 0,00 ausgeglichen. Kulon rettete das Remis nach 45 Zügen.

Koneru – Kulon, Runde 4Weiß am Zug: 29.Ta3 statt 29.Lg3

Dahinter drängt sich eine Verfolgergruppe mit je 6 Punkten: Monte-Carlo, Crvena Zvezda (3:1 gegen Davit Jojua's chess club), Sirmium (3½:½ gegen Pardubice), Odlar Yurdu und das als 18. gesetzte Velikova, das Linares 2½:1½ schlug. Odlar Yurdu gewann gegen Köln 2½:1½, auch wenn Anna-Maja Kazarian für Köln die um 100 Elo-Punkte höher gewertete Ulviyya Fataliyeva besiegte. Die elfjährige Bodhana Sivanandan remisierte für Lionesses A nach 85 Zügen gegen Nino Batsiashvili, SuperChess Romania gewann den Wettkampf aber 3:1.

Runde 5 beginnt am Mittwoch um 14 Uhr. Im Open spielen Novy Bor gegen Alkaloid, SuperChess gegen Nitra, Dunajska Streda gegen Elektroprivreda, Pendik gegen Aix-en-Provence und Nagykanizsai gegen Riehen. Bei den Frauen trifft Sirmium auf Bonnevoie, Velikova auf Monte-Carlo und Odlar Yurdu auf Crvena Zvezda.

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