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Jones holt den vierten englischen Titel

Gawain Maroroa Jones hat die English Championships zum vierten Mal gewonnen. In Peterborough blieb er in neun Runden ungeschlagen und kam auf 7½ Punkte, einen mehr als Michael Adams, Brandon Clarke und Daniel Gormally. In Runde 7 stand er gegen Jonah Willow zeitweise auf Verlust. Bei den Frauen gewann Elmira Mirzoeva.

31. Oktober 20264 Minuten LesezeitMatt am Dienstag

Die Schlussrunde am Samstag, 31. Oktober, begann früher als geplant. Statt um 15:30 Uhr riefen die Veranstalter die Spieler schon um 12 Uhr Ortszeit an die Bretter, denn im Raum neben dem Spielsaal war eine Veranstaltung angesetzt, die niemanden ablenken sollte. Gawain Maroroa Jones ging mit 7 Punkten in die letzte Partie, seine Verfolger hatten höchstens 6. Ein Remis reichte ihm also. Gegen Brandon Clarke teilte er nach 13 Zügen den Punkt, im Sizilianer, Moskauer Variante. Damit war er englischer Meister 2026.

Sieben von neun Spitzenspielern getroffen

Gespielt wurde vom 26. bis 31. Oktober im Holiday Inn Peterborough West, neun Runden im Schweizer System mit 90 Minuten für die Partie und 30 Sekunden Bonus pro Zug. Das Open hatte 58 Teilnehmer. Jones war mit Elo 2630 als Nummer 1 gesetzt, dahinter folgte Michael Adams mit 2597. Die beiden Engländer, die in der Weltrangliste vor Jones stehen, David Howell auf Platz 50 und Nikita Vitiugov auf Platz 53, spielten nicht mit. Jones selbst steht auf Platz 92.

Er blieb mit sechs Siegen und drei Remis ungeschlagen. Von den neun anderen Spielern unter den ersten zehn der Setzliste traf er sieben. Gegen Alan Merry, Peter Roberson, Jonah Willow und Ameet Ghasi gewann er, gegen Daniel Gormally, Adams und Clarke gab es Remis. Es ist sein vierter Titel. Den ersten holte der heute 38-Jährige 2012 gemeinsam mit Stephen Gordon. Adams hat seit 2007 sieben Titel gewonnen. Seit 2023 wechseln sich die beiden als Sieger ab, im Vorjahr war Adams an der Reihe.

Willow ließ den Gewinn liegen

Lange war das Rennen offen. Nach der fünften Runde führte der Internationale Meister Jonah Willow allein mit 4½ Punkten, denn er hatte Clarke geschlagen. Jones, Adams und Roberson lagen bei 4. Jones und Adams hatten in dieser Runde gegeneinander gespielt und sich nach 18 Zügen auf Remis geeinigt. In Runde 6 gewann Jones mit Weiß gegen Roberson, Willow remisierte gegen Adams, und die beiden führten mit je 5 Punkten. Am Freitag, 30. Oktober, trafen sie in Runde 7 aufeinander.

Im Schottischen Vierspringerspiel kam ein Turmendspiel auf das Brett, in dem Jones mit Schwarz in Schwierigkeiten geriet. Im 44. Zug hatte Weiß zwei Türme auf der siebten Reihe und einen Läufer auf f2, und Jones' Springer stand auf f5. Weiß stand auf Gewinn, und mit 44.g4 wäre er ihm geblieben. Willow spielte stattdessen 44.Tc5. Nach 44...Txc2 45.g3 Tee2 gewann er mit 46.Txf5 zwar den Springer, aber Jones nahm mit 46...Txf2+ den Läufer. Nach 47.Ke3 Tg2 48.Txh5 Txg3+ 49.Ke4 hatten die beiden schwarzen Türme das Spiel an sich gezogen. Jones gewann nach 53 Zügen.

Willow – Maroroa Jones, Runde 7Weiß am Zug: 44.Tc5? Mit 44.g4 blieb der Gewinn in der Hand

Mit dem Sieg zog Jones auf 6 Punkte davon, Willow fiel auf 5 zurück. Adams hatte nach einem Remis gegen Gormally ebenfalls 5. Noch am selben Freitag gewann Jones in Runde 8 mit Weiß gegen Großmeister Ameet Ghasi und kam auf 7 Punkte. Adams schlug mit Schwarz Alan Merry und lag bei 6. In der letzten Runde spielten Adams gegen Marcus Harvey und Clarke gegen Jones Remis, Gormally schlug Willow. So kamen alle drei auf 6½ Punkte.

Weniger Meldungen als erhofft

Leonard Barden schreibt in der Financial Times, die Meldezahlen seien deutlich hinter den Erwartungen geblieben, weil konkurrierende Turniere in Scarborough und Guernsey viele Spieler abzogen. Besonders bei den Frauen und bei den Älteren habe es an Meldungen gefehlt. Trotz des Schachbooms seit der Pandemie fehle England außerdem ein erwachsenes Aushängeschild wie früher Tony Miles oder Nigel Short.

Die Zahlen der Veranstalter passen dazu. Bei den Frauen traten 14 Spielerinnen an, in den Seniorenklassen ab 50 und ab 65 Jahren jeweils 16 Spieler. Die Schnellschachmeisterschaft der Frauen hatte nur neun Meldungen, acht Spielerinnen kamen. Weil elf Runden angesetzt waren, bereitete die Auslosung Kopfzerbrechen. Die Veranstalter ließen deshalb sieben Runden jeder gegen jeden spielen und danach vier Runden im Schweizer System. Sheila Jackson gewann diese Meisterschaft mit 9½ aus 11 Punkten.

Mirzoeva siegt bei den Frauen

Bei den Frauen gewann die an Nummer 2 gesetzte Elmira Mirzoeva mit 7½ aus 9 Punkten. Es ist ihr zweiter Titel nach 2024. Anusha Subramanian wurde mit 6½ Punkten Zweite, obwohl sie nur als Nummer 5 gesetzt war, und gewann dabei 44 Elo-Punkte. Die topgesetzte Susan Lalic kam mit 5½ Punkten auf Platz 3, punktgleich mit Ruqayyah Rida und Lam Vy Le Nguyen. Die junge Bodhana Sivanandan nahm nicht teil.

Schnellschach für Harvey, Blitz für Jones

Die Schnellschachmeisterschaft am 24. und 25. Oktober ging an Marcus Harvey. Er und Willow hatten je 9 aus 11 Punkten, die ersten beiden Stichkämpfe endeten 1:1, dann entschied eine Armageddon-Partie für Harvey. Adams wurde mit 8½ Punkten Dritter, Gormally mit 8 Vierter, und Jones kam mit 7½ nur auf Platz 5. Im Blitz am 1. November holte er sich dafür den zweiten Titel des Turniers: 12 aus 15 Punkten, einen mehr als Livio Cancedda-Dupuis. Ghasi wurde mit 10½ Dritter. Bei den Frauen gewann Mirzoeva auch den Blitz mit 12½ Punkten vor Shambavi Hariharan mit 12. In den Seniorenklassen siegten Philip Crocker mit 6 aus 7 und Ian Snape mit 7 aus 7.

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