Schachcoach
Schachnews
Farbe
Brett
Kontakt
Schachnews › Deutschland › Nachwuchs

Glöckler rettet gegen Sivuk ein Remis, Jumabayev zieht gleich

Der 14-jährige Christian Glöckler stand gegen Vitaly Sivuk zeitweise auf Verlust und rettete ein Remis, mit dem er die Bedingung für seine zweite Großmeisternorm fast erfüllt hat. Rinat Jumabayev gewann gegen Semen Mitusov und liegt mit ebenfalls 6,5 aus 8 gleichauf. Zwei Runden stehen noch aus.

9. Oktober 20265 Minuten LesezeitMatt am Samstag

Der Donnerstagabend war für Christian Glöckler schon einmal nach Plan gelaufen: Nach der siebten Runde gewann der 14-Jährige in Fagernes das Slow-Blitz-Turnier mit fünf Minuten Bedenkzeit und drei Sekunden Bonus, und zwar mit 6,5 aus 7. Am Freitag um 14 Uhr begann die achte Runde des Herbstturniers, und mit Schwarz gegen den schwedischen Großmeister Vitaly Sivuk (2485) wurde es deutlich zäher. Nach 46 Zügen endete die Partie remis. Damit hat der Internationale Meister (2515) 6,5 Punkte aus acht Runden, muss sich die Spitze aber teilen: Der kasachische Großmeister Rinat Jumabayev (2564) schlug Semen Mitusov und steht ebenfalls bei 6,5.

Der Bauer auf d7 bringt Schwarz in Not

Sivuk, in der Ukraine geboren und seit 2022 für Schweden am Brett, gewann Anfang 2024 den Rilton Cup in Stockholm mit 7,5 aus 9. Gegen Glöckler wählte er im Zweispringerspiel im Nachzuge den ruhigen Aufbau mit d3. Die schwarzfeldrigen Läufer wurden auf e3 getauscht, Weiß schlug mit dem f-Bauern zurück, baute mit h3, g4 und d4 ein breites Zentrum auf und rochierte im 15. Zug lang. Schwarz hatte schon im siebten Zug kurz rochiert und trieb auf dem Damenflügel mit c5 und c4 seine Bauern vor. Im 33. Zug setzte Weiß einen Springer nach f6, und vom 34. bis zum 36. Zug schob er den d-Bauern über d5 und d6 bis nach d7.

Vor dem 36. Zug von Schwarz steht die Stellung nach Stockfish mit 0,00 ausgeglichen. Glöckler zog 36...Kg7, doch besser war 36...Sg8, denn nach dem Königszug steht Weiß mit +5,8 auf Gewinn. Der weit vorgerückte d-Bauer und der Springer auf f6 sind danach kaum noch zu stoppen, und Weiß hat Zeit für 38.h4, 39.La4 und 40.Se8+.

Sivuk – Glöckler, Runde 8Schwarz am Zug: 36...Kg7, besser war 36...Sg8

Sivuk machte daraus trotzdem nichts. Nach 40...Kh8 sieht die Engine Weiß vor 41.Dxh6 mit +6,8 auf Gewinn, Sivuk spielte aber 41.De5+, und nach 41...f6 steht Weiß nach Stockfish nur noch mit +1,9 klar besser. Mit 42.De4 gab er den Rest des Vorteils her, denn nach 42...Sxc3 sieht die Kiste die Stellung bei 0,00 ausgeglichen. Weiß nahm mit 43.Dxg6 noch den Bauern auf g6, Schwarz antwortete mit Schachgeboten auf d4 und d3, und nach 46.Txf5 Dd3+ war die Partie remis.

Sivuk – Glöckler, Runde 8Weiß am Zug: 41.De5+, besser war 41.Dxh6

Jumabayev nutzt den Fehler im 41. Zug

Rinat Jumabayev ist 37 Jahre alt und seit 2009 Großmeister. Beim Weltpokal 2021 warf er den damals zweitbesten Spieler der Welt, Fabiano Caruana, aus dem Turnier. 2024 gewann er das Meisterturnier beim Schachfestival in Biel und im selben Jahr die Großmeistergruppe in Fagernes, damals mit 7 aus 9 und der besseren Zweitwertung vor Abhimanyu Puranik. In diesem Herbst hatte er in Runde 4 gegen Glöckler remis gespielt, nun folgte nach dem Sieg über Elham Amar in Runde 7 der nächste gegen den Norweger Semen Mitusov (2464).

Auch diese Partie begann als Zweispringerspiel im Nachzuge mit d3, und sie blieb lange im Gleichgewicht. Stockfish sieht Weiß vor 41.Le2 mit +0,3 ausgeglichen, besser als der Läuferzug war 41.Se2. Nach 41...h4 muss der Springer von g3 weichen, der e-Bauer fällt, und Schwarz steht mit −1,3 klar besser.

Mitusov – Jumabayev, Runde 8Weiß am Zug: 41.Le2, besser war 41.Se2

Jumabayev gewann den Bauern auf e4, tauschte die Damen und hatte im Springerendspiel einen Mehrbauern, dazu einen Freibauern auf der d-Linie. Vor 57...d3 steht Schwarz nach der Engine mit −7,5 auf Gewinn, und nach 60...Sg3+ war die Partie nicht mehr zu retten.

Mitusov – Jumabayev, Runde 8Schwarz am Zug: 57...d3, der Freibauer läuft

Hagner und Farokhi teilen den Punkt

Bennet Hagner (2470) bekam mit Weiß gegen den norwegischen FM Jacob Templen Grave (2397) im Zweispringerspiel im Nachzuge die Polerio-Verteidigung auf das Brett. Schwarz ging mit f5, g5 und g4 auf dem Königsflügel vor, Weiß antwortete mit d4, c5 und b4, und nach 23.Dxc6 Sd2 24.Dxc7 endete die Partie nach nur 24 Zügen remis. Stockfish sieht die Stellung vor 23.Dxc6 wie vor 24.Dxc7 bei 0,00 ausgeglichen.

Hagner – Grave, Runde 8Weiß am Zug: 23.Dxc6

Der deutsche FM Keyvan Farokhi (2389) trennte sich mit Weiß nach 33 Zügen remis von der indischen Großmeisterin Harika Dronavalli (2453). Auf dem Brett stand eine Englische Eröffnung, in der Schwarz früh mit ...d4 Raum nahm. Ab 22.Sxb4 wurden die Figuren getauscht, und das Monster sieht die Stellung vor diesem Zug bei 0,00 ausgeglichen.

Farokhi – Dronavalli, Runde 8Weiß am Zug: 22.Sxb4, die Figuren werden getauscht

Die Normfrage vor den letzten beiden Runden

Hinter dem Führungsduo teilen sich sechs Spieler mit je 5,5 Punkten die Plätze 3 bis 8. Elham Amar schlug Kim Yew Chan, Frode Urkedal besiegte Lukas Dotzer in 67 Zügen, G B Harshavardhan gewann gegen Apaar Saxena, Krishnan Sasikiran und Tiger Hillarp Persson trennten sich remis, und auch Sivuk steht nach dem Remis gegen Glöckler bei 5,5. Mit 5 Punkten folgen auf den Plätzen 9 bis 17 unter anderen Hagner, Farokhi, Grave, Dronavalli, Mitusov und Aksel Bu Kvaløy. Dotzer, der schon zwei Großmeisternormen gesammelt hat, fällt mit seiner Niederlage auf 4,5 Punkte zurück.

Organisator Hans Olav Lahlum hatte vor der Runde für mehrere Spieler die Normbedingungen ausgerechnet. Mitusov und der indische IM Apaar Saxena brauchten für eine Großmeisternorm je zwei Punkte aus den Runden 8 und 9. Beide verloren, damit ist die Chance dahin. Für die IM-Norm von Grave rechnete Lahlum wohl mit 1,5 aus 2 gegen einen Gegner ab 2302 in Runde 9, bei Farokhi reichten 1,5 aus 2, wenn der Gegner in Runde 9 mindestens 2384 hat. Beide spielten remis, beiden bleibt nur noch ein Sieg.

Für Glöckler genügte nach Lahlums Rechnung ein halber Punkt aus den Runden 8 und 9, wenn der Gegner in Runde 9 mindestens 2327 hat. Den halben Punkt hat er mit dem Remis gegen Sivuk geholt, nun hängt es am Gegner der neunten Runde. Seine Turnierleistung liegt nach acht Runden bei 2698, der Gegnerschnitt bei 2447. Nach Runde 7 waren es 2750 gewesen. Mit Sivuk hat er den vierten Großmeister gespielt, nach Jumabayev, Urkedal und Amar. Die neunte Runde und die zehnte am Sonntag, 11. Oktober, stehen noch aus.

Selbst besser werden?

Bock auf Training?

Das erste Gespräch ist immer kostenlos.

Erstgespräch anfragen →

Über die Schachnews

Die Schachnews entstehen mit Unterstützung einer KI aus den verlinkten Quellen. Sie erscheinen jeden Morgen automatisch, geprüft wird jede Ausgabe vorher von einem Programm. Einen Fehler gefunden? Schreib an kontakt@schachcoach.com.