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Glöckler besiegt Dotzer und führt weiter allein

Mit einem Angriff auf dem Königsflügel gewann der 14-jährige Christian Glöckler gegen Lukas Dotzer und hat nach sieben von zehn Runden 6 Punkte. Rinat Jumabayev schlug den Topgesetzten Elham Amar und liegt mit 5,5 Punkten allein auf Platz 2, Bennet Hagner gewann ebenfalls.

8. Oktober 20263 Minuten LesezeitMatt am Freitag

Mit 35.Th6 war die Partie nach 35 Zügen entschieden: Gegen den Königsangriff von Christian Glöckler fand Lukas Dotzer keine Verteidigung mehr. Damit führt der 14-jährige deutsche Internationale Meister das Herbstturnier in Fagernes nach sieben von zehn Runden mit 6 Punkten allein an. Dotzer, 2010 geboren und eine der größten österreichischen Nachwuchshoffnungen, war vor der Runde einer der Verfolger und steht nun bei 4,5 Punkten.

Der Bauernsturm auf dem Königsflügel

Dotzer wählte die Sizilianische Verteidigung, und auf dem Brett stand ein offenes Sizilianisch. Glöckler griff nach einem bekannten Muster an: Weiß rochierte im 15. Zug lang, Schwarz rochierte erst im 22. Zug kurz, und dazwischen schob Weiß seine Bauern am Königsflügel vor, mit 10.g4 und 13.g5. Nach 14.Dd2 steht Weiß laut Stockfish mit +1,1 klar besser. Entschieden wurde die Partie im 16. Zug. Nach 16...b4 hätte Schwarz im Spiel bleiben können, dann steht Weiß nach Rechnung der Engine mit +0,9 nur leicht besser. Dotzer zog stattdessen 16...Sb6, und danach steht Weiß mit +3,1 auf Gewinn.

Glöckler – Dotzer, Runde 7Schwarz am Zug: 16...Sb6, besser war 16...b4

Nach 17.f4 b4 18.Sa2 Lg4 19.Sxb4 exf4 20.Lxb6 Dxb6 folgte 21.Sd5, und die schwarze Dame musste nach d8 ausweichen. Nach 22.h4 O-O 23.Tde1 f6 hatte Schwarz zwar rochiert, doch Weiß öffnete im 24. Zug mit dem g-Bauern die Linien. Vor 24.g6 steht Weiß nach Stockfish mit +5 auf Gewinn.

Glöckler – Dotzer, Runde 7Weiß am Zug: 24.g6, der Bauernsturm öffnet die Linien

Auf 24...Lf3 25.gxh7+ Kxh7 folgte 26.Thg1, und nach 26...Lxe4 27.Sec3 Lxd5 28.Sxd5 Tf7 29.Dxf4 Lf8 30.Df5+ Kg8 31.Te6 kam Schwarz nicht mehr zur Ruhe. Vor 34.Txf6 steht Weiß laut Engine mit +11 auf Gewinn, mit 35.Th6 endete die Partie.

Glöckler – Dotzer, Runde 7Weiß am Zug: 34.Txf6, nach 35.Th6 war Schluss

Jumabayev nimmt Amar die Spitzenposition

Der kasachische Großmeister Rinat Jumabayev (2564) schlug mit Weiß den Topgesetzten Elham Amar (2567) in 63 Zügen und liegt mit 5,5 Punkten allein auf Platz 2. Amar bleibt bei 4,5 Punkten. Auf dem Brett stand ein Katalanisch mit Damentausch im 18. und 19. Zug, danach ein Endspiel mit Turm und Springer gegen Turm und Läufer. Nach 19.dxc5 steht Weiß laut Stockfish mit +0,5 leicht besser, vor 29.a4 mit +2,4 schon auf Gewinn. Schwarz nahm auf a4 einen Bauern, Weiß antwortete mit 30.Txa6, und nach 30...Ld1 31.h3 Lh5 war der Weg für den Springer frei.

Jumabayev – Amar, Runde 7Weiß am Zug: 29.a4

Nach 32.Sxe6 Te8 33.Sxg7 Txe5+ 34.Kd4 hatte Weiß einen Bauern mehr, und Jumabayev brachte den Vorteil bis zum 63. Zug nach Hause. Glöckler und Jumabayev, die in der vierten Runde nach 84 Zügen remis gespielt hatten, begegnen sich in den restlichen Runden nicht mehr.

Jumabayev – Amar, Runde 7Weiß am Zug: 32.Sxe6

Hagner nutzt den Fehler im 25. Zug

Bennet Hagner (2470) gewann mit Schwarz gegen den indischen Internationalen Meister Senthil Maran (2297) in 41 Zügen. Aus einem Geschlossenen Katalanisch wurde ein Angriff am Königsflügel, bei dem Weiß mit h4, g4 und g5 vorging. Vor 25.f4 steht Weiß laut Stockfish mit +2,4 auf Gewinn, doch der Zug erlaubte 25...Sxd4, und danach steht Schwarz nach Rechnung der Engine mit −1,4 klar besser.

Senthil Maran – Hagner, Runde 7Schwarz am Zug: 25...Sxd4, der Fehler war 25.f4

Nach 26.cxd4 Dxd2 27.Lxd5 Dxd4+ 28.Df2 Dxd5 hatte Schwarz zwei Bauern mehr und steht laut Stockfish mit −3 auf Gewinn. Hagner hat damit 4,5 Punkte. Ebenfalls 4,5 hat Keyvan Farokhi (2389), der nach 104 Zügen remis gegen den indischen Großmeister Harshavardhan (2529) spielte.

Tabelle und Normfrage vor den letzten Runden

Hinter Glöckler mit 6 Punkten folgt Jumabayev mit 5,5. Mit je 5 Punkten teilen sich die Plätze 3 bis 6 der indische Großmeister Krishnan Sasikiran, der Aksel Bu Kvaloy schlug, Vitaly Sivuk und Semen Mitusov, die remis spielten, sowie Tiger Hillarp Persson, der gegen Eivind Kreken gewann. Zwölf Spieler stehen bei 4,5 Punkten auf den Plätzen 7 bis 18, darunter Amar, Dotzer, Hagner und Farokhi.

Für Glöckler geht es nebenbei um die zweite Großmeisternorm des Jahres, die erste erzielte er im Sommer beim Biel Chess Festival. Nach den FIDE-Regeln braucht es eine Performance von mindestens 2600 gegen Gegner mit einem Rating-Schnitt von mindestens 2380, mindestens drei Großmeister unter den Gegnern und mindestens die Hälfte Titelträger. Nach der sechsten Runde lag seine Performance bei 2709, der Sieg gegen Dotzer ist darin noch nicht enthalten. Gegen drei Großmeister hat er mit Jumabayev, Urkedal und Amar bereits gespielt.

Dotzer selbst hat zwei Großmeisternormen schon gesammelt: im November 2025 in der kroatischen Liga mit 7 Punkten aus 9 Partien und einer Performance von 2627, wenige Wochen später beim GM-Turnier in Wien mit 6,5 aus 9 und 2629. Die achte und neunte Runde stehen noch aus, die zehnte und letzte wird am Sonntag, 11. Oktober, gespielt.

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