Bundesliga-Auftakt: Meister Viernheim siegt 7:1, zwei Aufsteiger gewinnen
Sieben der acht Wettkämpfe hatten am ersten Spieltag der Bundesliga einen Sieger, nur Kirchweyhe und Berlin trennten sich nach acht Remis 4:4. Viernheim ließ Erkenschwick beim 7:1 nichts anbrennen, Baden-Baden brauchte ohne Vincent Keymer einen späten Doppelschlag, und Vasyl Ivanchuk feierte mit Remagen Sinzig einen Mannschaftssieg zum Einstand.
Den ersten Sieg der neuen Bundesliga-Saison landete Zbynek Hracek. Sein Gegner Jorge Joao Viterbo Ferreira hatte nach einer Theorievariante des Najdorf-Sizilianers eine ausgeglichene Stellung auf dem Brett und vergaloppierte sich dann mit seinem Springer. Ausgerechnet dieser früheste Punkt der Saison half Werder Bremen nichts: Die Mannschaft verlor gegen Heimbach-Weis-Neuwied mit 3½:4½.
Neuwied hatte mit Aram Hakobyan, Pranav Anand und Martin Krämer einen Sieger mehr als Bremen, wo neben Hracek nur Luke McShane gegen Lorenzo Lodici gewann. Faustino Oro, der frischgebackene Großmeister, debütierte kurz nach seiner ersten Olympiade für Werder und spielte mit Schwarz gegen Leon Livaic. Er brachte die Partie sicher ins Remis.
Der Meister lässt nichts anbrennen
Am deutlichsten fiel das Ergebnis bei Titelverteidiger Viernheim gegen Aufsteiger Erkenschwick aus. Anton Korobov und Robert Ris teilten früh den Punkt, danach passierte lange nichts. In der vierten Stunde kippte der Wettkampf dann so deutlich, wie es der Favorit erwarten durfte: Nur Dennis Wagner remisierte noch gegen Friso Nijboer, alle übrigen Bretter gingen an Viernheim. Am Ende stand ein 7:1 für den amtierenden Meister und Pokalsieger.
Aravindh Chithambaram und Aydin Suleymanli an den beiden Spitzenbrettern, dazu Alexey Sarana, David Anton Guijarro, Bassem Amin und Georg Meier sorgten für die sechs Siege. Im Pokalfinale hatte Viernheim gegen Erkenschwick zuvor mehr Mühe gehabt, der Verlauf war dort spannender als diesmal.
Baden-Baden gewinnt ohne die ersten fünf
Die OSG Baden-Baden gewann ihren ersten Wettkampf mit 4½:3½ gegen die SG Solingen, musste dafür aber deutlich mehr investieren als der Titelverteidiger. Dabei fehlten die ersten fünf gemeldeten Spieler, darunter Deutschlands Nummer eins Vincent Keymer. Die Entscheidung fiel spät: An den Brettern sechs und sieben gewannen Maxime Lagarde gegen Ruben Gideon Köllner und Etienne Bacrot gegen Alexander Krastev. Die übrigen fünf Partien endeten remis, darunter die von Matthias Blübaum, der im Sommer nach Baden-Baden gewechselt ist, gegen Erwin L'Ami.
Am Spitzenbrett gelang Solingen ein Achtungserfolg, der nicht für einen Mannschaftspunkt reichte: David Navara besiegte Maxime Vachier-Lagrave. Für Baden-Baden zählte der knappe Sieg trotzdem, denn nach zwei Spielzeiten ohne Meistertitel soll der Anschluss an Viernheim gar nicht erst abreißen.
Ivanchuk gibt den Aufsteigern ein Gesicht
Der SC Remagen Sinzig schlug den SV Deggendorf mit 5½:2½. Vasyl Ivanchuk, die lebende Legende am Spitzenbrett des Aufsteigers, remisierte gegen Sunilduth Lyna Narayanan. Die Siege holten Andreij Volokitin, Peter Prohaszka, Shreyas Royal und Pawel Jaracz, der gegen Nataliya Movchan (Elo 1827) gewann. Remis spielten außerdem Pawel Teclaf und Lukasz Cyborowski, nur Jakub Seemann verlor gegen Aleksander Delchev. Deggendorf droht damit ein ähnlicher Fehlstart wie in der vergangenen Saison, aus der sich die Mannschaft mit einem starken Schlussspurt rettete.
Auch die SF Bad Mergentheim, Zweitligameister im Süden und nach dem direkten Wiederaufstieg zurück in der Liga, gewann: 5:3 beim Düsseldorfer SK. Evgeny Postny hatte Düsseldorf zunächst in Führung gebracht, doch Paulius Pultinevicius, Timothe Razafindratsima und Fy Antenaina Rakotomaharo drehten den Wettkampf an den Brettern drei, fünf und sieben. Bemerkenswert: Bad Mergentheim trat mit seinen ersten acht gemeldeten Spielern an. Das gelang am ersten Spieltag sonst nur dem MSA Zugzwang und Erkenschwick. Die frühen Punkte sind für das erklärte Ziel Klassenerhalt wertvoll.
Bayern schlägt Hamburg, acht Remis in Kirchweyhe
Der FC Bayern München besiegte den Hamburger SK mit 5:3. Frederik Svane, der bei der Olympiade in Samarkand keine seiner elf Partien verloren hatte, unterlag am Spitzenbrett Kirill Alekseenko, der für Österreich spielt. Sein Bruder Rasmus remisierte an Brett zwei gegen Pouya Idani. Nijat Abasov und Matic Lavrencic gewannen ebenfalls für die Münchner, die in der Vorsaison Vierter wurden. Den einzigen Hamburger Sieg holte Niclas Huschenbeth gegen Alan Pichot.
Der FC St. Pauli gewann beim Ausrichter MSA Zugzwang mit 4½:3½, wenig überraschend ohne Magnus Carlsen, der an Brett eins gemeldet ist. Sieben Partien endeten remis, die einzige Entscheidung brachte Bartosz Socko, der mit Schwarz David Shengelia schlug. Richard Rapport, der von Baden-Baden nach Hamburg wechselte, teilte am Spitzenbrett den Punkt mit Pavel Eljanov.
Am ungewöhnlichsten verlief der Wettkampf zwischen dem SK Kirchweyhe und den SF Berlin: Alle acht Partien endeten remis, das Ergebnis war ein 4:4. Berlin war nach dem Rückzug der SF Deizisau und der SF Wolfhagen gemeinsam mit Zugzwang in der Liga geblieben und kann mit dem Punkt gegen den nominell stärkeren Gegner gut leben. Kirchweyhe ließ dagegen die Chance liegen, den Heimvorteil in einen Sieg umzumünzen.
Weiter geht es am Samstag um 14 Uhr
Runde 2 bringt am Samstag unter anderem Baden-Baden gegen Remagen Sinzig mit Ivanchuk, Neuwied gegen Viernheim, Hamburg gegen St. Pauli und Bayern gegen Zugzwang. Sonntag folgt dann die dritte Runde des Triplespieltags.
