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Rekordfeld bei der Schach-Meisterschaft für Gefangene

Vom 13. bis 15. Oktober spielen Gefangene aus aller Welt online um den Titel, und die FIDE meldet dafür ein Rekordfeld: 140 Mannschaften aus 56 Ländern. Im Vorjahr waren es 135 Teams, bei der ersten Ausgabe 2021 nur 42.

10. Oktober 20262 Minuten LesezeitMatt am Sonntag

Im Gefängnis von Kirikiri in Nigeria haben Frauen sieben Wochen lang Schach trainiert, am Ende stand ein Turnier über sechs Runden. Das Programm, getragen von der Anchor Heritage Initiative, hatte ein klares Ziel: Die Mannschaft des Kirikiri Female Custodial Centre debütiert bei der Interkontinentalen Online-Meisterschaft für Gefangene, die am 13. Oktober 2026 beginnt. Nigeria ist damit eines der Länder, die zum ersten Mal dabei sind.

Insgesamt hat die FIDE 140 Mannschaften aus 56 Ländern gemeldet, ein neuer Teilnehmerrekord. Gespielt wird bis zum 15. Oktober in Wettbewerben für Männer, Frauen und Jugendliche, verteilt auf mehrere Gruppen und Zeitzonen. Ausgerichtet wird die sechste Ausgabe von der FIDE und dem Büro des Sheriffs von Cook County in Chicago. Die Partien laufen auf Chess.com, sodass Haftanstalten, die Tausende Kilometer voneinander entfernt liegen, am selben virtuellen Brett sitzen.

Von 42 auf 140 Mannschaften

Die erste Interkontinentale Meisterschaft fand im Oktober 2021 statt, im Mai desselben Jahres war das Projekt Chess for Freedom mit einer Konferenz und einem Schauturnier mit vier Ländern gestartet. 2021 traten 42 Mannschaften an, 2025 waren es 135 Teams aus 57 Ländern, und nun sind es 140. Die Zahl der Mannschaften wächst also um fünf, die der Länder sinkt gegenüber dem Vorjahr um eines. Die FIDE nennt das Turnier eines der größten internationalen Sportereignisse für Inhaftierte.

Der Modus der Vorjahresausgabe: Pro Land waren bis zu drei Mannschaften zugelassen, eine für Männer, eine für Frauen und eine für Jugendliche unter 20 Jahren. Eine Mannschaft besteht aus vier Spielern mit beliebig vielen Ersatzleuten. Gespielt wurde 10 Minuten plus 5 Sekunden pro Zug. Am ersten Tag gab es Gruppen mit bis zu acht Teams, geordnet nach Zeitzone, die beiden Besten kamen weiter. Am zweiten Tag folgte die Meisterschaftsrunde, am dritten die Finalspiele. Wie die sechste Ausgabe im Einzelnen verläuft, nennt die Meldung der FIDE nicht, auch nicht die Zahl der Teams je Wettbewerb.

Wer im Vorjahr gewann

2025 siegte bei den Männern Indien. Im Finale gegen El Salvador stand es nach vier Wettkämpfen unentschieden, den Titel brachte eine Armageddon-Partie, in der das erste Brett Indiens besser stand. Dritter wurde die Mongolei vor Serbien. Bei den Frauen setzte sich El Salvador gegen die Ukraine durch, obwohl der erste Wettkampf mit 2,5:1,5 verloren ging; die übrigen drei gewann die Mannschaft jeweils mit 3:1. Bei den Jugendlichen schlug die reine Mädchenmannschaft aus dem Iran England, Dritter wurde Indien gegen Ecuador.

Über die Jahre hat sich eine Spitze herausgebildet: Die Mongolei und Indien haben nach Angaben der FIDE bisher bei jeder Ausgabe eine Medaille geholt, Serbien bei jeder außer der von 2025.

Neulinge aus Nigeria, Malawi und Indien

Aus Malawi sind fünf Mannschaften gemeldet, verteilt auf Männer, Frauen und Jugend. Der Mobilfunkanbieter Airtel Malawi stellt die Internetverbindung, ohne die ein Online-Turnier nicht möglich wäre. Kenia nahm 2024 erstmals teil; dort wird inzwischen in allen 134 Gefängnissen des Landes Schach gespielt. Aus Indien tritt erstmals das Frauenteam des Yerawada-Frauengefängnisses an, das sich in der asiatischen Runde Anfang des Jahres qualifiziert hat.

Der wahre Sieg liegt in der persönlichen Veränderung, die Schach angestoßen hat.Arkady Dvorkovich, damals FIDE-Präsident, im Oktober 2025 · übersetzt nach FIDE

Ob eine deutsche Mannschaft gemeldet ist, teilt die FIDE nicht mit.

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