US-Meisterschaften: Shankland und Woodward siegen, Yip verliert
In Runde 3 verlieren So und Liang ihre weiße Weste, denn ihr direktes Duell endete remis. Shankland gewann mit einem Springeropfer, Woodward nach einem späten Fehler von Robson. Bei den Frauen holte Abrahamyan ihren ersten Punkt gegen Titelverteidigerin Yip, Lee gewann zum zweiten Mal in Folge.
Mit 29...Sxf3 gab Sam Shankland am Sonntag in der dritten Runde der US-Meisterschaften in Saint Louis einen Springer her, und danach ließ seine Dame Jeffery Xiongs König nicht mehr zur Ruhe kommen. Für Shankland war es der erste Sieg des Turniers. In der ersten Runde hatte er gegen Wesley So verloren, in der zweiten gegen Ray Robson remisiert, jetzt steht er mit 1,5 Punkten wieder im Mittelfeld. Xiong dagegen verlor zum zweiten Mal in Folge und hält nach seinem Auftaktsieg gegen Sam Sevian bei einem Punkt.
Schon vor dem 25. Zug steht Schwarz nach Stockfish mit −1,0 leicht besser, am besten wäre 25.Df2 mit Damentausch gewesen. Xiong zog stattdessen 25.Kh1, und danach steht Schwarz mit −2,6 auf Gewinn. Es folgten Abtäusche auf e5 und e7, bei denen Shankland mit 26...Sxd4 einen Bauern nahm.
Dann kam 29.De3. Besser war 29.Dc3, denn Schwarz steht vor dem Zug mit −1,1 klar besser und danach mit −2,9 auf Gewinn. Shankland antwortete mit dem Springeropfer 29...Sxf3, und nach 30.De6+ Kg7 31.gxf3 Dxh3+ folgten Schach auf Schach. Nach dem 42. Zug von Schwarz war die Partie zu Ende.
Woodward gewinnt eine ausgeglichene Partie
Andy Woodward holte gegen Ray Robson seinen ersten Sieg bei diesem Turnier. Er spielte Schwarz und hat mit 2619 gegen 2659 die niedrigere Elo-Zahl. Die Engine sieht die Partie über weite Strecken ausgeglichen, bis Robson im 43. Zug danebengriff: Nach 42...Sxf1 spielte er 43.h5. Vor dem Zug steht Schwarz bei −0,4 nur leicht besser, und mit 43.De6 wäre die Partie im Rennen geblieben. Nach dem Bauernzug steht Schwarz mit −10,9 auf Gewinn. Woodward hat damit 2 Punkte und teilt sich mit Fabiano Caruana den dritten Platz.
An der Spitze blieb es ruhig. Awonder Liang spielte mit Weiß gegen So Spanisch, So antwortete mit der Berliner Verteidigung, und nach 30 Zügen wiederholten sich die Züge von Dame und Läufer. Damit hat im Open niemand mehr eine weiße Weste: So und Liang führen mit je 2,5 Punkten. Caruana, mit 2789 Elo der Höchstgesetzte des Feldes, hatte Schwarz gegen Abhimanyu Mishra (2630) und kam in der Abtauschvariante des Damengambits nach 39 Zügen ebenfalls zur Zugwiederholung. Grigoriy Oparin und Hans Niemann trennten sich nach 63 Zügen in der Abtauschvariante der Spanischen Partie remis, Levon Aronian und Sam Sevian nach 36 Zügen in der Englischen Eröffnung. Für Sevian war es der erste halbe Punkt des Turniers.
Die Titelverteidigerin verliert
Tatev Abrahamyan hatte am Samstag eine Zugwiederholung abgelehnt und danach gegen Anna Sargsyan verloren. Am Sonntag gelang ihr der erste Sieg des Turniers, und zwar gegen Carissa Yip, die Titelverteidigerin, vierfache US-Meisterin und als Erste der Setzliste angetreten. Yip hat 121 Elo-Punkte mehr (2468 gegen 2347). Im Sizilianer mit früh vorgerücktem weißen g-Bauern fiel die Entscheidung im 19. Zug. Stockfish sieht die Stellung vor 19...d5 bei +0,3 ausgeglichen, besser war 19...Ld7. Nach dem Bauernzug steht Weiß mit +2,3 auf Gewinn.
Den Rest erledigte Abrahamyan mit einem Königsangriff. Vor 31.Dh4 steht Weiß nach der Engine mit +9,2 auf Gewinn. Es folgten der Abtausch auf f7, 33.Dxh7+ und 35.Lh3+, und mit 36.Dxg6+ war nach 36 Zügen Schluss. Yip hat nach drei Runden einen halben Punkt: ein Remis gegen Alice Lee, dann zwei Niederlagen.
Lee gewinnt zum zweiten Mal in Folge
Alice Lee besiegte mit Weiß Nazi Paikidze, nachdem sie am Samstag schon Jennifer Yu geschlagen hatte. Im Königsindischen stand sie vor 20...Dg7 mit +1,1 klar besser, die Kiste empfiehlt dort 20...Tde8. Nach der Dame auf g7 steht Weiß mit +5,7 auf Gewinn, denn nach 21.Lxe5 dxe5 22.Txd8 Txd8 greift 23.g4 Läufer und Springer zugleich an, und Schwarz kann nicht beide Leichtfiguren retten. Nach 36 Zügen war die Partie vorbei.
Rachael Li gewann in 34 Zügen gegen Sargsyan. Nach dem Sieg gegen Krush in der ersten Runde und der Niederlage gegen Thalia Cervantes steht sie damit bei 2 Punkten. Cervantes und Rose Atwell trennten sich nach 74 Zügen, der längsten Partie beider Turniere. Megan Paragua, mit 13 Jahren die jüngste Teilnehmerin, und Yu spielten 38 Züge remis, Anna Zatonskih und Irina Krush schon nach 17 Zügen. Damit führen Paragua, Cervantes und Lee mit je 2,5 Punkten, vor Zatonskih und Li mit 2, Krush mit 1,5, Paikidze, Sargsyan, Yu und Abrahamyan mit 1 sowie Yip und Atwell mit einem halben Punkt. Auch bei den Frauen ist niemand mehr ohne Punktverlust, und der Bobby-Fischer-Bonus für elf Siege aus elf Partien ist in beiden Turnieren außer Reichweite.
Die vierte Runde folgt am Montag, dem 12. Oktober, am Dienstag ist Ruhetag. Gespielt wird mit 90 Minuten für die ersten 40 Züge, danach 30 Minuten bis zum Ende und 30 Sekunden Zuschlag je Zug ab dem ersten Zug.
