Schachcoach
Schachnews
Farbe
Brett
Kontakt
Schachnews › Deutschland › Jubiläum

Der Sechziger wird sechzig

Walter Rädler hat seit 2010 nur 27 gewertete Partien gespielt, und trotzdem kennt ihn im deutschen Schach jeder, der mit Schulen zu tun hat. Am 3. November 2026 wird der Grundschullehrer aus Kirchseeon 60. Er ist Fan des TSV 1860 München und hat im Keller ein Museum mit rund 130 Schachsets.

3. November 20262 Minuten LesezeitMatt am Dienstag

Im Stadion an der Grünwalder Straße verpasst Walter Rädler kaum ein Spiel des TSV 1860 München. Zu seinem 60. Geburtstag am 3. November 2026 schaut er bestens gelaunt auf die Regionalliga-Tabelle. Hinter den Löwen liegen turbulente Monate mit der Trennung vom ungeliebten Investor. Die Dauerkarte, die Rädler schon hatte, wurde durch die juristischen Turbulenzen wertlos, also kaufte er sie noch einmal. Als Fan mache man das doch gern, hat er gesagt.

Zu Hause hat er einen regelrechten Schrein für die Meistermannschaft von 1966 aufgebaut, den einzigen Meistertitel der Löwen. Es ist sein Geburtsjahr: Rädler wurde am 3. November 1966 in München geboren.

Nie zum FC Bayern gewechselt

Der Fußball hat auch seine Schachlaufbahn mitbestimmt. Der FC Bayern hat eine aktive Schachabteilung, aber Rädler ist nie dorthin gewechselt, weil er ein glühender Sechziger ist. Angefangen hat er als Jugendspieler beim SC Obermenzing, er wurde mehrfach Münchner Jugendmeister und gehörte zum bayerischen Kader. Mit 16 Jahren gründete er den SC Vaterstetten mit, dessen Ehrenvorsitzender er heute ist.

Gerald Hertneck, der Großmeister, kennt ihn seit einem Ferienturnier in München 1976. Zum Geburtstag hat Hertneck im Schachkicker einen Text über ihn geschrieben und dabei freundlich gestichelt: Rädlers eigene Schachpraxis könnte mehr Aktivität vertragen, seit 2010 seien es gerade einmal 27 gewertete Partien gewesen. Seine Wertungszahl liege zwischen 1700 und 1800, er sei also ein Mann des Breitensports und nicht des Spitzensports. Hertneck nennt ihn trotzdem eine der prägendsten Figuren des deutschen Schachs.

Rädler sieht das nüchtern. Sein sportliches Potenzial habe er nie wirklich gehoben, hat er der Süddeutschen Zeitung gesagt.

Es kostet wahnsinnig viel Zeit, eine gewisse Spielstärke zu erreichen, da habe ich lieber mit Kindern gespielt.Walter Rädler, Süddeutsche Zeitung

Das Baby heißt Schulschachkongress

Seit über 30 Jahren ist Rädler Grundschullehrer, zuletzt in Kirchseeon, und Schach gehört dort fest zum Unterricht, schon bei den Erstklässlern. Anfang der Neunzigerjahre schrieb er seine Zulassungsarbeit zum Grundschullehramt über Schach, damals ein sehr exotisches Thema. Später wurde er bayerischer Schulschachreferent und lange Jahre Vorsitzender der Deutschen Schulschachstiftung. Von 2017 bis 2019 war er Vizepräsident für Verbandsentwicklung im Deutschen Schachbund.

Vor 20 Jahren veranstaltete er zum ersten Mal den Deutschen Schulschachkongress, nur Corona konnte ihn zwischendurch stoppen. Die 18. Auflage findet vom 27. bis 29. November in Hamburg statt, an der Stadtteilschule Alter Teichweg, gemeinsam mit Jörg Schulz bereitet er sie vor. Bis Anfang November lagen 80 Anmeldungen für die Workshops vor. Rädler nennt den Kongress die größte Schach-Fortbildungsveranstaltung in Deutschland.

Ja, man kann sagen: Das ist mein Baby.Walter Rädler

Hunderte Lehrkräfte und Erzieher hat er inzwischen ausgebildet, Kindern Schach beizubringen. 2001 stellte er Garri Kasparow die deutschen Schulschachinitiativen vor, 2025 ernannte ihn die Europäische Schachunion zum deutschen Schachbotschafter für Schach in der Bildung. Er gibt einen wöchentlichen Newsletter zu Jugend-, Schul- und Mädchenschach mit 3.000 Abonnenten heraus. Für den Schachkicker, früher Schachticker, hat er mehr als 920 Beiträge verfasst.

Ausgezeichnet wurde er 2016 mit der Goldenen Ehrennadel des Bayerischen Schachbundes, 2023 mit dem Deutschen Schachkommunikatorpreis und 2024 mit dem Goldenen Chesso der Deutschen Schachjugend. In Vaterstetten betreibt er außerdem ein Schachmuseum mit privaten Führungen. Rund 130 Schachsets stehen dort in Vitrinen, vom Motiv Ludwig II. gegen Wilhelm I. bis zu Asterix gegen die Römer.

Selbst besser werden?

Bock auf Training?

Das erste Gespräch ist immer kostenlos.

Erstgespräch anfragen →

Über die Schachnews

Die Schachnews entstehen mit Unterstützung einer KI aus den verlinkten Quellen. Sie erscheinen jeden Mittag automatisch, geprüft wird jede Ausgabe vorher von einem Programm. Einen Fehler gefunden? Schreib an kontakt@schachcoach.com.