Japan-Austausch: Gastgeber dürfen 2028 nach Kyushu
Wer im August 2027 japanische Jugendliche beherbergt, fliegt ein Jahr später selbst nach Japan: Die Deutsche Schachjugend sucht für den Deutsch-Japanischen Simultanaustausch einen oder zwei Vereine. Die Bewerbung läuft bis Ende Dezember, der Eigenanteil für die Reise beträgt 1200 Euro je Teilnehmer.
Der Austausch funktioniert nach dem Prinzip Einladung und Gegeneinladung. Ein Schachverein, der im August 2027 eine japanische Jugenddelegation bei sich aufnimmt, darf 2028 mit eigenen Jugendlichen nach Japan fliegen. Die Deutsche Schachjugend sucht dafür einen oder zwei Vereine. Bewerben können sich Vereine noch bis Ende Dezember.
Acht Jugendliche oder zweimal vier
Zur Wahl stehen zwei Modelle. Im ersten richtet ein Verein ein neuntägiges Regionalprogramm aus, dazu kommen zwei Reisetage, und stellt dafür 2028 acht Jugendliche für die Reise. Im zweiten übernimmt ein Verein ein viertägiges Programm, ebenfalls plus zwei Reisetage, und schickt vier Jugendliche. Dann teilen sich zwei Vereine den Besuch. Die Deutsche Schachjugend bevorzugt die zweite Variante, weil so mehr Vereine mitmachen können. In der Bewerbung steht, welches Modell infrage kommt und bei Modell zwei, ob die erste oder die zweite Woche passt.
Mitreisen dürfen Vereinsmitglieder, die zum Zeitpunkt des Austauschs zwischen 16 und 22 Jahre alt sind. Eine Betreuungsperson ist im Kontingent enthalten. Sie kann aus einem der Vereine kommen oder von der Deutschen Schachjugend gestellt werden.
Zwei Wochen Besuch im August 2027
Die japanische Gruppe ist vom 2. bis 16. August 2027 in Deutschland. Los geht es mit einem Zentralprogramm in München, am 3. August reist sie ins erste Regionalprogramm, am 8. August wechselt sie ins zweite. Am 13. oder 14. August endet das Regionalprogramm, danach folgt das Zentralprogramm in Frankfurt. Die Jugendlichen wohnen in Gastfamilien. Was auf dem Programm steht, entscheiden die Vereine selbst. Vorgesehen sind Sport, Kultur und die Begegnung mit deutschen Jugendlichen.
Für die Betreuungspersonen sind ein digitaler Infoabend im März 2027 und ein Seminar vom 9. bis 11. April in Frankfurt Pflicht. Das Vorbereitungstreffen der eigenen Gruppe organisiert der Verein, die Schachjugend berät dabei oder schickt jemanden vor Ort. Für Fragen zu Organisation, Finanzierung und Japan sind Julian Schwarzat und Lara Hagenbeck-Hübert zuständig.
Knapp zwei Wochen bei Gastfamilien auf Kyushu
2028 leitet die Deutsche Sportjugend den Austausch, rund 100 Jugendliche aus verschiedenen Sportarten fliegen mit. Die Schachgruppe besteht aus acht Spielerinnen und Spielern und einer Delegationsleitung. Nach einem Zentralprogramm in Tokyo reisen die Vereine mit einem Dolmetscher in ihre Partnerpräfektur. Für die Schachjugend ist das die Insel Kyushu im Süden Japans. Dort sind die Gäste knapp zwei Wochen bei japanischen Familien untergebracht, zum Schluss trifft sich die ganze Delegation wieder in Tokyo. Das Motto lautet „Sport verbindet uns“, und so gehören auch traditionelle japanische Sportarten zum Programm, die die Gäste selbst ausprobieren.
Die Reise kostet 1200 Euro Eigenanteil je Teilnehmer. Als Gastgeber kommt je nach Programm wahrscheinlich ebenfalls ein Eigenanteil dazu, doch für internationale Austausche gibt es Zuschüsse, die die Schachjugend teilweise für die Vereine übernimmt. Das größte Defizit eines gastgebenden Vereins lag seit 2013 bei 250 Euro.
Wie das in der Praxis aussieht, hat zuletzt der SV Heiden 62 vorgemacht. Der Verein empfing die japanische Gruppe 2025 und schrieb Tagesberichte, darunter Kultur im Ruhrgebiet, einen Gastfamilientag und eine Kanutour. Im Sommer 2026 flog er selbst. Aus Miyazaki berichtet er von einem Empfang durch den Bürgermeister von Aya, einem Kochkurs und Karate-Training an einer Oberschule und einem Festumzug, am Ende wechselten die Jugendlichen zu zweiten Gastfamilien. Weitere Regionalprogramme richteten die OSG Baden-Baden (2025), der SK Bad Homburg (2019) und Duisburg (2013) aus.
