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Jussupow und Knaak spielen in Leipzig gegen Nachwuchs und Wirtschaft

Vorträge über Unternehmertum und Frauenschach, danach ein Rapidturnier mit zwei Großmeistern mittendrin: Die zweite Auflage von „Weltklasse trifft mitteldeutsche Wirtschaft und Nachwuchs“ fand in Leipzig statt. Ein 15-Jähriger sorgte für das Ergebnis des Tages.

30. Oktober 20262 Minuten LesezeitMatt am Samstag

Arthur Herrmann ist 15 Jahre alt, spielt für die SG Leipzig und hat am 30. Oktober Artur Jussupow ein Remis abgenommen. Möglich machte das ein Rapidturnier mit zehn Minuten Bedenkzeit und zwei Sekunden Bonus, bei dem Jussupow und Rainer Knaak einfach mitspielten. Wer ausgelost wurde, saß einem ehemaligen Weltklassespieler gegenüber.

Schach als Schule für die Wirtschaft

Das Turnier war der Abschluss eines Tages, der mit Vorträgen begann. „Weltklasse trifft mitteldeutsche Wirtschaft und Nachwuchs“ lief zum zweiten Mal, die erste Auflage hatte 2025 in Halle stattgefunden. Unterstützt wurde die Veranstaltung von der IHK Leipzig und Halle-Dessau, der SG Leipzig und den Landesschachverbänden Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Initiator ist Dr. Gerhard Köhler mit seiner Schachstiftung GK gGmbH. Die Stiftung will Schach flächendeckend in Kindergärten und Grundschulen bringen, weil Kinder dort Logik, Konzentration und strategisches Denken lernen, also Fähigkeiten, die in der Wirtschaft gern gesehen sind. Köhler sagte:

Es ist hoch anzuerkennen, dass mit den weltbekannten Großmeistern Artur Jussupow und Rainer Knaak Protagonisten bereitstehen, unser Ziel mit umsetzen zu helfen.Dr. Gerhard Köhler, Schachstiftung GK

Jussupow überreichte Prof. Dr. Thomas Brockmeier von der IHK Halle-Dessau, der auch im Beirat der Stiftung sitzt, sein neues Buch „Legenden des Schachs“. Brockmeier sprach über Schach und Unternehmertum, genauer über Entscheidungen unter Unsicherheit. Rebekka Schuster, Vorstandsmitglied der Emanuel Lasker Gesellschaft und eines Berliner Energieunternehmens, warb für mehr Frauen am Brett: Im Deutschen Schachbund liegt ihr Anteil bei 10 Prozent, andere Sportarten kommen im Schnitt auf etwa 39 Prozent. Der Wirtschaft empfahl sie, sich bei Schachspielern etwas abzuschauen, etwa den Mut zum Risiko und die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen.

33 Spieler zwischen 8 und 78

Am Turnier nahmen 33 Spieler im Alter von 8 bis 78 Jahren teil. Dass man gegen einen Altmeister nicht chancenlos ist, zeigte Herrmann mit seinem Remis gegen Jussupow. Hinter den beiden Großmeistern platzierten sich er, Aaron Gröbel von den SF Hettstedt und Kevin Dannhäuser vom Zwickauer SC. Alle drei bekamen Schachbücher der Großmeister.

Auch die Jüngeren gingen nicht leer aus. In der Altersklasse U10 waren Clara Baumgärtel, Felix Richter und Eduard Alberto Maak die Besten, in der U16 Noah Bruder, Eddy Finn Weber und Yuri Ivashchenko. Sie erhielten Bände aus Jussupows Reihe „Tigersprung“. Für die Jüngsten gab es zusätzlich eine persönliche Widmung der Großmeister oder ein gemeinsames Erinnerungsfoto.

Zu Gast im eigenen Vereinsheim

Gespielt wurde im Vereinsheim der SG Leipzig, das der Verein 2023 mit Spenden und Fördergeldern gebaut hat. Seit der Fertigstellung ist die Mitgliederzahl auf knapp 200 gestiegen, mehr als 60 davon sind aktive Nachwuchsspieler. Die organisatorische Seite übernahm FM Christoph Natsidis von der SG Leipzig, Turnierleiter und Schiedsrichter war Gert Kleint.

Konrad Reiß vom Schachmuseum Löberitz nutzte den Tag, um Jussupow ein Exemplar seiner Biografie über Dr. Robert Hübner zu überreichen. Hübner starb 2025.

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