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Der SG Leipzig fehlen noch gut 13.000 Euro für das Vereinsheim

Weil eine Baufirma nicht mehr erreichbar ist, muss die SG Leipzig bis Jahresende 90.000 Euro für ihr Vereinsheim aufbringen. Nach dem Stand vom 5. November sind über 76.000 Euro zusammen, gut 13.000 Euro fehlen noch.

8. November 20263 Minuten LesezeitMatt am Sonntag

Auf der Projektseite der SG Leipzig standen am 5. November etwa 150 Spendeneingänge mit zusammen über 76.000 Euro. Gebraucht werden bis zum Jahresende 90.000 Euro, es fehlen also noch gut 13.000. Thomas Weischede, Präsident der Emanuel Lasker Gesellschaft, hat dazu aufgerufen, sich solidarisch zu zeigen. Die Gesellschaft selbst gibt 250 Euro. Sein Rechenbeispiel: Wenn 1500 Schachfreunde je 10 Euro spenden, ist das Ziel erreicht. Spenden lassen sich auch im eigenen Team oder Club sammeln und gemeinsam überweisen.

Der Schachsport lebt von solchen Vereinshäusern.Thomas Weischede, Präsident der Emanuel Lasker Gesellschaft

Eine Rechnung, mit der niemand rechnete

Das Denksportzentrum an der Petzscher Straße 1 in Leipzig-Eutritzsch ist ein Neubau, den der Verein als vereinseigen bezeichnet. Im Erdgeschoss liegen rund 300 Quadratmeter für Schach, Go und Bridge, darüber 16 Eigentumswohnungen. Das kam so: Die Bauordnung schreibt an dieser Stelle mehrgeschossigen Wohnbau vor, deshalb musste ein Bauträger mit ins Boot, und aus beiden wurde eine Planungsgemeinschaft.

Während des Baus kam es zu Verzögerungen und Mehrkosten. Nach der Fertigstellung entschied darüber ein Gericht. Für seinen Anteil hatte der Verein eine Rücklage gebildet, veranschlagt waren rund 20.000 Euro, ein Anteil von 18,5 Prozent an der Gesamtforderung. Dann stellte sich heraus, dass die Baufirma der Planungsgemeinschaft für den übrigen Teil nicht mehr zu erreichen ist. Die Schachgemeinschaft haftet nun gesamtschuldnerisch und muss 90.000 Euro aufbringen. Der Vorstand spricht von einer existenziellen Herausforderung.

Sieben Jahre von der Idee bis zur Eröffnung

Die Idee entstand 2016 als Aufruf an die Mitglieder: Wer kennt sich mit Bau und Architektur aus, wer mit Förderprogrammen? Eine außerordentliche Mitgliederversammlung stimmte für den Bau, danach folgten Jahre mit Anträgen und Verhandlungen. Der Freistaat Sachsen förderte mit gut 332.000 Euro, die Stadt Leipzig mit 90.000 Euro. Mehr als 150 private Spender gaben rund 143.000 Euro, Mitglieder stellten Darlehen, und die Leipziger Volksbank bewilligte einen Kredit. Am 25. August 2023 wurde das Haus eröffnet. Corona-Lockdowns, Lieferengpässe und Materialpreise, die um bis zu 100 Prozent stiegen, hatten den Bau begleitet.

Seitdem ist die Mitgliederzahl auf knapp 200 gewachsen, mehr als 60 davon sind Nachwuchsspieler. Zuletzt war das Haus am 30. Oktober Schauplatz eines Rapidturniers, bei dem die Großmeister Artur Jussupow und Rainer Knaak mitspielten.

Ein Verein mit langer Vorgeschichte

Die heutige SG Leipzig entstand 2011 aus der Fusion der beiden stärksten Leipziger Schachvereine. Sie führt die Tradition der Schachgemeinschaft Leipzig von 1967 fort, deren Spieler und Mannschaften dutzende DDR-Meistertitel gewannen. Der Stadtsportbund Leipzig zeichnete sie 2024 als „Verein des Jahres 2023“ aus. Laertes Neuhoff, der für die erste Mannschaft spielt, wurde im April 2026 mit 16 Jahren FIDE-Meister. Im Achtelfinale des DSB-Pokals 2026 saß er am ersten Brett Großmeister Vadim Milov von der OSG Baden-Baden gegenüber.

Weischede verweist auf die Stadt: In Leipzig wurde 1877 der Deutsche Schachbund gegründet, der 2027 sein 150-jähriges Bestehen feiert. Der Erhalt des Vereinsheims wäre aus seiner Sicht ein starkes Zeichen für das Schach insgesamt.

Wege, Geld zu geben

Die Spendenaktion läuft über die Seite „Erhaltung des Denksportzentrums Leipzig“ bei betterplace.org, die der Verein auf seiner Homepage verlinkt. Dort gibt es außerdem ein Spendenbrett: Wer ein Feld „erobert“, spendet den darauf stehenden Betrag, der bei 250 Euro beginnt. Im August war ein Spendenopen im Denksportzentrum angesetzt, vom 14. bis 16. August. Das Weltmeister-Simultan, ursprünglich für den 12. September angekündigt, steht im Vereinskalender jetzt für den 21. November im Denksportzentrum.

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