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Diplomatische Schritte für die drei Festgesetzten von Kabul

Eine Woche nach der Festsetzung von Khaiber Farazi, Habibullah Amini und Habibullah Guldoost in Kabul melden sich Stellen, die helfen wollen: Die EU-Delegation in Afghanistan hat Kontakt aufgenommen, die spanische Sportministerin schrieb an FIDE und IOC. Eine FIDE-nahe Quelle ist moderat optimistisch. Über eine Strafe ist noch nicht entschieden.

6. Oktober 20263 Minuten LesezeitMatt am Mittwoch

Khaiber Farazi sitzt in Kabul zu Hause, seit einer Woche steht er unter Hausarrest. Der Nationalspieler ist in Afghanistan auch als Komiker im Fernsehen bekannt, und mehrere seiner Angehörigen sind bei Gewalttaten ums Leben gekommen. In einem Bericht von Leontxo García in El País schildert er, wie es ihm geht.

Meine Frau und ich fühlen uns zu Hause sehr unsicher und haben große Angst. Wir glauben nicht, dass unsere Lage tragbar ist.Khaiber Farazi, afghanischer Nationalspieler · übersetzt nach El País

Kurz nach diesen Worten meldete sich bei ihm ein Mitglied der EU-Delegation in Afghanistan und sicherte ihm Unterstützung zu. Der Name des Mannes wird aus Sicherheitsgründen nicht veröffentlicht.

Die Festsetzung an der Grenze

Afghanistan war bei der Olympiade in Samarkand mit zwei Mannschaften angetreten, obwohl Schach dort seit Mai 2025 verboten ist. Die offene Mannschaft wurde mit zehn Mannschaftspunkten 128. von 206 Teams, die Frauen belegten Platz 169 von 189. Von den vier Delegationsmitgliedern, die noch in Afghanistan leben, wurden drei nach dem Ende des Turniers am Grenzübergang Hairatan festgehalten: Farazi, Habibullah Amini und Habibullah Guldoost, der Kapitän der Frauenmannschaft. Ihre Pässe wurden eingezogen, sie wurden in getrennten Räumen festgehalten und danach in Kabul unter Hausarrest gestellt. Der vierte, Mirzaad Sayed Wahabuddin, kam ohne Zwischenfall ins Land.

Den Grenzposten soll nach der Abreise der Spieler die Anweisung zugegangen sein, sie bei der Rückkehr festzunehmen. García hatte nach eigenen Angaben Einblick in die offiziellen Anordnungen der Behörden. Als Vorwurf wird ein Verstoß gegen das Glücksspielverbot genannt. Bestätigt hat das bisher keine Behörde, und Afghanistans FIDE-Delegierter Adzhmal Mangal hatte zunächst gesagt, die Informationen seien noch nicht bestätigt.

Wer sich jetzt einschaltet

Die FIDE ist seit 1999 vom Internationalen Olympischen Komitee anerkannt. An ihrer Spitze steht seit Kurzem der Kasache Timur Turlov. Eine Quelle in seiner unmittelbaren Nähe sagte El País, die FIDE unternehme „sehr diskrete diplomatische Schritte“ und sei „moderat optimistisch“. Was genau geschieht und mit wem gesprochen wird, ist nicht bekannt.

Am Montag schrieb Spaniens Ministerin für Bildung, Berufsbildung und Sport, Milagros Tolón, zwei ähnlich lautende Briefe, einen an die IOC-Präsidentin Kirsty Coventry und einen an Turlov. Sie äußerte darin ihre „tiefe Besorgnis“, dass den drei Männern Vergeltung und körperliche Strafen drohen könnten, weil sie an einem internationalen Wettbewerb teilgenommen haben.

Kein Sportler sollte jemals gezwungen sein, zwischen der Ausübung seines Sports und dem Schutz seiner Freiheit und körperlichen Unversehrtheit zu wählen.Milagros Tolón, spanische Sportministerin · übersetzt nach El País

Im Europäischen Parlament war schon in der Woche der Festsetzung versucht worden, das Thema im Eilverfahren auf die Tagesordnung zu setzen. Der spanische Abgeordnete Ignacio Sánchez Amor von der sozialdemokratischen Fraktion sagt jetzt, im Oktober sei das nicht mehr möglich. Falls bis dahin keine Lösung gefunden ist, will er den Fall auf die Plenarsitzung im November setzen. Den direkten Draht der EU-Delegation zu den Festgesetzten nannte er ermutigend. Seine italienische Kollegin Alessandra Moretti, die in der Fraktion für Afghanistan zuständig ist, veröffentlichte ein Video zur Unterstützung der Spieler.

Warten auf die Entscheidung der Taliban

Welche Strafe den drei Männern droht, ist offen. Mannschaftskapitän Zaheer Asefi, der in den Niederlanden lebt, hatte vor körperlichen Strafen bis hin zur Amputation gewarnt. Das ist seine Einschätzung und keine Strafe, die die Behörden angekündigt hätten.

Besonders schwer wiegt die Lage nach Angaben der Betroffenen für die Familien. Guldoost sagte, er habe seiner Frau und seinen Kindern, die bei ihm leben, bis vor zwei Tagen nichts von seiner Lage erzählt. Dann berichtete der Sender Afghanistan International auf Dari über die drei und nannte seinen Namen. Seine Familie leide seither unter großer Anspannung. Amini setzt auf die Hilfe von außen und sagt, er vertraue darauf, dass sich die Unterstützungsbekundungen verschiedener Organisationen in wirksame praktische Hilfe verwandeln.

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