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Afghanische Olympiaspieler nach der Heimkehr festgesetzt

Afghanistan war bei der Olympiade in Samarkand mit zwei Mannschaften dabei, obwohl Schach im Land verboten ist. Drei Männer aus der Delegation sollen bei der Rückkehr an der Grenze festgenommen worden sein und in Kabul unter Hausarrest stehen. Berichtet hat zuerst El País, eine offizielle Bestätigung fehlt.

1. Oktober 20262 Minuten LesezeitAusgabe 1

Runde 1 in Samarkand, Brett vier. Homayoun Mohtaat hat 1928 Elo und sitzt einem Großmeister gegenüber, Khumoyun Begmuratov aus der zweiten Mannschaft des Gastgebers mit 2514 Elo. Im 16. Zug zieht Mohtaat seinen Springer nach g6 und opfert ihn. Elf Züge später gewinnt das Damenschach 27.Dg8+ den Turm auf a8, und nach 40 Zügen hat Weiß die Partie gewonnen. Afghanistan verliert den Kampf gegen Usbekistan 2 mit 1:3, aber der Punkt für Mohtaat bleibt.

Mohtaat – Begmuratov, Runde 1Weiß am Zug: 16.Sg6

Zwei Wochen später ist von Schach kaum noch die Rede. Drei Mitglieder der afghanischen Delegation sollen bei der Rückkehr in ihr Land festgenommen worden sein. Nach bisherigen Berichten handelt es sich um Khaiber Farazi, Habibullah Amini und Habibullah Guldoost, den Kapitän der Frauenmannschaft. Sie wurden demnach zunächst an der Grenze festgehalten, und ihre Pässe wurden eingezogen. Danach kamen sie in Kabul unter Hausarrest, bis die Behörden über eine Strafe entscheiden. Der Vorwurf lautet auf Verstoß gegen das Glücksspielverbot.

Schach gilt den Taliban als Glücksspiel

Schach ist in Afghanistan unter den Taliban verboten. Die Klubs sind geschlossen, und wer beim Spielen gesehen wird, muss mit einer Geldstrafe rechnen. Trotzdem traten in Samarkand zwei afghanische Mannschaften an, im offenen Turnier und bei den Frauen, beide unter der alten dreifarbigen Flagge. Die meisten Mitglieder der Delegation leben im Ausland. Wer noch in Afghanistan wohnt, konnte ungehindert ausreisen. Die Regierung soll erst nach der Abreise von der Teilnahme erfahren und dann die Grenzposten angewiesen haben.

Ein viertes Mitglied der Mannschaft, Sayed Wahabuddin Mirzaad, kam über einen anderen Grenzübergang ohne Zwischenfall ins Land. Die übrigen acht Teilnehmer, darunter alle Spielerinnen, leben nicht mehr in Afghanistan.

Was bestätigt ist und was nicht

Öffentlich gemacht haben den Fall Farazi und Guldoost selbst. Sie wandten sich an den spanischen Schachjournalisten Leontxo García, und dessen Zeitung El País berichtete. Eine offizielle Bestätigung gibt es bisher nicht. Afghanistans FIDE-Delegierter Adzhmal Mangal sagte der Zeitung, die Informationen seien noch unbestätigt, man müsse abwarten. Besorgter äußerte sich Mannschaftskapitän Zaheer Asefi, der in den Niederlanden lebt. Welche Strafe den drei Männern droht, ist unklar. Die FIDE hat ihnen Unterstützung zugesagt, und spanische Europaabgeordnete wollen den Fall ins Europäische Parlament bringen.

Fünf Siege und zwei Mal 4:0

Sportlich war Samarkand für die Afghanen ein ordentliches Turnier. Die offene Mannschaft gewann fünf Kämpfe und verlor sechs. Mit zehn Mannschaftspunkten wurde sie 128. von 206 Teams, vier Plätze besser als ihre Setzung. Zweimal gab es ein 4:0, gegen Timor-Leste und gegen Macau. Farazi, der als bester Spieler des Landes gilt und dort auch aus dem Fernsehen bekannt ist, holte am ersten Brett sechs Punkte aus zehn Partien. Mohtaat kam nach seinem Auftaktsieg auf fünf aus zehn.

Die Frauen galten für die Olympiade als ungewertet, weil ihre Elo-Zahlen alle unter 1600 liegen. Sie gewannen gegen die Seychellen, Timor-Leste und Vanuatu, spielten gegen Burundi 2:2 und wurden 169. von 189 Mannschaften.

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