Schachcoach
Schachnews
Farbe
Brett
Kontakt
Schachnews › Deutschland › Liga

Familie Peglau führt die Frauenbundesliga mit an

Mit vier Mannschaftspunkten steht das SZ Seeblick Dippoldiswalde nach dem ersten Wochenende ganz oben, obwohl die durchschnittliche Elo-Zahl der Top-Zehn-Spielerinnen den Neuling nur auf dem vorletzten Rang der Liga sieht. Dahinter steckt eine Familie, ein nachhaltiges Konzept und der Entschluss, sich von Zahlen nicht beeindrucken zu lassen.

5. Oktober 20263 Minuten LesezeitMatt am Mittwoch

Im Fußball gibt es den Kalauer, wer einen Verein oben sehen wolle, müsse die Tabelle drehen. Für das SZ Seeblick Dippoldiswalde stimmte das in der Frauenbundesliga bisher auch. Die durchschnittliche Elo-Zahl der zehn besten Spielerinnen jedes Vereins stuft den Aufsteiger auf dem vorletzten Rang der Liga ein. Nach den ersten beiden Runden steht er trotzdem mit vier Mannschaftspunkten oben, punktgleich mit den beiden Top-Favoriten, der OSG Baden-Baden und dem SC 1957 Bad Königshofen. Nach Brettpunkten liegt Dippoldiswalde mit 8 hinter Baden-Baden mit 9 und knapp vor Bad Königshofen mit 7,5. Obendrein war der Neuling an diesem Wochenende Gastgeber, gespielt wurde im Haus Seeblick an der Talsperrenstraße. Gedreht werden muss an der Tabelle also nichts mehr.

Sieben Peglaus, aber nur zwei am Brett

Dass sich in Dippoldiswalde vieles um eine Familie dreht, war schon an der Meldeliste abzulesen. Sieben der vierzehn gemeldeten Spielerinnen heißen Peglau. Die Zwillinge Charis und Dora führen den Kader an den Brettern eins und zwei an, die beiden Schwestern spielen also Seite an Seite. Wegen der engen Verbindung der Familie zum Team war vor der Saison mit einigen Peglau-Einsätzen gerechnet worden. An den ersten beiden Spieltagen saßen allerdings in beiden Runden dieselben sechs Spielerinnen am Brett, und außer den Zwillingen war keine Peglau darunter. Die fünf anderen Peglaus der Meldeliste kamen in den ersten beiden Runden nicht zum Einsatz.

Hinter dem Aufsteiger steht ein nachhaltiges Konzept, und Teamchef Markus Peglau sagt, die Mannschaft bringe jedenfalls sehr viel Idealismus mit. Dazu gehört offenbar auch eine gewisse Gelassenheit gegenüber der Setzliste, die den Neuling auf den vorletzten Rang einsortiert. Peglau kommentiert die Rechnung mit den Elo-Zahlen so:

Zahlen sind Zahlen, okay. Aber davon lassen wir uns nicht beeindrucken. Vielleicht sind Zahlen ja nur Schall und Rauch.Markus Peglau, Teamchef Dippoldiswalde

Wer die Aufstellungen der beiden Runden nachrechnet, sieht, dass die Mannschaft am Brett weniger weit unten stand, als es die Setzliste vermuten lässt. Die sechs Spielerinnen von Dippoldiswalde, die in beiden Runden antraten, kamen auf einen Elo-Schnitt von rund 2024. Die Münchnerinnen brachten es auf rund 1976, die Schachfreunde Deizisau auf rund 2016, und das sind genau die beiden Gegner, die der Neuling an diesem Wochenende besiegt hat. Baden-Baden trat in beiden Runden im Schnitt mit rund 2331 an. Zwischen dem Aufsteiger und den Favoriten liegen also gut 300 Elo-Punkte, gegen München und Deizisau war es dagegen auf dem Papier kein Außenseiterkampf.

Kein Grund zum Abheben

Markus Peglau bremst die Begeisterung selbst. Mit vier Punkten habe die Mannschaft nie gerechnet, doch sei das kein Grund für überschäumende Freude. Er verweist darauf, dass die Gegner teilweise nicht in Bestbesetzung angetreten seien und dass die Gegnerinnen in der zweiten Begegnung einige Fehler nicht genutzt hätten. Das große Ziel bleibt der Klassenerhalt, nicht mehr und nicht weniger.

Tatsächlich hatte die Olympiade bei vielen Teams Spuren hinterlassen. Baden-Baden spielte ohne Dinara Wagner, Bad Königshofen ohne Jana Schneider, und einige Spielerinnen bekamen nach dem anstrengenden Turnier eine Pause. Elisabeth Pähtz, die am Wochenende anderthalb Punkte für Baden-Baden holte, freut sich dennoch für die Gegnerinnen und lobt den Aufsteiger.

Seeblick ist auch eine gute Bundesliga-Mannschaft.Elisabeth Pähtz, Baden-Baden

Hamburg ist die nächste Prüfung

Weiter geht es am 28. und 29. November in Hamburg. Dort trifft Dippoldiswalde zuerst auf TuRa Harksheide und am Tag darauf auf den Hamburger SK. Im Februar steht in Baden-Baden das Spiel gegen den Gastgeber an, am 21. Februar, und im März in Berlin der Wettkampf gegen Bad Königshofen, am 14. März. Die zentrale Endrunde vom 16. bis 18. April in Bad Königshofen bringt dem Aufsteiger drei Wettkämpfe an drei Tagen, gegen Rotation Pankow, den SV Hemer und die SG Solingen.

Selbst besser werden?

Bock auf Training?

Das erste Gespräch ist immer kostenlos.

Erstgespräch anfragen →

Über die Schachnews

Die Schachnews entstehen mit Unterstützung einer KI aus den verlinkten Quellen. Sie erscheinen jeden Morgen automatisch, geprüft wird jede Ausgabe vorher von einem Programm. Einen Fehler gefunden? Schreib an kontakt@schachcoach.com.