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Grandmasters: Die Schach-Doku kommt ins Kino

Eine Dokuserie über Magnus Carlsen, Wesley So und Hans Niemann kommt auf die große Leinwand. Drei Folgen erzählen vom Aufstieg des Freestyle Chess und vom Machtkampf mit dem Weltverband FIDE, produziert von den Machern von „Cheer“ und „Welcome to Wrexham“.

9. Oktober 20262 Minuten LesezeitMatt am Samstag

Kurz bevor in Paris das Freestyle-Turnier beginnt, ist ein Platz leer: Hans Niemann zieht sich kurzfristig zurück, und die nächste Kontroverse ist da. Um diese Wendung dreht sich die dritte Folge von „Grandmasters“, einer Dokuserie über das Schach der Gegenwart. Am 11. und 14. Oktober 2026 läuft sie in mehr als 90 AMC-Kinos in den USA. Ein Termin für Deutschland oder für einen Streamingdienst ist nicht genannt.

Für den Kinostart werden die drei Teile zu einem Film zusammengefügt. Gedreht hat die Serie die preisgekrönte Dokumentarfilmerin Liza Mandelup, produziert hat sie Boardwalk Pictures. Zu dessen Arbeiten zählen „Welcome to Wrexham“, „Cheer“ und „Chef’s Table“. Im Juni feierte die Serie ihre Weltpremiere beim Tribeca Festival in New York, vor vollem Haus im SVA Theater. Eine Kritikerin schrieb danach, die Serie lasse Schach wie ein Formel-1-Rennen wirken.

Ein Unternehmer, ein Weltmeister, ein Verband

Die Handlung dreht sich um den deutschen Unternehmer Jan Henric Buettner. Er gewinnt Magnus Carlsen für eine neue Liga, die das Spiel verändern, den Weltverband herausfordern und Schach „cool“ machen soll. Buettner hat die Variante Freestyle Chess vermarktet, die früher Fischer Random hieß und später Chess960 genannt wurde. Die Figuren auf der Grundreihe werden dabei gemischt, das Los entscheidet rund 15 Minuten vor der Partie, sodass Eröffnungsvorbereitung wenig hilft.

Die erste Folge zeigt Carlsen und So im Alltag. Carlsen spricht darüber, dass er das klassische Schach nicht mag, und wirbt für Freestyle und schnellere Bedenkzeiten. Bei So geht es um seine Familie, die Mutter und die Schwester, und um den Verzicht auf moderne Technik, auch wenn das Geld kostet. In der zweiten Folge steht die erste Freestyle-Chess-Tour im Mittelpunkt und der beginnende Streit mit der FIDE, die ihre wertvollste Marke verteidigt: die Weltmeisterschaft. Buettner nutzt dabei die Spannungen zwischen Carlsen und Niemann für Aufmerksamkeit.

Pariser Absage und Sos Debüt

Die dritte Folge beginnt mit Carlsens starkem Auftritt beim Grenke Freestyle Chess und führt zu Niemanns Rückzug in Paris. Buettner und sein Team verlieren die Kontrolle über die Lage, Carlsens Verhältnis zu Freestyle Chess verschlechtert sich durch Streit mit eigenen Partnern. Wesley So spielt sein erstes Freestyle-Turnier und gilt als größte Gefahr für Carlsen.

Ich glaube, ich bin eigentlich der höflichste und netteste Schachspieler.Hans Niemann, Schachgroßmeister · übersetzt nach Chess.com

Der Satz stammt aus der Serie und ist Niemanns Antwort auf sein Etikett als Bad Boy des Schachs. Neben den drei Großmeistern treten unter anderem Hikaru Nakamura, Levon Aronian, Arkady Dvorkovich, Carlsens Vater Henrik und die Internationalen Meister Danny Rensch und Levy Rozman auf. Rozman moderiert am 11. Oktober in New York am Times Square eine Fragerunde mit dem Publikum.

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