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Bundesliga: Viernheim, Bayern und Baden-Baden führen nach Runde 2

Nach der zweiten Runde der Schachbundesliga stehen Titelverteidiger Viernheim, der FC Bayern München und die OSG Baden-Baden mit zwei Siegen an der Spitze. Viernheim gewann 5:3 gegen Neuwied, ohne eine Partie zu verlieren. Bei den Aufsteigern gab es einen Dämpfer für Remagen Sinzig mit Ivanchuk und einen weiteren Rückschlag für Erkenschwick.

10. Oktober 20264 Minuten LesezeitMatt am Sonntag

Zwei Siege, sechs Remis und keine einzige verlorene Partie: Das war die Bilanz des SC Viernheim gegen den SC Heimbach-Weis-Neuwied, und doch fiel das Ergebnis mit 5:3 enger aus als beim 7:1 vom Vortag. Die Entscheidung brachte unter anderem Georg Meier am achten Brett. Sein Gegner Jorge Joao Viterbo Ferreira ließ einen möglichen Qualitätsgewinn aus, Meier kam zu Gegenspiel und sammelte danach Bauern ein. Den zweiten Viernheimer Sieg holte Anton Korobov am sechsten Brett gegen Leon Livaic.

Viernheim trat ohne Dinara Wagner und ohne die 2700er Spitzenspieler an. Chithambaram Aravindh saß am ersten Brett, obwohl er im Kader nur auf Platz sechs gemeldet ist, und remisierte gegen Aram Hakobyan. Aydin Suleymanli teilte am zweiten Brett den Punkt mit Lorenzo Lodici. Neuwied war dagegen fast in Bestbesetzung da, es fehlten nur Shant Sargsyan und Jakub Kosakowski. Der 16 Jahre alte tschechische Nachwuchsspieler Vaclav Finek hielt am dritten Brett mit Schwarz das Remis gegen den 26-jährigen Alexey Sarana, der für Viernheim unter serbischer Flagge spielt.

Der Meister führt, Bayern und Baden-Baden folgen

Mit 12 Brettpunkten liegt Viernheim vor dem FC Bayern München mit 10 und der OSG Baden-Baden mit 9. Bayern gewann den Münchner Nachbarschaftskampf gegen die MSA Zugzwang mit 5:3, obwohl Kirill Alekseenko am Spitzenbrett gegen Pavel Eljanov verlor. Das glichen Pouya Idani gegen Robert Hovhannisyan, Felix Blohberger gegen David Shengelia im österreichischen Duell und Matic Lavrencic gegen Stefan Kindermann aus. Der amtierende deutsche Meister Leonardo Costa remisierte an Brett drei gegen Nijat Abasov. Kindermann verlor seine Partie und setzt in Runde 3 aus, für ihn spielt Robert Zysk.

Baden-Baden schlug Aufsteiger Remagen Sinzig mit 4½:3½. Matthias Blübaum, im Sommer gemeinsam mit Dmitrij Kollars von den aufgelösten Schachfreunden Deizisau gekommen, gewann mit Weiß gegen Andreij Volokitin. Alexander Donchenko besiegte mit Schwarz Jakub Seemann, und Pawel Jaracz holte für Remagen Sinzig den Punkt gegen Timur Kocharin am letzten Brett. Vasyl Ivanchuk remisierte am Spitzenbrett des Aufsteigers gegen Maxime Vachier-Lagrave, der am Vortag noch gegen David Navara verloren hatte. Kollars fehlte, weil er die deutsche Auswahl bei der Studierenden-WM in China als Trainer betreut.

Bremen gewinnt mit Mühe, Erkenschwick bleibt punktlos

Der SV Werder Bremen kam gegen Aufsteiger Erkenschwick nur knapp zu seinem ersten Mannschaftssieg: 4½:3½. Velimir Ivic besiegte Toms Kantans, Ihor Samunenkov gewann gegen Arthur de Winter. Dazwischen lag eine Überraschung, denn der Internationale Meister Robert Ris schlug den jungen argentinischen Großmeister Faustino Oro, der neu in Bremen spielt. Collin Colbow, ein Bremer Eigengewächs, kam gegen Mykola Korchynskyi mehrfach zu leichtem Vorteil, schaffte aber nicht mehr als ein Remis. Zahar Efimenko, Bundestrainer der deutschen Frauennationalmannschaft, teilte den Punkt mit Friso Nijboer, der 109 Elo-Punkte weniger hat. Erkenschwick steht damit nach dem 1:7 gegen Viernheim und dieser knappen Niederlage bei 4½ Brettpunkten, ohne Mannschaftspunkt.

Bei Solingen gegen Deggendorf entschied das Ende der Aufstellung. Alexander Krastev gewann am siebten Brett gegen Dominic Wisnet, Florian Handke am achten gegen die 15 Jahre alte Nataliya Movchan. Handke, der erst in der zweiten Runde eingesetzt wurde, hat 690 Elo-Punkte mehr als seine Gegnerin, die über einen Jugendplatz in den Deggendorfer Kader kam und an diesem Wochenende die einzige Frau in der Bundesliga ist. Am Spitzenbrett remisierte David Navara gegen Sunilduth Lyna Narayanan. Solingen siegte 5:3, Deggendorf steht weiter ohne Mannschaftspunkt da.

Acht Remis in Hamburg, drei Verfolger mit Punkten

Der Hamburger SK und der FC St. Pauli trennten sich 4:4, und zwar mit acht Remis. Die beiden Hamburger Vereine trafen sich dafür weit weg von zu Hause am Münchner Spielort. Richard Rapport und Venkatesh Pranav, die Neuzugänge von St. Pauli, teilten den Punkt mit den Brüdern Frederik und Rasmus Svane. Magnus Carlsen, auf der Kaderliste von St. Pauli geführt, saß wieder nicht am Brett.

Der SK Kirchweyhe besiegte den Düsseldorfer SK 5:3 durch Siege von Samvel Ter-Sahakyan gegen Evgeny Postny, Ante Brkic gegen Arthur Pijpers und Hrvoje Stevic gegen Torben Knüdel. Für Düsseldorf punktete am letzten Brett der FIDE-Meister Philipp Leon Klaska gegen Robert Zelcic und steht damit bei 1½ Punkten aus zwei Partien. Der Aufsteiger Bad Mergentheim gab dagegen beim 4:4 gegen die SF Berlin einen Mannschaftspunkt ab. Jan Klimkowski und Marius Fromm gewannen für Berlin, Fy Antenaina Rakotomaharo und Vyacheslav Ikonnikov für Mergentheim, die übrigen vier Partien endeten remis. Kirchweyhe, Mergentheim und St. Pauli haben nun je drei Mannschaftspunkte.

Runde 3 beginnt am Sonntag um 10 Uhr

Vier Mannschaften haben noch keinen Mannschaftspunkt: Zugzwang, Düsseldorf, Deggendorf und Erkenschwick. Zugzwang spielt am Sonntag gegen den Hamburger SK, am selben Münchner Spielort empfängt Bayern den FC St. Pauli. Viernheim trifft auf Werder Bremen, Baden-Baden auf das punktlose Deggendorf, und Kirchweyhe spielt gegen Mergentheim. Gespielt sind dann drei von 15 Runden.

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