Schulz wiederholt seinen Sieg in Mönichkirchen mit 7 aus 9
In Mönichkirchen spielten 22 blinde und sehbehinderte Schachspieler aus sieben Ländern neun Runden. Gert Schulz blieb ungeschlagen und holte 7 Punkte, vor seinem Landsmann Gerhard Dyballa mit 6,5. Drei der besten vier kamen aus Deutschland, den Titel des Österreichischen Blindenschachmeisters trägt trotzdem ein Österreicher.
Vor der neunten Runde hatte Gert Schulz in Mönichkirchen 6,5 Punkte auf dem Konto und am ersten Brett Rainer Fexa vor sich. Ein Remis genügte, und es kam eines. Damit stand am Samstag, dem 10. Oktober, fest, dass Schulz die 49. Offene Österreichische Blindenschach-Meisterschaft mit 7 Punkten aus 9 Partien gewonnen hatte, ungeschlagen und im zweiten Jahr in Folge.
Gespielt wurde vom 3. bis 10. Oktober im Hotel Thier in Mönichkirchen, einem heilklimatischen Kurort in Niederösterreich. Am Start waren 22 Spieler aus sieben Ländern, im Vorjahr hatten 29 teilgenommen. Die Partien liefen auf tastbaren Steckbrettern, die Schachuhren sagen die Zeit über Kopfhörer an. Es gab neun Runden nach Schweizer System mit langer Bedenkzeit, ausgewertet wird für die Elo-Liste der FIDE.
Zwei Favoriten, ein Remis
Schulz (Elo 1988) und Gerhard Dyballa (1939) gingen als die beiden Elo-Stärksten ins Turnier. In der vierten Runde trafen sie aufeinander und trennten sich remis. Alle übrigen Partien überstanden beide ohne Niederlage: Schulz gewann fünf Mal, unter anderem in Runde 5 gegen den späteren Dritten Arnold Gerold, und teilte viermal den Punkt, darunter mit Matthias Steinhart in der sechsten und mit Orhan Yeter in der achten Runde. Dyballa startete mit einem Sieg gegen Juergen Schwingshandl und holte vier Siege und fünf Remis. Den letzten Sieg schaffte er in der Schlussrunde mit Schwarz gegen Matej Kralik, was ihm 6,5 Punkte und den zweiten Platz brachte.
Dreimal sechs Punkte, einmal Buchholz
Dahinter lagen drei Spieler gleichauf mit 6 Punkten, sodass die Buchholzwertung entscheiden musste. Gerold, der beste Österreicher, hatte 50 Buchholzpunkte und damit zwei mehr als Steinhart mit 48. Er wurde Dritter und trägt wie schon im Vorjahr den Titel des Österreichischen Blindenschachmeisters, der an den bestplatzierten Österreicher geht. Steinhart, in der Elo-Liste nur an Position acht geführt, blieb ebenfalls ohne Niederlage und schlug unter anderem Yeter in der zweiten und Jozef Horbal in der fünften Runde. Yeter aus der Türkei, gleichfalls mit 6 Punkten, hatte mit 43,5 die schlechtere Buchholzwertung und wurde Fünfter. In der siebten Runde wurde ihm gegen Markus Fiala die Partie kampflos zugesprochen.
Fexa und der Slowake Horbal kamen auf 5,5 Punkte. Kralik, der Dritte der Elo-Liste, wurde mit 5 Punkten Achter, weil er in mehreren Partien Gewinnstellungen nicht verwerten konnte. Ebenfalls 5 Punkte holte der Belgier Alex Geerinck.
Ein Verband mit langer Geschichte
Um 17 Uhr fand im Speisesaal des Hotels die Siegerehrung statt. Wie jedes Jahr war der Bürgermeister der Marktgemeinde, Andreas Graf, zu Gast. Turnierleiter Werner Stubenvoll und der Obmann des Österreichischen Blindenschachbundes (ÖBSB), Mahendra Galani, überreichten Urkunden und Geldpreise. Galani hatte selbst mitgespielt und beendete das Turnier mit 4 Punkten auf Platz 15.
Der ÖBSB geht auf eine Schachrunde der Blinden zurück, die sich 1952 in Wien zusammenfand, 1970 wurde daraus der Verband mit Anton Hartig als erstem Präsidenten. Gerhard Zipko übernahm 1987 den Vorsitz und saß in diesem Jahr selbst am Brett, mit 4,5 Punkten wurde er Zehnter. Die Meisterschaft ist offen ausgeschrieben, Gäste spielen um Platzierungen und Preisgeld mit. Schon 2025 gewann Schulz die 48. Auflage mit 29 Teilnehmern vor Gheorghe Bratu aus Rumänien und Manfred Müller aus Deutschland.
