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Senioren-Mannschafts-WM kommt nach Magdeburg

Die Ausschreibung zur FIDE-Senioren-Mannschaftsweltmeisterschaft 2027 liegt auf Deutsch und Englisch vor. Gespielt wird im Maritim Hotel Magdeburg, in vier Wertungen und über neun Runden. Für deutsche Mannschaften laufen die Fristen früher ab als für den Rest der Welt.

20. Oktober 20263 Minuten LesezeitMatt am Mittwoch

Als die Seniorenmannschafts-WM im Februar 2015 in Dresden eröffnet wurde, zogen die Fahnen von 16 Nationen ein. 87 Mannschaften waren gemeldet, die weiteste Anreise mit rund 12.000 Kilometern hatte ein Team aus Argentinien. Gut zwölf Jahre später kommt das Turnier wieder nach Deutschland: Vom 31. März bis 11. April 2027 spielen die Senioren in Magdeburg um die Titel. Der Deutsche Schachbund nennt Dresden 2015 als die letzte Austragung im Land. Die Ausschreibung liegt seit dem 20. Oktober auf Deutsch und Englisch vor.

Vier Wertungen unter einem Dach

Gespielt wird in den Altersklassen 50+ und 65+, jeweils offen und bei den Frauen. Alle vier Wettbewerbe finden im Maritim Hotel Magdeburg statt, in dem auch die Mannschaften wohnen. Auf dem Programm stehen neun Runden im Schweizer System mit 90 Minuten für 40 Züge, 30 Minuten für den Rest der Partie und 30 Sekunden Zugabe je Zug. Eine Mannschaft besteht aus vier Spielerinnen und Spielern und einer Ersatzperson. Der Preisfonds beträgt 15.000 Euro.

Die Eröffnung und die erste Runde sind am 1. April, am 6. April ist spielfrei, die neunte Runde und die Siegerehrung folgen am 10. April. Ausrichter sind der Landesschachverband Sachsen-Anhalt, der Deutsche Schachbund und die FIDE, Turnierdirektor ist Michael Zeuner.

Wer mitspielen darf und was es kostet

Teilnehmen können Vereins-, Stadt-, Regional- und Nationalmannschaften, unabhängig von Wertungszahl und Titel. Alle Spielerinnen und Spieler einer Mannschaft müssen derselben Föderation angehören. Die FIDE macht die Frauenwettbewerbe davon abhängig, dass mindestens zehn Teams aus mindestens zwei Kontinenten gemeldet werden.

Das Startgeld beträgt 120 Euro je Spieler und Begleitperson, bei späterer Anmeldung 240 Euro je Spieler. Darin enthalten sind die Akkreditierung und der Transfer vom und zum Flughafen Hannover am An- und Abreisetag. Das Turnierhotel kostet 95 Euro je Nacht im Einzelzimmer oder 67 Euro je Person und Nacht im Doppelzimmer, jeweils mit Frühstück. Startgeld und Unterkunft sind innerhalb von zehn Tagen nach der Bestätigung zu überweisen, sonst verfällt der Platz.

Für deutsche Mannschaften gelten eigene Regeln. Der Schachbund erklärt, die FIDE begrenze den Anteil der Mannschaften einer Föderation auf 30 Prozent; er habe die Anhebung auf den Höchstwert von 50 Prozent beantragt. Zusagen gibt es deshalb schrittweise, abhängig von der Zahl der gemeldeten internationalen Teams. In der Ankündigung der FIDE vom 6. Oktober heißt es dagegen, die Zahl der Mannschaften je Föderation sei nicht begrenzt. Dieser Widerspruch ist in den Quellen nicht aufgelöst.

Die Landesverbände und der DBSB bekommen je einen Startplatz und melden samt Zahlung bis zum 15. November 2026. Die drei Mannschaften mit dem höchsten Elo-Schnitt der ersten vier Bretter erhalten in jeder Altersklasse einen sicheren Platz, wenn sie sich bis zum 1. Januar 2027 anmelden. Die übrigen Plätze gehen in der Reihenfolge der Anmeldung weg.

Was Dresden und Durrës vorgeben

In Dresden gewann die Slowakei die 50+-Wertung mit 17 Mannschaftspunkten, Deutschland wurde mit 15 Zweiter. England 1 mit Nigel Short, John Nunn und Jon Speelman holte Bronze: Mit Thüringen lag das Team bei 13 Punkten, die Buchholz-Wertung entschied. Bei 65+ siegte Russland mit 18:0 Punkten, hinter Kaissa Deutschland und der Auswahl Germany 65+, die beide 13 Punkte hatten. Bei den Frauen setzte sich Germany Women 1 vor dem russischen Team durch, Dritter wurde Lettland.

Zuletzt wurde im April 2026 im albanischen Durrës gespielt. In der 50+-Wertung gewann USA 1 vor Italien, das nach Mannschaftspunkten gleichauf lag und erst in der Feinwertung zurückfiel. Kasachstan holte Bronze, bei den Frauen siegten die USA Women vor Tschechien und Kasachstan. Bei 65+ gewann Germany – Lasker mit 15 Mannschaftspunkten vor Italien, Bronze ging an Island. Unter den Frauenteams siegte „FIDE Women“ vor Germany Women und Latvia Women.

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