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Europapokal: Berlin schlägt St. Pauli 4:2

In der vierten Runde des Europapokals trafen die Bundesligisten Berlin und St. Pauli aufeinander. St. Pauli gewann die ersten beiden Bretter, Berlin die übrigen vier. Matthias Blübaum besiegte Etienne Bacrot in 24 Zügen. Bei den Frauen verlor Köln gegen Odlar Yurdu, Löberitz schlug Gostivar.

20. Oktober 20265 Minuten LesezeitMatt am Mittwoch

Mit 25.Se6 setzte Sebastian Poltorak die Partie gegen Triona Eberle auf dem Feld e6 matt. Es war die kürzeste der sechs Partien, mit denen die Schachfreunde Berlin in der vierten Runde des Europapokals in Budva den FC St. Pauli 4:2 schlugen. Zwei Bundesligisten waren einander zugelost worden, Berlin als Nummer 15 der Setzliste, St. Pauli als Nummer 39.

Der Schnitt der sechs Berliner lag bei 2419, der der Hamburger bei 2299. An den ersten beiden Brettern ging es trotzdem für St. Pauli aus: Aljoscha Feuerstack gewann nach 42 Zügen gegen Marius Fromm, Can Ertan nach 55 gegen Magnus Ermitsch. Die vier übrigen Partien gingen alle an Berlin. Emil Schmidek schlug Frank Sawatzki nach 58 Zügen, Tymon Czernek Jonah Krause nach 59, Rainer Polzin Fabian Müller nach 34, und Poltorak war nach 25 fertig. Berlin hat damit 6 Mannschaftspunkte und liegt auf Platz 22, St. Pauli steht mit 4 auf Platz 47.

Ein Läufer auf c6 und ein Matt auf e6

Poltorak und Eberle spielten Sizilianisch, Weiß mit 3.Sc3 und 4.Lb5+. Nach 5.d4 cxd4 6.Dxd4 e6 7.Lg5 a6 8.Lxd7+ Lxd7 9.O-O-O steht Weiß nach Stockfish mit +0,50 leicht besser, und 9...h6 hätte die Stellung gehalten. Eberle zog 9...Lc6, und nach 10.e5 steht Weiß mit +2,21 auf Gewinn. Sie nahm mit 10...Lxf3 den Springer, was mit +5,28 noch deutlicher auf Gewinn führt. Es folgten 11.gxf3 Da5 12.Lxf6 gxf6 13.exd6 Lh6+ 14.Kb1 De5 15.d7+.

Poltorak – Eberle, Runde 4Schwarz am Zug: 9...Lc6? statt 9...h6

Nach 15.d7+ musste der König nach d8. Weiß brauchte danach noch zehn Züge, dann kam der Springer über d5 und f6 an den König heran: Auf 23.Se8 f6 folgte 24.Sg7, und nach 24...h6 war 25.Se6 Matt.

Poltorak – Eberle, Runde 4Weiß am Zug: 23.Se8, am Ende steht 25.Se6#

Erlangen und Weisse Dame verlieren hoch

Der SC Erlangen unterlag Cheddleton Savills Caterling aus England mit ½:5½. Die Engländer waren im Schnitt 66 Punkte höher gewertet. Daniel Diller remisierte gegen David Haydon, die anderen fünf Partien gingen verloren, darunter die von Leon Mons (2482) gegen Balazs Csonka (2470) nach 55 Zügen. Erlangen bleibt bei 4 Mannschaftspunkten und liegt auf Platz 61. Der SK Weisse Dame Hamburg verlor ebenfalls ½:5½, gegen Etela-Vantaan Shakki, das in der Runde davor gegen St. Pauli 1½:4½ verloren hatte. Den halben Punkt holte Sebastian Kielhorn gegen Johanna Paasikangas. Hamburg hat 2 Punkte und Platz 100.

Der SV Mülheim-Nord gewann dagegen 3½:2½ gegen University College Dublin. Gunther Voss und Ulf Gohla siegten, Jan Oltmanns, Tom Bus und Martin Mainusch remisierten, Kevin Schmidt verlor gegen Tallann Maguire (1930). Mülheim-Nord steht bei 4 Punkten auf Platz 58. Der TSV Schönaich unterlag den Desert Penguins 2½:3½. Kai Giebler gewann am dritten Brett gegen Yiwen Ding, Jan Philipp Rechner, Nils Stukenbrok und Moritz Reck remisierten, Martin Velitchkov und Daniel Bisanz verloren. Schönaich hat einen Mannschaftspunkt, Platz 101.

König Tegel verlor 2:4 gegen The Full Ponty, obwohl seine Spieler im Schnitt 82 Punkte höher gewertet waren. Stephan Giemsa gewann gegen John Quinn, Tobias Smith und Kristian Dimitrijeski remisierten, Daria Pikki, Luise Schmidt und Josef Roth verloren. Tegel hat nach vier Runden keinen Mannschaftspunkt und liegt auf Platz 104.

Blübaum gewinnt in 24 Zügen

Matthias Blübaum (2666) ist der höchstgewertete Deutsche im Open. Für Tuxera Aquaprofit Nagykanizsai schlug er mit Weiß Etienne Bacrot (2612) nach 24 Zügen. Die Damen waren schon nach dem sechsten Zug getauscht, beide Seiten rochierten lang. Nach 22...f5 steht Weiß laut Engine mit +0,97 leicht besser, Bacrot hatte noch knapp 13 Minuten auf der Uhr, Blübaum 33. Mit 23...Kd7 wäre es nach 23.Sd4 bei +0,95 geblieben. Bacrot nahm stattdessen mit 23...Lxh2 den Bauern, und danach steht Weiß mit +4,51 auf Gewinn. Blübaum spielte 24.Sc6, der Springer greift den Turm auf d8 an, und auch dieser Zug führt mit +3,70 auf Gewinn. Danach endete die Partie.

Blübaum – Bacrot, Runde 4Weiß am Zug: 23.Sd4, danach 23...Lxh2?

Nagykanizsai spielte 3:3 gegen Aix-en-Provence, alle sechs Partien waren entschieden. Blübaum, Benjamin Gledura und Ihor Samunenkov gewannen, M Pranesh, Andrei Volokitin und Daniil Yuffa verloren. Mit 7 Mannschaftspunkten liegt das Team auf Platz 6, Blübaum hat 2½ aus 3.

Köln verliert, Kazarian gewinnt

Bei den Frauen traf der Klub Kölner Schachfreunde auf Odlar Yurdu, dessen vier Spielerinnen im Schnitt 281 Punkte höher gewertet waren, und verlor 1½:2½. Anna-Maja Kazarian (2295) schlug am ersten Brett IM Ulviyya Fataliyeva (2395) nach 40 Zügen. Anna Kantane remisierte mit Govhar Beydullayeva (2392), Katharina Reinecke (1911) verlor gegen Khanim Balajayeva (2357), und Hannah Sayce (1912) unterlag Gulnar Mammadova (2309) nach 25 Zügen. Köln hat 4 Mannschaftspunkte und Platz 11.

Die Partie von Kazarian blieb lange im Gleichgewicht. Nach 32...Txc5 steht sie bei +0,05, nach 33.Dg4 bei 0,00, beides ausgeglichen, wie die Kiste rechnet. Kazarian hatte nach 33.Dg4 noch 53 Sekunden auf der Uhr, Fataliyeva knapp elf Minuten, von denen sie für ihren nächsten Zug gut sechs verbrauchte. Mit 33...Dd6 kippte die Stellung: Weiß steht danach mit +5,87 auf Gewinn, ausgeglichen geblieben wäre es etwa mit 33...Dg6. Es folgten 34.h4 f6 35.Tf3 Tb5 36.h5 Df8 37.Df5 Tb8 38.Dg6+ Kh8 39.Txf6, und nach 40 Zügen war die Partie zu Ende.

Kazarian – Fataliyeva, Runde 4Schwarz am Zug: 33...Dd6? statt 33...Dg6

Die SG Löberitz gewann 3:1 gegen Gostivar. Ilze Berzina siegte nach 92 Zügen gegen Emilia Deak-Sala, Agnesa Stepania Ter-Avetisjana nach 41 gegen Petya Karaivanova und Elina Otikova nach 82 gegen Patricie Naymanova. Rebekka Schuster (1802) verlor nach 26 Zügen gegen Klean Shuqja (2008). Löberitz hat ebenfalls 4 Mannschaftspunkte und liegt auf Platz 12, einen Rang hinter Köln.

Elisabeth Pähtz und Dinara Wagner standen in dieser Runde nicht im Aufgebot ihrer Teams. Monte-Carlo trat mit Aleksandra Goryachkina, Humpy Koneru, Stavroula Tsolakidou und Pia Cramling an und verlor 1½:2½ gegen Gambit Bonnevoie, das mit 8 Punkten allein führt. Elina Danielian schlug Tsolakidou und hat damit alle vier Partien gewonnen, die drei anderen Bretter endeten remis. SuperChess Romania gewann ohne Wagner 3:1 gegen She Plays To Win Lionesses A und hat 5 Punkte.

Deutsche in fremden Teams und die Spitze

Auch in ausländischen Mannschaften spielen Deutsche mit. De Sprenger Echternach aus Luxemburg trat mit fünf deutschen Spielern an und gewann 4½:1½ gegen Drejtesia, Christopher Noé (2502) hat damit 3 aus 4. Riehen aus der Schweiz, mit Jonas Rosner und Gregor Haag, schlug UKEB Göztepe 5:1 und liegt mit 7 Punkten auf Platz 9. Standard de Liège TAL, für das der FIDE-Meister Thorsten Cmiel spielt, unterlag Gambiitti 2½:3½, Cmiel verlor am dritten Brett gegen Kimmo Karvinen (1949).

An der Spitze des Open liegen nach vier Runden vier Mannschaften mit je 8 Punkten: Alkaloid, SuperChess Romania, Novy Bor und SK K CERO INVEST Nitra. Die Favoriten ließen Federn. Nodirbek Abdusattorov verlor gegen Aydin Suleymanli, SuperChess gewann trotzdem 4:2 gegen Vugar Gashimov. Bayegan Pendik kam mit Anish Giri und Yagiz Kaan Erdogmus, die gegen Pranav Venkatesh und Karthikeyan Murali verloren, über ein 3:3 gegen Elektroprivreda nicht hinaus und hat 7 Punkte.

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