MOVE Cup: Elite-Schnellschach in Barcelona
Bei einer Pressekonferenz in Barcelona wurde ein neues Elite-Turnier vorgestellt, der MOVE Cup. Gespielt wird am 19. und 20. Januar 2027 Schnellschach, nicht Blitz. Magnus Carlsen ist der erste bestätigte Teilnehmer, die übrigen sieben Namen folgen in den nächsten Wochen.
Magnus Carlsen saß nicht im Publikum, als in Barcelona ein Turnier vorgestellt wurde, das es noch gar nicht gibt. Er war persönlich zur Pressekonferenz am 20. Oktober gekommen, und das ist bisher auch fast alles, was über das Teilnehmerfeld feststeht: Der Weltranglistenerste ist der erste von acht Großmeistern des MOVE Cups. Die anderen sieben Namen sollen laut Veranstalter in den kommenden Wochen einzeln bekanntgegeben werden.
Das Turnier findet am 19. und 20. Januar 2027 statt. Am Vortag, dem 18. Januar, gibt es eine Wohltätigkeitsveranstaltung in der Woche der ICE Barcelona. Dort treten die Spitzenspieler im Hand-and-Brain-Format gegen Spender und Partner an. Bei dieser Spielform teilen sich zwei die Arbeit: Einer nennt die Figur, der andere führt den Zug aus. Schon die ICE Barcelona 2026 hatte ein Schachereignis, bei dem Carlsen und Hikaru Nakamura eine Blindschach-Vorführung zeigten.
Schnellschach, kein Blitz
Die Veranstalter sprechen ausdrücklich von rapid chess, also Schnellschach. Die genaue Bedenkzeit nennt die Ankündigung nicht. Ebenso offen sind die Zahl der Runden und die Frage, ob alle acht Spieler gegeneinander antreten. Feststeht nur das Ende: Am Abschlussabend gibt es ein K.-o.-Finale, danach folgt die Siegerehrung.
Zuschauer im Saal sollen Kommentare über Kopfhörer verfolgen können, die Ergebnisse laufen auf großen Bildschirmen. Auch Onlinezuschauer sind eingeplant. Den Spielort innerhalb von Barcelona nennt die Ankündigung nicht.
Schnellschach ist ein Format, in dem jede Partie in einem Augenblick kippen kann. Das macht es spannend, es zu spielen und zuzuschauen.Magnus Carlsen, Weltranglistenerster · übersetzt nach der Pressemitteilung
300.000 Euro, und noch einmal so viel für den guten Zweck
Das Preisgeld beträgt 300.000 Euro. Eine gleich hohe Summe geht an die MOVE Foundation, mit der das Turnier gemeinsam gestartet wurde. Die Stiftung will das Schach insgesamt wachsen lassen, junge Talente fördern und die Forschung zu Schach und psychischer Gesundheit unterstützen. Zusätzliche Einnahmen, die während des Turniers zusammenkommen, werden zu gleichen Teilen auf Preisfonds und Stiftung verteilt.
Die Kräfte darauf richten, das Schachbrett in jedes Haus und auf die Straße zu bringen und Schach zu einem selbstverständlichen Teil des Alltags zu machen.Inese Dabola, Vorstandsmitglied der MOVE Foundation · übersetzt nach der Pressemitteilung
Wer dahintersteht
Das Turnier läuft unter dem Namen „MOVE Cup powered by BETBY“. BETBY ist nach eigener Beschreibung ein Zulieferer für Sportwetten-Anbieter. Das Unternehmen war schon beim Schachereignis der ICE Barcelona 2026 beteiligt. Sein Chef und Mitgründer Leonid Pertsovskiy sagte, man habe die besten Spieler der Welt nach dem Erfolg dieses Ereignisses wieder in die Stadt holen wollen, für etwas Größeres und Ehrgeizigeres. Der MOVE Cup solle zu einem festen Termin im internationalen Turnierkalender werden.
Wie sich das Preisgeld auf die Plätze verteilt, ist bislang nicht veröffentlicht, ebenso wenig die Namen der übrigen sieben Spieler.
