Messi lernt bei ChatGPT die Goat Horns
Am 21. Oktober 2026 zeigte Lionel Messi seinen 517 Millionen Instagram-Followern, wie ChatGPT ihm eine zu seinem Stil passende Schacheröffnung beibringt. Die Eröffnung ist eine Wortspielerei mit seinem Spitznamen, die Züge sind schwach, und auf dem Brett im Video stehen König und Dame falsch.
Am Mittwoch, dem 21. Oktober 2026, hielt Lionel Messi ein Smartphone in die Kamera und sagte auf Spanisch einen Satz, der inzwischen millionenfach gesehen wurde: Der Chatbot kenne ja seinen Stil, er solle ihm Schritt für Schritt eine gute Schacheröffnung zeigen. Am Ende des Clips will er gleich noch eine zweite ausprobieren. In der Bildunterschrift steht, ChatGPT habe ihm die „Goat Horns“ vorgeschlagen. GOAT steht für „Greatest of all time“ und ist ein Beiname, der seit Jahren an Messi hängt.
Das Video ist ein Werbespot für ChatGPT und die Funktion, Antworten mit interaktiven Grafiken zu zeigen. Innerhalb weniger Stunden kam es auf mehr als eine Million Likes und 13.000 Kommentare, nach rund einem Tag waren es etwa 1,9 Millionen Likes und 19.600 Kommentare. Es ist nicht die erste Zusammenarbeit zwischen Messi und OpenAI: Schon vor der Weltmeisterschaft 2026 hatte er mit ChatGPT Bilder erzeugt.
Eine Eröffnung, die es nicht gibt
Die „Goat Horns“ sind keine Eröffnung im Sinne der Theorie, sondern ein Name für eine Zugfolge. Gezeigt werden 1.e4 a6 2.d4 c6. Weiß besetzt mit zwei Bauern das Zentrum, Schwarz antwortet mit zwei Randzügen, die keine Figur entwickeln.
Verboten ist das nicht, und es ist auch kein Fehler im Sinne der Regeln. Nachgerechnet steht Weiß nach den vier Zügen leicht besser, die Stellung ist also spielbar, aber Schwarz hat dem Gegner das Zentrum geschenkt und noch nichts für die Entwicklung getan. Spitzenspieler würden die schwarzen Züge kaum gutheißen. Eine offizielle Eröffnung sind die „Goat Horns“ nicht, aber bei einem Publikum von mehr als 500 Millionen könnte der Name hängen bleiben.
König und Dame stehen falsch
Mehr Gesprächsstoff als die Züge lieferte das Brett. Auf der Grafik im Video stehen König und Dame auf vertauschten Feldern. Eine Quelle spricht von den schwarzen Figuren, eine andere von beiden Seiten; ein YouTube-Video des Kanals GothamChess weist ebenfalls darauf hin, dass beide vertauscht sind.
Die Folge lässt sich nachspielen. Stehen bei beiden Seiten König und Dame vertauscht, gibt es nach 1.e4 a6 2.d4 c6 für Weiß die Fortsetzung 3.Da5+. Die weiße Dame steht dann auf e1, und der Weg über d2, c3 und b4 nach a5 ist frei. Der schwarze König auf d8 steht auf derselben Diagonalen, nachdem der c-Bauer gezogen wurde. Schwarz hat nur eine Antwort, 3...b6, und danach folgt 4.Dxb6 matt. Das ist so schnell wie der Schäfermatt. Auf einem korrekt aufgebauten Brett entsteht diese Mattführung nicht.
Auf Reddit fragten Nutzer, wie ein solches Brett unbemerkt in einen Werbespot für Millionen kommen konnte, und verwiesen darauf, dass schon ein früherer OpenAI-Spot die schwarze Dame auf e8 statt auf d8 gezeigt habe. Die Grafik wurde in einem getrennten Spot für X korrigiert, das ursprüngliche Video auf Instagram ist weiterhin online.
Schach als Werbefläche
Messi steht nicht zum ersten Mal vor einem Schachbrett für eine Kampagne. Im November 2022 saß er für Louis Vuitton, fotografiert von Annie Leibovitz, Cristiano Ronaldo gegenüber. Fans erkannten damals auf dem Bild eine Stellung aus einer Partie zwischen Magnus Carlsen und Hikaru Nakamura beim Norway Chess 2017. Einen Tag vor Messis Post warb auch der FC Bayern München mit einem Schachmotiv für das Champions-League-Spiel gegen Arsenal: Harry Kane und Bukayo Saka saßen sich an einem Brett gegenüber.
