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Li Min Peng gewinnt das Annemasse Masters mit 8 aus 9

GM Li Min Peng, der Topgesetzte, hat das Annemasse Masters ungeschlagen mit 8 aus 9 gewonnen. Vor der Schlussrunde führte er gemeinsam mit IM Harsh Suresh, doch Peng gewann, während Suresh remis spielte und mit 7,5 Punkten Zweiter wurde. Dritter wurde der für Deutschland gemeldete IM Vadym Petrovskiy mit 6,5.

23. Oktober 20263 Minuten LesezeitMatt am Montag

Am Freitagvormittag, dem 23. Oktober, standen zwei Spieler mit je 7 Punkten an der Spitze des Annemasse Masters: GM Li Min Peng, der Topgesetzte, und IM Harsh Suresh, der an Nummer sechs gesetzt war. Ihr direktes Duell in der fünften Runde war nach 57 Zügen remis ausgegangen, verloren hatte bis dahin keiner von beiden. Die neunte Runde begann um 9 Uhr, und sie lief für die beiden grundverschieden.

Peng spielte mit Weiß gegen FM Evan Sammons, Elo 2186, der in der Runde zuvor den späteren Dritten Vadym Petrovskiy bezwungen hatte. Auf dem Brett stand ein Sizilianisch in der Najdorf-Variante mit Opocensky-Aufbau, und Schwarz geriet im Mittelspiel durch mehrere ungenaue Züge ins Hintertreffen. Nach dem 21. Zug stand Weiß auf Gewinn. Den Rest erledigte Sammons mit einem Fehler selbst: Mit 22...Sba4 stellte er einen Springer ein, nach 23.Txa4 Sxa4 24.Txa4 Dxc2 griff 25.Sc6 Turm und Läufer zugleich an, und nach dem Damentausch auf d1 fehlte Schwarz eine Leichtfigur. Nach 34 Zügen war die Partie vorbei.

Peng – Sammons, Runde 9Schwarz am Zug: 22...Sba4? Besser war 22...e4. Weiß stand da mit +4,05 auf Gewinn

Belkaid lässt den Gewinn liegen

Suresh saß währenddessen mit Weiß gegen FM Sohan Belkaid, Elo 2387, und diese Partie sah lange nach dem Ende aller Titelträume aus. Suresh geriet früh in Zeitnot, im 23. Zug stand Schwarz auf Gewinn, und später blieb Belkaid mit Turm gegen Läufer im Vorteil. Erst im 99. Zug verpasste er es, den Sack zuzumachen: Mit 99...Tg4 gab er den Gewinn aus der Hand, nach 100.Lf7 Tg3+ 101.Kh2 Kg4 102.Lxh5+ Kxh4 blieb Turm gegen Läufer ohne Bauern übrig. Nach 131 Zügen endete die Partie remis.

Suresh – Belkaid, Runde 9Schwarz am Zug: 99...Tg4? Mit 99...Tb5 blieb Schwarz bei −8,0 auf Gewinn, nach dem Textzug stand es bei −0,4

So blieb es bei einem halben Punkt Vorsprung. Peng schloss mit 8 aus 9 ab, mit sieben Siegen, zwei Remis gegen Srihari L und Suresh und ohne Niederlage. Die Turnierleistung lag bei 2676 und damit 116 Elo-Punkte über seiner Wertung von 2560. Der 1997 in Mykolaiv geborene Großmeister war lange für die Ukraine gemeldet und wechselte im März 2024 zur Schweiz. Er hatte schon 2022 das Lucerne Open ungeschlagen gewonnen. Suresh gewann sechs Partien und spielte dreimal remis, darunter gegen Peng, Petrovskiy und zum Abschluss Belkaid. Mit 7,5 Punkten und einer Leistung von 2644 wurde er Zweiter, obwohl er nur Sechster der Setzliste war. In der achten Runde hatte er den zweitgesetzten Großmeister Krishnan Sasikiran geschlagen, der mit 6 Punkten Fünfter wurde.

Zwei Deutsche unter den ersten Zehn

Dritter wurde IM Vadym Petrovskiy mit 6,5 Punkten, wie in der Setzliste an Nummer drei. Der 19-Jährige ist in der Ukraine geboren und für Deutschland gemeldet. Er gewann fünf Partien, spielte gegen Laignel, Suresh und Sasikiran remis und verlor nur in der achten Runde gegen den eben erwähnten Sammons. Platz drei sicherte er sich mit einem Sieg gegen WIM Devindya Oshini Gunawardhana in der Schlussrunde und der besseren Feinwertung gegenüber FM Julien Favarel, der ebenfalls 6,5 Punkte hatte.

Der zweite Deutsche im Feld war FM Alfred Nemitz, Jahrgang 2011 und an Nummer neun gesetzt. Er kam auf 6 Punkte und wurde Neunter. In der sechsten Runde schlug er Romain Gemelli vom gastgebenden Club, in der siebten Favarel, der am Ende Vierter wurde. Dann folgte die Partie gegen Peng, die er mit Weiß verlor. In der Schlussrunde teilte er den Punkt mit Saurabh Anand.

93 Spieler und ein Vorjahressieger aus den USA

Am Start standen 93 Spieler mit einem Elo-Schnitt von rund 2180, darunter vier Großmeister und zehn Internationale Meister. Im Vorjahr waren es im Masters ebenfalls 93 Spieler gewesen, damals aber sieben Großmeister und 16 Internationale Meister aus 15 Ländern. Gewonnen hatte 2025 der US-amerikanische GM Brandon Jacobson mit 7 aus 9 auf Grund der Feinwertung vor dem Iraner Mahdi Gholami Orimi, der ebenfalls 7 Punkte erreichte. Peng lag mit seinen 8 Punkten damit einen ganzen Punkt über dem Siegerergebnis des Vorjahres.

Gespielt wurde vom 17. bis 23. Oktober im Complexe Martin Luther-King in Annemasse, neun Runden im Schweizer System mit 90 Minuten für die Partie und 30 Sekunden Zuschlag je Zug ab dem ersten. Ausrichter war der Club d'Échecs du Bassin Annemassien, Hauptschiedsrichter Sylvain Wlassewitch. Das Masters war mit 16.000 Euro Preisgeld dotiert, der erste Preis mit 3.000 Euro. Das Festival umfasste insgesamt fünf Turniere mit zusammen 26.000 Euro Preisgeld, außerdem eine Simultanvorstellung gegen einen Großmeister.

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