Almaty: Mamedov führt nach zwei Runden
Im Rundenturnier von Almaty treffen fünf Großmeister aus dem Ausland auf fünf Kasachen, darunter der 14-jährige Mark Smirnov. Nach zwei von neun Runden führt mit Edgar Mamedov ein Gastgeber, während der topgesetzte Mahammad Muradli beide Partien verloren hat.
Ein einziger Läuferzug genügte, um das Gleichgewicht zu kippen. Im 28. Zug der ersten Runde war die Partie zwischen Denis Lazavik und dem topgesetzten Mahammad Muradli noch ausgeglichen. Dann spielte Muradli mit Schwarz 28...Le5, und Weiß stand schon auf Gewinn. Mit 28...Lg4 oder 28...h5 wäre das Gleichgewicht geblieben. Nach 29.c4 folgte mit 29...Lxg3 der nächste Fehler, und nach 32 Zügen war die Partie vorbei. Es blieb nicht bei diesem einen Rückschlag: Muradli hat nach zwei Runden noch keinen Punkt.
Zehn Spieler, zwei Lager
Das KazChess Masters läuft vom 26. Oktober bis 3. November in Almaty und wird vom kasachischen Schachverband ausgerichtet. Zehn Spieler aus sechs Ländern treten in einem Rundenturnier an, jeder spielt einmal gegen jeden, das ergibt neun Runden. Eingeladen sind fünf Großmeister aus dem Ausland: Muradli aus Aserbaidschan (Elo 2662), der Russe Daniil Dubov (2654), der Usbeke Shamsiddin Vokhidov (2649), der Armenier Aram Hakobyan (2638) und der Belarusse Denis Lazavik (2636). Lazavik stand zuletzt im Finale des Esports World Cup. Ihnen gegenüber sitzen fünf Kasachen: die Großmeister Denis Makhnev (2581) und Edgar Mamedov (2474) sowie die Internationalen Meister Sauat Nurgaliyev (2526), Alua Nurman (2460) und Mark Smirnov (2451). Nurman ist die einzige Frau im Feld. Smirnov ist erst 14 Jahre alt und zweifacher Jugendweltmeister. Der Elo-Schnitt liegt bei 2573, das Durchschnittsalter bei 21 Jahren.
Gespielt wird klassisches Schach: 90 Minuten für die ersten 40 Züge, danach 30 Minuten für den Rest der Partie, dazu 30 Sekunden pro Zug von Beginn an. Remisangebote sind vor dem 30. Zug nicht erlaubt. Die Runden beginnen um 15 Uhr Ortszeit, die neunte am 3. November schon um 11 Uhr. Es ist nicht das erste Turnier dieses Namens in diesem Jahr. Vom 30. Juni bis 8. Juli fand in Almaty schon ein KazChess Masters mit anderem Feld statt, das der Serbe Alexey Sarana nach Wertung vor Alexander Donchenko gewann, beide mit 6 aus 9. Makhnev, Nurman und Smirnov spielten auch dort mit.
Wo die Partien kippten
In der ersten Runde gewann außer Lazavik auch Dubov, mit Weiß gegen Smirnov nach 59 Zügen. Vokhidov und Hakobyan trennten sich remis, Mamedov schlug Nurgaliyev, Makhnev schlug Nurman. In der zweiten Runde besiegte Mamedov den Armenier Hakobyan erst nach 92 Zügen. Direkt gegeneinander hatten Gäste und Gastgeber bisher nur zwei Partien, und jede Seite gewann eine: Dubov gegen Smirnov und Mamedov gegen Hakobyan.
Smirnov holte seinen ersten Punkt am zweiten Tag gegen Nurman. Er spielte Weiß, und die Partie war bis zum 29. Zug ausgeglichen, während seine Bedenkzeit auf gut eine Minute geschmolzen war. Nurman nahm dann mit dem Turm den Bauern auf a2, und nach dem Abtausch der Türme auf e8 stand Weiß auf Gewinn. Nach 54 Zügen war sie entschieden.
Muradlis zweite Niederlage kam mit Weiß gegen Vokhidov, in einer Partie mit mehreren Wendungen. Im 39. Zug war das Endspiel mit gleichfarbigen Läufern ausgeglichen. Dann zog Muradli 39.La6, Vokhidovs König marschierte über e5 nach e4, und Schwarz stand auf Gewinn. Mit 39.Kf1 wäre es im Gleichgewicht geblieben. Nach 42 Zügen gab es nichts mehr zu retten.
Wer nach zwei Runden vorn liegt
Mamedov führt mit 2 aus 2, obwohl er nach Elo der Schwächste unter den Großmeistern ist. Dubov, Lazavik, Vokhidov und Makhnev folgen mit je 1,5 Punkten. Dubov und Lazavik trennten sich in Runde 2 remis, Makhnev spielte gegen Nurgaliyev ebenfalls remis. Die dritte Runde bringt am Mittwoch, 28. Oktober, Lazavik gegen Smirnov, Vokhidov gegen Dubov, Mamedov gegen Muradli, Makhnev gegen Hakobyan und Nurman gegen Nurgaliyev.
