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Warmerdam gewinnt das Amsterdam Chess Open mit 5,5 aus 6

Max Warmerdam hat das vierte Amsterdam Chess Open gewonnen: 5,5 Punkte aus 6 Partien, ungeschlagen, einen halben Punkt vor Rishi Sardana, Loek van Wely, Nico Zwirs und Vitali Braun. Den Ausschlag gab die fünfte Runde, in der er gegen Lorenzo Lodici eine verlorene Stellung noch umdrehte.

25. Oktober 20263 Minuten LesezeitMatt am Mittwoch

Im 44. Zug der fünften Runde hielt Lorenzo Lodici die Partie in der Hand. Der Italiener spielte mit Weiß gegen Max Warmerdam, es war das einzige Duell zweier Großmeister im ganzen Turnier, und er musste auf Sieg spielen: Warmerdam führte nach vier Siegen mit 4 Punkten, Lodici hatte einen halben Punkt weniger. Dass die Partie trotzdem an Warmerdam ging, entschied das vierte Amsterdam Chess Open.

Drei Tage, sechs Runden

Das Turnier lief vom 23. bis 25. Oktober 2026 in der Apollohal in Amsterdam-Süd, einem neuen Austragungsort. Fast 600 Spieler starteten in den Gruppen A bis D. Die offene Gruppe A, zu der man ab Elo 2050 zugelassen war, hatte laut FIDE-Datenbank 150 gemeldete Spieler. Gespielt wurden sechs Runden Schweizer System mit 90 Minuten für die Partie und 30 Sekunden Zuschlag ab dem ersten Zug, am Freitag und am Samstag um 10:00 und 15:30 Uhr, am Sonntag um 9:00 und 14:30 Uhr. Der Sieger bekam 2000 Euro, Preise gab es für die ersten fünf Plätze.

Die höchsten Elo-Zahlen unter den übertragenen Spielern hatten die Großmeister Loek van Wely (2627), Lorenzo Lodici (2568) und Max Warmerdam (2543), dahinter folgten die Internationalen Meister Rishi Sardana aus Australien (2495), Nico Zwirs (2442) und Khoi Pham (2423). Van Wely erwischte einen schweren Start: In Runde 1 verlor er gegen Alan Bakija aus Krimpen aan de IJssel, Elo 2157, der im Angriff eine Figur opferte.

Ich hatte das Gefühl, eine Figur opfern zu müssen, und es hat funktioniert.Alan Bakija, Krimpen aan de IJssel · übersetzt nach Amsterdam Chess Open

Van Wely gewann danach alle fünf Partien, in der Schlussrunde gegen Tommy Grooten, den Sohn eines seiner ersten Trainer. Warmerdam selbst gewann die ersten vier Runden, in Runde 3 mit Schwarz gegen das Londoner System von Pieter Jellema, das ihm früh eine Figur einbrachte, und in Runde 4 in 42 Zügen gegen Khoi Pham. Nach vier Runden war er der Einzige mit voller Punktzahl.

Der Turm auf der falschen Linie

In der fünften Runde vermied Lodici im 37. Zug eine Zugwiederholung und erarbeitete sich eine Gewinnstellung. Warmerdam spielte da bereits auf Zeitzuschlag. Im 44. Zug hätte 44.Tc2 den Vorteil gehalten, gespielt wurde 44.Tg1. Es folgte 44...Lb5 45.Sc5 Kc7 46.Tc1 Tg8 47.g5 hxg5 48.hxg5 b6 49.Se6+ Kd6.

Lodici – Warmerdam, Runde 5Weiß am Zug: 44.Tc2 hält den Vorteil (+2,9), gespielt wurde 44.Tg1

Der Vorteil war inzwischen weg, die Stellung ausgeglichen. Dann kam der Fehler: 50.gxf6? Tg3, und Weiß kann nicht beide Mattdrohungen decken. Nach 51.Tc6+ war die Partie aus.

Lodici – Warmerdam, Runde 5Weiß am Zug: 50.gxf6? Tg3 und Weiß kann nicht beide Mattdrohungen decken; ausgeglichen war 50.Th1 (0,00)

Remis zum Turniersieg

In der Schlussrunde genügte Warmerdam gegen Sardana ein Remis, und das kam schnell: Nach 13.Sxf7 endete die Partie unentschieden.

Warmerdam – Sardana, Runde 6Weiß am Zug: 13.Sxf7, danach endete die Partie remis

Sardana teilte sich Rang 2 mit drei anderen. Vor der letzten Runde hatten neun Spieler 4 aus 5, vier erreichten den fünften Punkt: neben Sardana auch Van Wely, Zwirs und der Deutsche Vitali Braun, der den niederländischen U16-Meister Ethan Chua schlug. Der Deutsche Anton Belin, ebenfalls mit 4 aus 5 gestartet, trat zur Schlussrunde nicht mehr an. Zwirs hatte in Runde 1 gegen Guido van Hesselingen eine klar gewonnene Partie durch einen Blackout verspielt und gewann danach fünfmal in Folge. Als bester Spieler des Schachbunds Groß-Amsterdam (SGA) trägt er nun ein Jahr lang den Titel Persönlicher Kampioen der Region Amsterdam.

Maaike Keetman, niederländische Frauenmeisterin von 2024, verspielte in der Schlussrunde gegen Rogier van Arkel eine Gewinnstellung. Sie stand rund zwölf Züge lang weit im Vorteil, kämpfte aber mit der Uhr, und mit einer Sekunde Restzeit griff sie daneben. Vor Warmerdam hatten Rick Lahaye (2023), Tim Grutter (2024) und im Vorjahr der Hamburger Großmeister Luis Engel das Turnier gewonnen.

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