Almaty: Lazavik schließt zur Spitze auf
Denis Lazavik hat in der vierten Runde Olympiasieger Shamsiddin Vokhidov geschlagen und mit Edgar Mamedov und Denis Makhnev zum Führungstrio aufgeschlossen, die beide mit Schwarz remisierten. Der 14-jährige Mark Smirnov gewann gegen Sauat Nurgaliyev und liegt mit Daniil Dubov einen halben Punkt dahinter.
Ein Griff nach einem Bauern kostete Shamsiddin Vokhidov die erste Niederlage des Turniers. In der Italienischen Partie gegen Denis Lazavik hatte Schwarz zuvor mit ...b5 und ...exf4 auf Angriff statt auf Absicherung gesetzt, und Weiß stand dadurch leicht besser. Dann nahm Vokhidov im 22. Zug mit 22...Sxf4 einen Bauern mit, und das war zu viel des Guten: Schon damit stand Weiß auf Gewinn. Mit 22...Lc8 hätte Schwarz bei einem kleinen Nachteil weitergespielt. Nach 23.Tf1 g5 24.hxg5 hxg5 25.Se2 Kh8 26.Sxf4 gxf4 27.Txf4 war der schwarze Königsflügel aufgerissen, und Lazavik ließ sich den Vorteil nicht mehr nehmen. Nach 39 Zügen war die Partie vorbei.
Der Olympiasieger verliert zum ersten Mal
Lazavik ist 19 Jahre alt, spielt für Belarus und hatte schon in der ersten Runde den topgesetzten Mahammad Muradli geschlagen. International ist er durch seine Erfolge im Schnell- und Blitzschach bekannt: Beim Esports World Cup 2026 erreichte er das Finale und musste sich dort erst Magnus Carlsen geschlagen geben. Vokhidov, 24 Jahre alt und Olympiasieger, hatte zuvor gegen Aram Hakobyan und Daniil Dubov remisiert und Muradli besiegt. Mit zwei Punkten bleibt er im erweiterten Verfolgerfeld.
Die beiden bisher Führenden hielten ihre Stellung, ohne weiter davonzuziehen. Denis Makhnev, zweifacher kasachischer Landesmeister, trennte sich mit Schwarz nach 67 Zügen von Muradli remis. Edgar Mamedov, 16 Jahre alt und 2025 Jugendweltmeister in der U16, holte mit Schwarz gegen Dubov in einer Italienischen Partie nach 68 Zügen den halben Punkt. Am Ende blieben nur die Könige und ein Springer auf dem Brett. Für Muradli, den Topgesetzten mit Elo 2662, steht nach vier Runden ein Punkt zu Buche.
Der Freibauer bleibt stehen
Der 14-jährige Mark Smirnov, mit Elo 2451 der am niedrigsten gewertete Spieler des Feldes, bezwang seinen Landsmann Sauat Nurgaliyev. Die Partie begann als Englische Eröffnung, und Smirnov hatte ab dem 27. Zug nie mehr als gut eine Minute auf der Uhr. Nurgaliyev dachte vor seinem 29. Zug mehr als vier Minuten nach und entschied sich für 29...Ld2. Dabei missachtete er eine alte Regel: Freibauern sollen laufen. Mit 29...d3 wäre die Stellung im Gleichgewicht geblieben. Nach 30.Txc6 Lxf4 31.e7 Te8 32.gxf4 hielt der Bauer auf e7 die schwarzen Türme beschäftigt, und Weiß stand auf Gewinn. Fünf Züge später gab Nurgaliyev auf.
Smirnov verlor in der ersten Runde gegen Dubov und hat seither gegen Alua Nurman gewonnen, gegen Lazavik remisiert und nun gegen Nurgaliyev gewonnen. Er wurde 2024 U12-Weltmeister und 2025 U14-Weltmeister. Mit 2½ Punkten ist er Fünfter, gleichauf mit Dubov.
Drei vorn, zwei dahinter
Die dritte Gewinnpartie des Tages spielte Aram Hakobyan. Der Armenier, 2012 U12-Weltmeister, schlug mit Weiß in einer Königsindischen Partie nach 41 Zügen Alua Nurman und hat nun 1½ Punkte. Nurman, die einzige Frau im Feld, kassierte ihre dritte Niederlage und steht weiter bei einem halben Punkt.
An der Spitze liegen nach vier von neun Runden Lazavik, Mamedov und Makhnev mit je 3 Punkten, alle drei ungeschlagen. Dubov und Smirnov folgen mit 2½, dahinter Vokhidov mit 2 und Hakobyan mit 1½. Muradli und Nurgaliyev haben je 1 Punkt, Nurman ½. Fünf Runden stehen noch aus. Die fünfte lief am Freitag, 30. Oktober, ab 11 Uhr deutscher Zeit; angesetzt waren unter anderem Vokhidov gegen Smirnov, Mamedov gegen Lazavik, Makhnev gegen Dubov und Nurman gegen Muradli.
Die sechste Runde beginnt am Samstag, 31. Oktober, um 11 Uhr deutscher Zeit (15 Uhr Ortszeit in Almaty). Die Partien werden live bei Lichess übertragen.
