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Istanbul bekommt die Schnell- und Blitz-WM

Weniger als zwei Monate vor dem Start steht der Ort fest: Die Weltmeisterschaften im Schnellschach und Blitz finden Ende Dezember in Istanbul statt. Magnus Carlsen reist als Titelverteidiger an, Reglement und Spielort sind noch offen.

29. Oktober 20263 Minuten LesezeitMatt am Freitag

Lange war offen, wohin es Ende Dezember gehen würde, und Spieler wie Fans warteten ungeduldig auf eine Antwort. Am 29. Oktober gab die FIDE sie bekannt: Istanbul richtet die Weltmeisterschaften im Schnell- und Blitzschach 2026 aus. Es geht um vier Titel, jeweils offen und bei den Frauen. Titelsponsor ist die Freedom Holding Corp., seit 2023 strategischer Partner des Verbands. Sie unterstützt nach Angaben der FIDE im Rahmen der Vereinbarung für 2026 nicht nur große Veranstaltungen wie das Kandidatenturnier und den WM-Kampf, sondern auch Schachzentren, Schulprogramme und Talentsuche weltweit. Präsident Timur Turlov leitet den Verband seit seiner Wahl im September und ist zugleich Chef des Sponsors.

Termin, Ort und was noch fehlt

Die Meisterschaften finden traditionell in der letzten Woche des Jahres statt, diesmal bis zum 30. Dezember. Der 25. Dezember ist als Anreisetag angegeben, der erste Spieltag fällt auf den 26. Dezember. Die Texte der FIDE nennen nur Anreise und Ende, Chess.com schreibt von einem Turnier vom 26. bis 30. Dezember. Beides passt zusammen, denn auch in Doha stand im Vorjahr die Zeit vom 25. bis 30. Dezember im Kalender, gespielt wurde ab dem 26. Dezember. Der Spielort in Istanbul, das Reglement und die Anmeldung sollen demnächst veröffentlicht werden. Zum Preisgeld ist noch nichts bekannt; in Doha lag es bei insgesamt mehr als einer Million Euro.

Auch zu den Bedenkzeiten gibt es noch keine Angaben. Im Vorjahr spielte der Open-Wettbewerb im Schnellschach 13 Runden nach Schweizer System. Im Blitz folgten 19 Runden bei den Männern und 15 bei den Frauen, danach spielten die vier Besten in Halbfinale und Finale mit je vier Partien um den Titel. Ob Istanbul dieses Format übernimmt, steht noch nicht fest.

Wer verteidigt, was in Doha geschah

Carlsen, die Nummer eins der Weltrangliste, gewann in Doha beide offenen Titel. Im Schnellschach holte er mit 10,5 aus 13 seinen sechsten Titel, einen Punkt vor der Konkurrenz. Im Blitz schlug er im Finale Nodirbek Abdusattorov mit 2,5:1,5 und feierte seinen neunten Blitztitel. Dabei war er im Blitz zuvor in der Vorrunde über eine Szene gestolpert: Gegen Haik Martirosyan warf er bei knapper Zeit fast alle Figuren vom Brett und drückte beim Wiederaufstellen die Uhr, bevor alles stand. Die Schiedsrichter werteten das als Verlust, Carlsen akzeptierte die Entscheidung und gewann danach vier Partien in Folge.

Der große Vorteil, den ich habe: Ich spiele hier um den ersten Platz, während die meisten anderen an einen guten Preis und vielleicht eine Medaille denken.Magnus Carlsen, nach seinem Schnellschach-Sieg in Doha · übersetzt nach FIDE

Bei den Frauen gewann Aleksandra Goryachkina erstmals den Schnellschachtitel. Sie lag am Ende mit Zhu Jiner und der Titelverteidigerin Humpy Koneru gleichauf an der Spitze und setzte sich im Stechen mit zwei Blitzpartien gegen Zhu durch. Koneru, die 2024 in New York Gold geholt hatte, wurde Dritte. Den Blitztitel sicherte sich Bibisara Assaubayeva zum dritten Mal nach 2021 und 2022, im Finale schlug sie Anna Muzychuk mit 2,5:1,5. Damit löste sie auch das Ticket für das Kandidatenturnier 2026.

Die Türkei als Gastgeberin

Die Türkei ist als Ausrichter großer Schachereignisse nicht neu. Istanbul war 2012 Schauplatz der 40. Schacholympiade, und im Dezember 2025 fanden in Antalya die Jugendweltmeisterschaften im Schnellschach und Blitz statt. Der Verband verweist auf Schulprogramme in Zusammenarbeit mit dem türkischen Schachverband und auf eine starke junge Generation. Als Beispiele nennt er Yağız Kaan Erdoğmuş und Ediz Gürel, die nun vor heimischem Publikum gegen die Weltspitze antreten könnten.

Turlov dankte dem türkischen Verband für Einsatz und Zusammenarbeit und sprach von einem Jahresende in einer der dynamischsten und gastfreundlichsten Städte der Welt. Dass Istanbul als Drehkreuz zwischen Europa, Asien, Afrika und Amerika gut zu erreichen ist, führt die FIDE als weiteres Argument an.

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