Fujairah richtet das Finale der Löser aus
Zwei Jahre lang haben die besten Schachlöser der Welt Punkte gesammelt, jetzt fällt in den Vereinigten Arabischen Emiraten die Entscheidung. Im Finale geht es um den ersten Titel im Grand Prix, und die Löser stimmen zum ersten Mal selbst über die besten Aufgaben ab.
Zwei Spieler stehen nach vier Wettbewerben punktgleich an der Spitze: Piotr Murdzia aus Polen und Danila Pavlov, der für die FIDE startet, haben je 87 Punkte. Dahinter folgen mit je 72 Punkten Murdzias Landsmann Kacper Piorun und der Deutsche Arno Zude. Wer von ihnen der erste Gewinner des WFCC Fujairah Grand Prix wird, entscheidet sich vom 27. bis 30. November 2026 in Fujairah in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Weltvereinigung für Schachkomposition, die WFCC, hat das Finale angekündigt.
Gespielt wird im neuen Gebäude des Fujairah Chess & Culture Club, dem Sitz der WFCC-Geschäftsstelle. Die Reihe geht auf eine Initiative von Scheich Mohammed bin Hamad Al Sharqi zurück, dem Kronprinzen von Fujairah, der auch die Schirmherrschaft trägt. Umgesetzt haben sie der erste WFCC-Vizepräsident Abdulla Ali Aal Barket und WFCC-Sekretär Mohammad Alhallak. Die Ausgabe 2025/26 ist der erste Zyklus eines Wettbewerbs, der künftig regelmäßig stattfinden soll.
Vier Stationen als Qualifikation
Die Qualifikation lief über vier Meisterschaften: die Europameisterschaften im Lösen in Athen (April 2025) und Skopje (Mai 2026) sowie die Weltmeisterschaften in Alba Iulia (Juli 2025) und Magdeburg (August 2026). Für jeden Löser zählten die beiden besten Ergebnisse. In Magdeburg wurde Pavlov Weltmeister, Murdzia Zweiter und Zude Dritter. Insgesamt hat der Grand Prix ein Preisgeld von 74.000 Euro, das Finale allein macht davon 30.000 Euro aus.
Sechs Runden, achtzehn Originale
Nach mehreren Absagen steht das Teilnehmerfeld weitgehend fest. Aus den ersten zwölf der Gesamtwertung kommen elf Löser: neben den vier Genannten Ural Khasanov, Eddy Van Beers aus Belgien, Mihnea Costachi aus Rumänien, Bilguun Sumiya aus der Mongolei, Maksim Kharitonov, Nikos Sidiropoulos aus Griechenland und Kevinas Kuznecovas aus Litauen. Kuznecovas rückt für seinen Landsmann Martynas Limontas aus der Reserveliste nach. Dazu kommen die besten Löser aus anderen Ländern, Ilija Serafimović aus Serbien, Oleksiy Solovchuk aus der Ukraine und Joost Michielsen aus den Niederlanden, sowie zwei Einladungen der Veranstalter: Anirudh Daga, der beste indische Nachwuchslöser, und Renars Muzis aus Lettland, Sieger der Youth Chess Composing Challenge 2026. Offen sind noch die Plätze für Löser des Gastgeberklubs und für die Nominierten der FIDE.
Das Finale besteht aus sechs Runden an zwei Tagen, wie bei den Europa- und Weltmeisterschaften im Lösen. Am 28. November stehen Zweizüger, Dreizüger und Endspielstudien auf dem Programm, am 29. November Hilfsmatts, Mehrzüger und Selbstmatts. Jede Runde hat drei Aufgaben, zusammen sind es 18 unveröffentlichte Originale von 18 verschiedenen Komponisten. Eine vollständige Lösung bringt fünf Punkte. Das Turnier wird mit Koeffizient 3 gewertet, Lösernormen sind möglich, in den World Solving Cup fließt es als Einladungsturnier nicht ein.
Löser belohnen Komponisten
Neu ist die Abstimmung. Die Finalisten bewerten die drei Aufgaben jeder Runde nach Klarheit, Schönheit, Überraschung und Schwierigkeit, gezählt werden die Wertungen der zehn besten Löser. Die beste Aufgabe jeder Runde erhält ein Preisgeld, insgesamt sind 3.000 Euro für die Komponisten vorgesehen, dabei werden Komponisten aus Ländern bevorzugt, die im Finale nicht vertreten sind. Die ausgewählten Werke und ihre Autoren werden am 29. November bekanntgegeben. Die Aufgaben stammen aus einem begleitenden Kompositionsturnier, Einsendeschluss ist der 1. November 2026.
Der Sieger erhält 3.800 Euro, der Zweite 2.900 und der Dritte 2.400 Euro, jeder Finalist mindestens 750 Euro. Von den 30.000 Euro gehen 27.000 an die Löser. Zum Vergleich: Bei den einzelnen Weltmeisterschaften des Zyklus wurden je 12.000 Euro an die Löser verteilt. Am Abend des 28. November stellen die fünf jugendlichen Finalisten, Muzis, Khasanov, Serafimović, Kuznecovas und Daga, eigene Aufgaben vor, die die älteren Teilnehmer lösen. Danach werden die Rollen getauscht, und erfahrene Finalisten wie Murdzia und Michielsen stellen den Jüngeren Aufgaben. Die Schlussfeier beginnt am 29. November um 19.00 Uhr, die Abreise ist für den 30. November vorgesehen.
