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Schach als Schulfach

Kasachstan wollte Schach bis 2027 an 1.400 Schulen bringen und hat das Ziel längst übertroffen. Über 1.500 Schulen und mehr als 60.000 Kinder sind dabei. Im November kommen in Almaty Fachleute aus aller Welt zur vierten Konferenz „Schach in der Bildung“ zusammen.

2. November 20262 Minuten LesezeitMatt am Montag

Das Schulprogramm ist schneller gewachsen als geplant. Als Kasachstan sein Schachprogramm startete, lag das Ziel bei 1.400 Schulen bis 2027. Heute sind es mehr als 1.500, und das Ziel ist damit Jahre vor dem Stichtag erreicht.

Ursprünglich lag das Ziel bei 1.400 Schulen bis 2027. Das Programm hat seine Ziele aber bereits übertroffen.Timur Turlov, Präsident des kasachischen Schachverbands · übersetzt nach DKNews

Vom Plan zum Unterricht

Den Anstoß gab die Staatsspitze. Im September 2022 kündigte Präsident Kassym-Jomart Tokajew bei einem Treffen mit dem damaligen FIDE-Präsidenten Arkady Dvorkovich an, Schach landesweit in die Schulen zu bringen. Er nannte damals über 7.000 Schachclubs und -klassen im Land und wollte diese Zahl mindestens verdoppeln. 2023 verabschiedete die Regierung dann den Gesamtplan zur Entwicklung des Schachs in der Republik Kasachstan für die Jahre 2023 bis 2027.

Schach wird inzwischen in den Klassen eins bis vier unterrichtet, in 20 Regionen des Landes. Mehr als 3.500 Lehrkräfte haben Fortbildungen durchlaufen. Wie viel Geld der Staat und wie viel der Schachverband beisteuert, ist in den vorliegenden Berichten nicht beziffert. Belegt ist nur, dass der Verband das Labor an der Hochschule ausgestattet hat, während die Universität den akademischen Rahmen stellt.

Wer unterrichtet, muss es lernen

Ohne ausgebildete Lehrkräfte geht es nicht, und so setzt Kasachstan auch bei der Hochschule an. Am 19. Februar eröffnete die Kasachische Nationale Frauen-Pädagogische Universität in Almaty das KazChessLab, ein Schachclub, Methodikzentrum und Ausbildungsort in einem. Zugleich erhielten die ersten 25 Absolventen des Studienprogramms „Chess Educator“ ihre Zeugnisse. Das Programm läuft mittlerweile an sieben pädagogischen Universitäten mit mehr als 200 Studenten.

Turlov betont, dass es dabei nicht um Profis geht. Man investiere in Schach, weil man fähigere junge Menschen sehen wolle, nicht weil man mehr Berufsspieler brauche. Auf einer Konferenz in Ulaanbaatar nannte Dvorkovich Kasachstan im Juni eines der stärksten Beispiele dafür, Schach in die Bildung einzubinden. Die FIDE hat 2026 zum Jahr des Schachs in der Bildung erklärt.

Konferenz in Almaty

Die vierte internationale wissenschaftlich-praktische Konferenz „Schach in der Bildung“ findet am 12. und 13. November an der Narxoz-Universität in Almaty statt, Beginn ist jeweils um 10 Uhr Ortszeit. Turlov, der inzwischen auch FIDE-Präsident ist, nimmt teil. Als Referenten sind Anzel Laubscher aus Südafrika von der FIDE-Kommission für Schach im Bildungswesen, Jonathon Quest von der Webster University, Ali Abbas, Präsident des syrischen Schachverbands, und Ramon Chalmeta Ugas, Präsident des katalanischen Schachverbands, angekündigt.

Auf dem Programm stehen Podiumsdiskussionen, Vorstellungen von Bildungsprogrammen und Workshops. Es geht um die Ausbildung Tausender weiterer Lehrkräfte, um die Aufnahme des Schachs in die Lehrpläne, um Mädchen und Frauen im Schach und um digitale Hilfsmittel im Unterricht. Vertreter des Bildungsministeriums ziehen eine Zwischenbilanz der bisherigen Einführung.

Auch am Brett zahlt sich die Förderung aus. Bei den Jugendweltmeisterschaften im Oktober gewann Kasachstan sieben Goldmedaillen, und in Almaty läuft derzeit das KazChess Masters.

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