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Almaty: Lazavik und Dubov vorn

Nach sieben von neun Runden des KazChess Masters in Almaty teilen sich Denis Lazavik und Daniil Dubov die Spitze mit je 5 Punkten, beide sind noch ungeschlagen. Der 14-jährige Mark Smirnov besiegte Edgar Mamedov in einer Zeitnotpartie, Aram Hakobyan gewann gegen Mahammad Muradli.

1. November 20264 Minuten LesezeitMatt am Montag

Edgar Mamedov hatte in der siebten Runde Weiß gegen den 14-jährigen Mark Smirnov, den mit Elo 2451 niedrigstgewerteten Spieler des Feldes. Aus dem Damenindisch wurde eine lange Partie, in der Mamedov früh viel Bedenkzeit verbrauchte. Nach gut 20 Zügen standen knapp acht Minuten auf seiner Uhr, bei Smirnov mehr als 22. Die Rechnung kam im 30. Zug: Mamedov hatte noch 37 Sekunden, Smirnov mehr als sieben Minuten. Weiß spielte 30.Sg1, richtig war 30.Sg5. Schwarz schob den b-Bauern nach vorn, und nach 31.De2 lief er ungebremst bis auf die zweite Reihe.

Mamedov – Smirnov, Runde 7Weiß am Zug: 30.Sg1? Mit 30.Sg5 blieb die Stellung bei 0,0 ausgeglichen. Nach 30.Sg1 steht Schwarz mit −2,1 auf Gewinn

Den Gewinn hatte Smirnov damit in der Hand, gab ihn aber im 35. Zug wieder her. Mit 35...De4+ hätte Schwarz den Gewinn gehalten, gespielt wurde 35...Tc8, und nach dem Abtausch auf b2 war der gefährliche Freibauer verschwunden: 36.Txb2 Lxb2 37.Dxb2. Die Partie stand wieder im Gleichgewicht.

Mamedov – Smirnov, Runde 7Schwarz am Zug: 35...Tc8? Mit 35...De4+ blieb Schwarz bei −6,2 auf Gewinn. Nach 35...Tc8 ist die Stellung bei 0,0 ausgeglichen

Dass sie trotzdem an Smirnov ging, lag an Mamedov. Er hielt nach der Zeitkontrolle lange mit, doch im 50. Zug folgte 50.h6, wo 50.Dc4 nötig gewesen wäre. Smirnov antwortete mit 50...De2, nach dem Damentausch war der schwarze d-Bauer nicht mehr zu halten, und wenige Züge später stand auf d1 eine neue Dame. Für Smirnov, der mit einer Niederlage gegen Daniil Dubov ins Turnier gestartet war, ist es der dritte Sieg. Mit 4 Punkten aus 7 Partien liegt er bei einer Turnierleistung von 2626, klar über seiner Wertung. Der zweifache Jugendweltmeister (U12 im Jahr 2024, U14 im Jahr 2025) hat sich damit auf Platz fünf geschoben. Für Mamedov war es die zweite Niederlage in Folge, nachdem er bis zur sechsten Runde ungeschlagen geblieben war.

Mamedov – Smirnov, Runde 7Weiß am Zug: 50.h6? Mit 50.Dc4 blieb die Stellung bei 0,0 ausgeglichen. Nach 50.h6 steht Schwarz mit −5,9 auf Gewinn

Ein Bauer auf e4 wird teuer

Denis Lazavik, 19 Jahre alt und Belarusse, holte mit Schwarz gegen Alua Nurman seinen dritten Sieg. Nurman, mit einem halben Punkt Letzte der Tabelle, spielte im Taimanov-System der Sizilianischen Verteidigung auf Angriff, schob den f-Bauern bis f5 und brachte die Dame nach g3 und h4. Dabei verbrauchte sie viel Zeit: Nach 22 Zügen hatte sie gut sieben Minuten, Lazavik mehr als 19. Dann kippte die Partie. Nach dem Abtausch auf g8 hielt 27.Txg8+ das Gleichgewicht, Nurman schlug aber 27.Sxe4. Es folgten ein Damentausch, ein Turmtausch auf b3 und der Vorstoß 32...d5, der den Springer zurücktrieb und den schwarzen Mittelbauern freie Bahn gab.

Nurman – Lazavik, Runde 7Weiß am Zug: 27.Sxe4? Mit 27.Txg8+ blieb die Stellung bei 0,0 ausgeglichen. Nach 27.Sxe4 steht Schwarz mit −3,9 auf Gewinn

Nach 37 Zügen endete die Partie mit dem Sieg von Schwarz. Lazavik hat nach drei Siegen und vier Remis 5 Punkte und ist wie Dubov noch ohne Niederlage.

Dubov lässt den Gewinn liegen

Dubov hatte als Zweitbestgesetzter (Elo 2654) gegen Sauat Nurgaliyev einen weiteren Sieg im Blick, kam aber nicht über ein Remis hinaus. Aus dem Sizilianer mit Maróczy-Aufbau wurde nach einem frühen Damentausch ein ausgeglichenes Endspiel mit Türmen und Leichtfiguren. Im 48. Zug griff Nurgaliyev mit 48.Ld7 daneben, nötig war 48.Td7. Dubov schob darauf den e-Bauern bis nach e3 vor und stand zwischen dem 48. und dem 54. Zug auf Gewinn.

Nurgaliyev – Dubov, Runde 7Weiß am Zug: 48.Ld7? Mit 48.Td7 blieb Schwarz bei −0,5 nur leicht besser. Nach 48.Ld7 steht Schwarz mit −4,0 auf Gewinn

Den Gewinn ließ er im 54. Zug jedoch liegen: Dubov spielte 54...Tf2, nach 55.Tb2 Txb2 56.Kxb2 waren die Türme abgetauscht, und es blieben Springer gegen Läufer. Mit 54...Sf4 hätte er weiter auf Gewinn gestanden. Nach 62 Zügen endete die Partie remis.

Nurgaliyev – Dubov, Runde 7Schwarz am Zug: 54...Tf2? Mit 54...Sf4 blieb Schwarz bei −5,6 auf Gewinn. Nach 54...Tf2 ist die Stellung bei 0,0 ausgeglichen

Hakobyan nutzt Muradlis Fehler im zweiten Anlauf

Aram Hakobyan (Elo 2638) schlug im Damengambit Mahammad Muradli (2662), den höchstgewerteten Spieler des Feldes. Muradli hatte mit zwei Niederlagen und zwei Remis begonnen, mit zwei Siegen in Folge den Anschluss gesucht und steht nun nach der dritten Niederlage bei 3 Punkten. Hakobyan, nach Niederlagen in den Runden zwei und drei lange im Hintertreffen, hatte zunächst nur einen kleinen Vorteil. Die Wende kam im 33. Zug: Muradli zog 33...f5, richtig war 33...Tf1+. Hakobyan hätte mit 34.exf5+ weiter auf Gewinn gestanden, spielte aber 34.Tb7 und gab den Vorteil sofort wieder aus der Hand. Danach griff Muradli mit 35...Kf7 selbst daneben, besser war 35...Ke7, und Weiß stand wieder auf Gewinn. Diesmal gab Hakobyan ihn nicht mehr her.

Hakobyan – Muradli, Runde 7Schwarz am Zug: 33...f5? Mit 33...Tf1+ blieb es bei +0,3 ausgeglichen. Nach 33...f5 steht Weiß mit +4,4 auf Gewinn, nach 34.Tb7? bei 0,0, nach 35...Kf7? mit +3,4 wieder auf Gewinn

Makhnev und Vokhidov trennten sich im Katalanischen nach 30 Zügen remis. Vokhidov hat damit 4½ Punkte, Makhnev 4.

Zwei Runden vor Schluss

Drei der fünf Partien der siebten Runde endeten entschieden. In der Tabelle führen Lazavik und Dubov mit je 5 Punkten, beide sind ungeschlagen, und nach der Feinwertung liegt Lazavik vorn. Shamsiddin Vokhidov folgt mit 4½, Makhnev und Smirnov haben 4, Mamedov und Hakobyan 3½, Muradli 3, Nurgaliyev 2 und Nurman ½ Punkte.

Hakobyan, der Sieger dieser Runde, muss gegen beide Spitzenreiter ran, in der achten Runde mit Schwarz gegen Dubov und in der Schlussrunde mit Weiß gegen Lazavik. Lazavik spielt zuvor mit Weiß gegen Nurgaliyev, Dubov hat in der Schlussrunde Schwarz gegen Muradli. Vokhidov, einen halben Punkt hinter den Führenden, trifft auf Nurman und Nurgaliyev, die beiden Letzten der Tabelle. Zwei Siege brächten ihn auf 6½ Punkte. Außerdem spielen in der achten Runde Smirnov gegen Muradli und Mamedov gegen Makhnev, in der Schlussrunde Makhnev gegen Smirnov und Nurman gegen Mamedov.

Die achte Runde begann am Montag, 2. November, um 11 Uhr deutscher Zeit (15 Uhr Ortszeit in Almaty), die Schlussrunde folgt am Dienstag, 3. November, um 7 Uhr deutscher Zeit (11 Uhr Ortszeit). Die Partien werden live bei Lichess übertragen.

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