Schachcoach
Schachnews
Farbe
Brett
Kontakt
Schachnews › International › Turnier

Almaty: Lazavik gewinnt ungeschlagen

Denis Lazavik hat das KazChess Masters in Almaty mit 6½ aus 9 gewonnen, ohne eine Partie zu verlieren. Mit einem Remis gegen Aram Hakobyan rettete der 19-jährige Belarusse in der Schlussrunde seinen halben Punkt Vorsprung auf Daniil Dubov. Der 14-jährige Kasache Mark Smirnov teilte Platz drei mit Shamsiddin Vokhidov und holte seine erste Großmeisternorm.

3. November 20264 Minuten LesezeitMatt am Mittwoch

Im 19. Zug der achten Runde kippte die Partie zwischen Denis Lazavik und Sauat Nurgaliyev. Lazavik hatte Weiß und einen Sizilianer mit Fianchetto-Aufbau auf dem Brett, Schwarz hielt bis dahin gut mit. Dann spielte Nurgaliyev 19...Dc7, wo 19...Kh7 die Stellung gehalten hätte. Nach 20.Lh3 Kh7 21.Lxe7 Txe7 22.exf5 stand Weiß auf Gewinn.

Lazavik – Nurgaliyev, Runde 8Schwarz am Zug: 19...Dc7? Mit 19...Kh7 blieb Schwarz im Spiel, nach der Dame auf c7 kam Weiß mit 20.Lh3 auf Gewinn

Lazavik brachte den Vorteil nach 39 Zügen ins Ziel und zog damit an Daniil Dubov vorbei, der in derselben Runde mit Weiß gegen Aram Hakobyan remisierte. Shamsiddin Vokhidov gewann gegen Alua Nurman. Vor der Schlussrunde führte Lazavik mit 6 Punkten, Dubov und Vokhidov folgten mit je 5½.

Der halbe Punkt aus Runde sieben

Dass es so eng wurde, lag an Dubov. Der 30-jährige Moskauer war mit einem halben Punkt Vorsprung in die letzten drei Runden gegangen. In Runde sieben stand er gegen Nurgaliyev in einem Endspiel klar auf Gewinn, kam aber nicht über ein Remis hinaus, während Lazavik am selben Tag Nurman schlug und gleichzog. Mit einem Sieg statt des Remis hätte Dubov bei sonst gleichen Ergebnissen 6½ Punkte gehabt, so viele wie Lazavik am Ende.

Drei Anwärter, alle mit Schwarz

In der Schlussrunde mussten alle drei Verfolger mit Schwarz antreten. Dubov hatte auf dem Papier die schwerste Aufgabe, er traf auf den topgesetzten Mahammad Muradli. Der hatte allerdings ein schwaches Turnier gespielt und nur 3½ Punkte. Nach 31 Zügen endete ein Turmendspiel mit je drei Bauern auf dem Königsflügel remis, Dubov blieb bei 6 Punkten.

Vokhidov, der mit Usbekistan gerade zum zweiten Mal Olympiasieger geworden war, verlor gegen Nurgaliyev. Der 16-jährige Kasache hatte bis dahin vier Remis und vier Niederlagen gesammelt und ging ohne Sieg in die Runde. Im Sizilianer schlug Vokhidov mit 16...exf4 einen Bauern, wo 16...Sxf4 besser gewesen wäre. Nach 17.Lb6 Dg5 18.Lf3 stand Weiß auf Gewinn, und Nurgaliyev verwertete ihn trotz der taktischen Verwicklungen sicher.

Nurgaliyev – Vokhidov, Runde 9Schwarz am Zug: 16...exf4? Mit 16...Sxf4 blieb Schwarz im Spiel, nach dem Bauerngewinn kam Weiß mit 17.Lb6 zu klarem Vorteil

Lazavik reichte ein Remis, und er musste dafür am längsten arbeiten. Hakobyan drückte lange in einem Endspiel mit Springer und Läufer auf beiden Seiten und zielte auf den vereinzelten schwarzen Bauern. Nach 58 Zügen einigten sich beide auf Remis. Lazavik, 19 Jahre alt und aus Minsk, beendete das Turnier mit vier Siegen und fünf Remisen, einen halben Punkt vor Dubov, der wiederum einen halben Punkt vor Vokhidov und Smirnov lag. Für ihn ist es nach dem Abu Dhabi Masters 2025 der nächste klassische Turniersieg. In diesem Jahr stand er außerdem im Finale des Esports World Cup, nach einem Sieg über Hikaru Nakamura, und unterlag dort Magnus Carlsen.

Smirnov holt die Norm gegen Makhnev

Mark Smirnov war mit 14 Jahren der jüngste Spieler im Feld und mit Elo 2451 der am niedrigsten gewertete. Er startete mit einer klaren Niederlage gegen Dubov und verlor danach nur noch in Runde fünf gegen Vokhidov. Dazwischen schlug er Nurman, Nurgaliyev und in Runde sieben Edgar Mamedov, gegen Lazavik, Hakobyan und Muradli remisierte er. In der Schlussrunde hatte er Schwarz gegen Denis Makhnev. Im Sommer hatte Makhnev ihn beim ersten KazChess Masters des Jahres in 27 Zügen besiegt, diesmal spielte Smirnov Damenindisch, und Makhnev geriet in Zeitnot: Nach 27 Zügen hatte er gut elf Minuten, Smirnov knapp zwanzig. Schwarz stand schon klar besser, als Makhnev 28.Db2 spielte, 28.Txd8+ hätte den Schaden begrenzt. Es folgte 28...Txd4 29.cxd4 Tc2 30.e5 Dxf4, danach war nichts mehr zu retten.

Makhnev – Smirnov, Runde 9Weiß am Zug: 28.Db2?? Mit 28.Txd8+ blieb der Schaden begrenzt, nach der Dame auf b2 ging die Partie schnell verloren

Smirnov kam damit auf 5½ Punkte und eine Turnierleistung von 2666 und erfüllte seine erste Großmeisternorm. Im Sommer hatte er beim ersten KazChess Masters dieses Jahres 4 aus 9 geholt. Der in Almaty geborene Smirnov ist U12-Weltmeister von 2024 und trug 2025 den U14-Titel.

Fünf Gäste, fünf Kasachen

Das KazChess Masters lief vom 26. Oktober bis 3. November als Rundenturnier mit zehn Spielern und neun Runden, mit 90 Minuten für 40 Züge, danach 30 Minuten und 30 Sekunden pro Zug ab dem ersten. Fünf Großmeister kamen von außerhalb Kasachstans: Muradli aus Aserbaidschan, Dubov, Vokhidov aus Usbekistan, Hakobyan aus Armenien und Lazavik aus Belarus. Ihnen standen die Großmeister Makhnev und Mamedov sowie die Internationalen Meister Nurgaliyev, Nurman und Smirnov gegenüber, alle aus Kasachstan.

Die erste Ausgabe des Jahres hatte vom 30. Juni bis 8. Juli mit anderem Feld stattgefunden. Der Serbe Alexey Sarana gewann sie nach Wertung vor Alexander Donchenko, beide mit 6 aus 9. Makhnev, Nurman und Smirnov spielten damals auch mit.

Der 16-jährige Mamedov und der zehn Jahre ältere Makhnev hatten sich im November anfangs gemeinsam an die Tabellenspitze gespielt, am Ende teilten sie mit Hakobyan Platz fünf, alle mit 4½ Punkten. Muradli, nach Elo die Nummer eins des Feldes, wurde mit 4 Punkten Achter, Nurgaliyev mit 3 Neunter. Nurman, die einzige Frau im Turnier, holte in neun Partien zwei Remis und wurde mit einem Punkt Letzte.

Selbst besser werden?

Bock auf Training?

Das erste Gespräch ist immer kostenlos.

Erstgespräch anfragen →

Über die Schachnews

Die Schachnews entstehen mit Unterstützung einer KI aus den verlinkten Quellen. Sie erscheinen jeden Mittag automatisch, geprüft wird jede Ausgabe vorher von einem Programm. Einen Fehler gefunden? Schreib an kontakt@schachcoach.com.