Total Chess: Übertragungsteam steht
Vom 10. bis 20. November spielen in Budapest 24 Spitzenspieler, darunter Magnus Carlsen und Vincent Keymer, ein Turnier aus Blitz, Schnellschach und Fast Classic. Jetzt haben die Veranstalter gesagt, wer die Partien kommentiert und wer die neue Highlight-Show moderiert.
Ein Weltmeistertitel wird in Budapest nicht vergeben, obwohl das Turnier so heißt. Beim Pilotturnier der Total Chess World Championship Tour, das am Dienstag, 10. November, beginnt, geht es um einen Testlauf: Ein neues Format, drei Bedenkzeiten und 24 Spieler, an der Spitze Magnus Carlsen. Am Dienstag, 3. November, hat die FIDE auf ihrer Seite die Pressemitteilung der Veranstalter veröffentlicht, in der das Übertragungsteam vorgestellt wird.
Vier Kommentatoren und ein Mann für die Höhepunkte
Die Hauptübertragung übernehmen Anna Rudolf, Fiona Steil-Antoni, David Howell und Jovanka Houska. Rudolf ist zusätzlich im Anantara New York Palace Budapest Hotel vor Ort und soll von dort Blicke hinter die Kulissen und Beiträge über die Spieler liefern.
Dazu kommt eine neue Sendung, die Total Chess Highlight Show. Präsentiert wird sie von Levy Rozman, dem Internationalen Meister, der als GothamChess bekannt ist. Es gibt Interviews mit den Spielern, Gäste und Analysen der entscheidenden Momente. Rozman sagt dazu:
Es wird unterhaltsam, unvorhersehbar und ein großer Spaß.Levy Rozman, Moderator · übersetzt nach ChessBase
Kjell Madland, Geschäftsführer von Norway Chess und Gründer von Total Chess, sieht Budapest als Meilenstein auf dem Weg zur ersten richtigen Saison. Sie soll im März 2027 beginnen. Der Spielplan der Pilotveranstaltung, die Plattformen der Übertragung und das Preisgeld sollen nach Angaben der Veranstalter in den kommenden Wochen bekannt werden.
Drei Bedenkzeiten, ein Punktesystem
Total Chess ist eine Idee von Norway Chess und von der FIDE genehmigt. Gesucht wird der vielseitigste Spieler, dazu werden Fast Classic, Schnellschach und Blitz in einer Wertung zusammengeführt. Fast Classic heißt: klassisches Schach mit 45 Minuten Bedenkzeit und 30 Sekunden Zuschlag pro Zug.
Am Anfang steht am 10. November ein Blitzturnier über neun Runden nach Schweizer System mit 3 Minuten und 2 Sekunden Zuschlag. Es legt nur fest, wer bei Punktgleichheit vorn liegt. Danach werden die 24 Spieler auf vier Gruppen zu je sechs verteilt. Jede Gruppe spielt fünf Tage lang ein doppeltes Rundenturnier, jeder bestreitet also zehn Partien in Fast Classic, im Schnitt zwei am Tag. Ein Sieg bringt drei Punkte, ein Remis einen.
Danach kommen alle in die K.-o.-Phase, und die Platzierung in der Gruppe entscheidet, um welche Plätze es geht: Die vier Gruppensieger spielen die Plätze eins bis vier aus, die Zweiten die Plätze fünf bis acht, und so weiter. Jeder Wettkampf geht über zwei Tage mit vier Blitzpartien, zwei Schnellschachpartien (15 Minuten plus 10 Sekunden) und einer Partie Fast Classic. Gewertet wird gewichtet: Ein Blitzsieg zählt einen Punkt, ein Sieg im Schnellschach vier und einer in Fast Classic acht. Eine gewonnene Fast-Classic-Partie wiegt damit so viel wie acht gewonnene Blitzpartien. Bleibt ein Wettkampf unentschieden, entscheidet eine Armageddon-Partie.
Der Titel FIDE World Combined Champion wird erst 2027 vergeben, wenn die Tour mit vier Turnieren in großen Städten startet. Dort spielen die vier besten der Tour im Großen Finale mit Halbfinals und Titelkampf. Der Preisfonds soll pro Jahr mindestens 2,7 Millionen Dollar betragen, mindestens 750.000 Dollar für jedes der ersten drei Turniere und mindestens 450.000 Dollar für das Finale. Wie hoch das Preisgeld in Budapest ist, steht noch nicht fest.
Das Feld: 24 Namen, ein Deutscher
Neben Carlsen, der Nummer 1 der Weltrangliste, spielen Fabiano Caruana (Nummer 3), Wesley So (5) und Vincent Keymer (6). Keymer ist der einzige Deutsche im Feld. Dazu kommen unter anderem Nodirbek Abdusattorov, Praggnanandhaa, Arjun Erigaisi, Anish Giri, Alireza Firouzja und Ian Nepomniachtchi. Sechs der 24 vertreten die USA, zwei sind Frauen: Bibisara Assaubayeva und Vaishali Rameshbabu. 18 Spieler haben eine Elo-Zahl über 2700.
Zuerst waren im Januar 16 Plätze vergeben worden. Zwei der damals Eingeladenen fehlen jetzt. Hikaru Nakamura hat das Turnier öffentlich als „total fluff“ bezeichnet, und der Weltmeister Gukesh Dommaraju spielt am 24. November in Genf den Titelkampf gegen Javokhir Sindarov, vier Tage nach dem Ende in Budapest. Die letzten sechs Teilnehmer standen seit dem 23. September fest, darunter Levon Aronian, Liem Le, Shakhriyar Mamedyarov und der erst 17-jährige Abhimanyu Mishra. Das Ende war zunächst für den 21. November angesetzt und liegt inzwischen am 20. November.
