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Dominik Müller und Birgit Dietsche sind DBSB-Meister

Der Favorit führt ab der dritten Runde und gibt die Spitze nicht mehr her, bei den Frauen fällt die Entscheidung erst in der Feinwertung. Die 43. Einzelmeisterschaft des Deutschen Blinden- und Sehbehinderten-Schachbundes in Herrenberg-Gültstein hatte zwei sehr verschiedene Titelrennen. Der Verband feiert in diesem Jahr sein 75-jähriges Bestehen.

29. September 20262 Minuten LesezeitAusgabe 1

In der letzten Runde haben beide verloren, und eine von ihnen wurde trotzdem Meisterin. Birgit Dietsche und Melanie Ahrens gingen punktgleich in die siebte Runde, beide hatten höher bewertete Gegner, beide gingen leer aus. Am Ende standen für jede 3 Punkte aus 7 Partien in der Tabelle, und die Buchholzwertung sprach mit 24,5 zu 20,0 für Dietsche. Es ist ihr sechster Titel. Ahrens war als amtierende Meisterin angereist. Dritte wurde Monika Traub mit 2 Punkten.

Ein Sieg, ein Remis, wieder gleichauf

Spannend war das Rennen der Frauen die ganze Woche über. In der dritten Runde holten Dietsche und Ahrens jeweils ein Remis gegen höher bewertete Gegner. In der vierten gewann Dietsche das direkte Duell, was nach einer Vorentscheidung aussah. Ahrens ließ sich davon nicht beeindrucken. Sie erkämpfte in der fünften Runde ein Remis gegen Oliver Hasenohr und zog in der sechsten mit einem Sieg gegen Irmgard Korf wieder gleich, weil Dietsche gegen Dietmar Hillesheim nur remis spielte.

Bei den Männern war die Sache früher klar. Dominik Müller, mit einer Wertungszahl von 2223 der Favorit, gewann die ersten drei Partien. In der dritten Runde schlug er Rekordmeister Dieter Riegler und führte von da an allein. Frank Schellmann und Thorsten Mueller nahmen ihm in den Runden vier und fünf je ein Remis ab, näher kamen sie nicht heran. Schellmann ließ in der fünften Runde selbst einen halben Punkt gegen seinen Hallenser Trainingskollegen Joachim Weigelt liegen und verpasste damit die Gelegenheit, mit dem Spitzenreiter gleichzuziehen. In den beiden letzten Runden gewannen alle drei. Müller kam auf 6 Punkte, Mueller und Schellmann auf je 5,5. Für Müller ist es nach 2019 der zweite Titel.

Zum ersten Mal in Herrenberg-Gültstein

Gespielt wurde vom 5. bis 13. September mit 18 Spielerinnen und Spielern in einem gemeinsamen Turnier über sieben Runden, die Frauenmeisterschaft war darin integriert. Der Verband war zum ersten Mal im Tagungszentrum Herrenberg-Gültstein zu Gast. Das Haus ist barrierefrei, und dank der Leitstreifen klappte die Orientierung nach etwas Übung gut. Geleitet hat das Turnier der Internationale Schiedsrichter Jürgen Kehr. Einziger Teilnehmer aus dem Ausland war der Schweizer Oliver Hasenohr, der in der sechsten Runde Riegler besiegte. Seit 2023 ist die Meisterschaft international offen.

Den DBSB gibt es seit 1951, und seine Einzelmeisterschaft ist genauso alt. Seit 2021 wird sie jedes Jahr ausgetragen, die Meisterschaft der Frauen gibt es seit 1968. Zum 75-jährigen Bestehen spendierte der Vorstand Preise für drei Ratinggruppen. Dazu kamen zwei Traditionen abseits der Bretter. Am Abend nach der sechsten Runde wurden Spenden aus dem Fundus der Spieler versteigert, den Erlös bekam das Team des Tagungszentrums als Dankeschön. Und wer sich in einer Runde in irgendeiner Form hervorgetan hatte, erhielt einen Gutschein für die Bar. Welche Leistungen dafür reichten, ist leider nicht überliefert.

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