Hochschulschach: erst nach China, dann auf Rekordjagd in Berlin
385 Teilnehmer, das ist die Zahl, die es zu schlagen gilt. Die Deutsche Hochschulmeisterschaft am 7. und 8. November in Berlin soll das größte Hochschulturnier der Welt werden, Platz ist für 400. Vorher schickt der Schachbund eine Auswahl mit Großmeister Luis Engel zu den Weltspielen der Denksportarten nach China.
In der Mensa Nord der Humboldt-Universität zu Berlin wird normalerweise gegessen. Am 7. und 8. November sollen dort bis zu 400 Studierende und Professoren Schach spielen, und wenn es nach Christoph Barth geht, wird das ein Weltrekord. Der Beauftragte des DSB für Hochschulschach hat den Slogan „Keine Nummer zu groß!“ ausgegeben. Die Messlatte liegt in Nordamerika. Die Pan-American Intercollegiate Chess Championship kam im Januar 2025 auf 385 Teilnehmer, und das ist der Rekord für das größte Hochschulturnier der Welt.
Von 126 auf 316 in einem Jahr
Ganz aus der Luft gegriffen ist das Ziel nicht. Die Deutsche Hochschulmeisterschaft gibt es erst seit 2024 wieder. Damals kamen 126 Spielerinnen und Spieler, 2025 waren es schon 316. Für dieses Jahr wurde das Preisgeld auf 3.550 Euro erhöht. Neben der Unternehmensberatung d-fine ist die Sparkasse als Förderer dazugekommen, und auch der DSB gibt Geld, sagt Claire Henninger, die Disziplinchefin des adh. An allen Tischen stehen wieder DGT-Bretter.
Am 4. Oktober standen bereits mindestens 150 Namen auf der Startrangliste. Angeführt wird sie von IM Jakob Leon Pajeken von der Uni Hamburg mit Elo 2420, vor IM Marco Dobrikov und IM Florian Grafl. FM Lara Schulze steht auf Platz vier. Dass Barth ausdrücklich auch die Professoren anspricht, ist kein Scherz, auf Platz 14 der Liste steht einer von der BHT Berlin.
Los geht es schon am 6. November mit einem Simultan gegen einen deutschen Nationalspieler. Die Plätze waren schnell vergriffen. Wer da gegen die Studierenden antritt, verrät Barth noch nicht. Möglich macht den Abend die Emanuel-Lasker-Gesellschaft, die in diesem Jahr 25 Jahre alt wird. Wer keinen Platz mehr bekommen hat, dem bleibt ein Trost.
Es wird einen Tisch geben, an dem alle, die vorbeikommen, gemeinsam gegen unseren Großmeister antreten können – vielleicht erhöht das ja die Siegchancen.Christoph Barth, DSB-Beauftragter für Hochschulschach
Sechs Bretter für Liaocheng
Vorher wird es international. Vom 11. bis 16. Oktober spielt die deutsche Auswahl bei den FISU World University Games Mind Sports im chinesischen Liaocheng. Bei den Frauen treten FM Lara Schulze, WGM Jana Schneider und WFM Svenja Butenandt an, bei den Männern GM Luis Engel, IM Tobias Kölle und IM Nikolas Wachinger. Trainer ist GM Dmitrij Kollars, die Delegation leitet Barth selbst. Schulze hat danach wenig Pause, sie ist für Berlin ja schon gemeldet.
