Oktoberliste: Keymer Achter, Rasmus Svane klettert, Donchenko zahlt
Bronze in Samarkand, und was bleibt davon in der Weltrangliste? Bei den Männern ein gemischtes Bild mit drei Gewinnern, einem Spitzenbrett, das trotz nur einer Niederlage zwei Plätze abgibt, und einem Spieler, den das Turnier 15 Punkte gekostet hat. Bei den Frauen stehen fast nur Minuszeichen: 58 Elo-Punkte hat das Olympiateam zusammen abgegeben.
Vincent Keymer hat in Samarkand zehn Partien am ersten Brett gespielt und eine einzige davon verloren. Die Rangliste bedankt sich auf ihre Art: drei Elo-Punkte weniger und zwei Plätze tiefer. Mit 2761 steht er in der Oktoberliste auf Rang acht, vorher war er Sechster. Schuld sind weniger seine sieben Remis als zwei Kollegen, die an ihm vorbeigezogen sind. Nodirbek Abdusattorov gewann 18 Punkte und ist jetzt Fünfter, Praggnanandhaa legte zwei Punkte zu und steht mit 2763 knapp vor Keymer.
Drei Deutsche unter den besten 52 der Welt
Hinter Keymer geht es aufwärts. Matthias Blübaum gewinnt vier Punkte, steht bei 2666 und klettert von Platz 52 auf 46. Frederik Svane, in Samarkand mit Gold am dritten Brett ausgezeichnet, legt sieben Punkte zu und springt mit 2662 von Platz 60 auf 52. Die beiden trennen also noch vier Punkte. Woran das hing, ist schnell gesagt: Blübaums Sieg gegen Jorden van Foreest in der Schlussrunde hielt ihn als deutsche Nummer zwei vor Svane. Die drei sind die einzigen Deutschen unter den besten 100.
Wie es dahinter aussieht, zeigt die deutsche Rangliste. Der größte Gewinner der Mannschaft ist Rasmus Svane mit elf Punkten, er steht jetzt bei 2621 und ist Fünfter. Der größte Verlierer ist Alexander Donchenko. Ihn hat die Olympiade 15 Punkte gekostet, mit 2610 fällt er von Platz vier auf sechs. Dmitrij Kollars hat als Sekundant keine Partie gespielt, steht unverändert bei 2623 und rückt dadurch auf Platz vier vor. Die Plätze sieben bis neun gehören Fabian Döttling, Luis Engel und Arik Braun, alle ohne Veränderung. Und auf Platz zehn steht mit 2580 der Bundestrainer persönlich: Jan Gustafsson könnte sich im Notfall also selbst aufstellen.
Bei den Frauen stehen fast nur Minuszeichen
Die Liste der Frauen liest sich weniger angenehm. Elisabeth Pähtz hält ihre 2404 Punkte und bleibt beste Deutsche, in der Weltrangliste der Frauen geht es für sie trotzdem einen Platz zurück auf 43. Dinara Wagner verliert sieben Punkte und fällt mit 2392 von Platz 48 auf 58. Die beiden sind die einzigen Deutschen in den Top 100 der Frauen.
Härter hat es die hinteren Bretter des Olympiateams getroffen. Jana Schneider verliert 23 Punkte und rutscht in der deutschen Liste von Platz drei auf sechs, Lara Schulze verliert 24 und fällt von sieben auf neun. Bei Hanna Marie Klek sind es vier Punkte. Zusammen hat das Team damit 58 Elo-Punkte abgegeben. Neue deutsche Nummer drei ist Ketino Kachiani-Gersinska mit 2325 vor Zoya Schleining und Tatjana Melamed, die alle drei in Samarkand nicht dabei waren.
Der Nachwuchs schiebt von unten
Erfreulicher ist der Blick auf die Jüngsten. Leonardo Costa hat im September nicht gespielt und bleibt mit 2555 auf Platz 26 der Junioren-Weltrangliste, in der deutschen Liste ist er Sechzehnter. Christian Glöckler, Jahrgang 2011, gewinnt sechs Punkte, steht bei 2515 und ist 44. der Junioren. Marius Deuer legt 13 Punkte zu und kommt auf 2494. Vadym Petrovskiy ist mit 2476 der vierte Deutsche unter den besten 100 Junioren.
Ganz oben hat sich übrigens nichts getan, weil die beiden Ersten gar nicht in Samarkand waren. Magnus Carlsen führt mit 2823 vor Hikaru Nakamura mit 2792.
