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Mädchenschachkongress in Dresden: zwei Schienen, ein Ziel

Vom 2. bis 4. Oktober traf sich in Dresden, wer im deutschen Schach etwas für Mädchen bewegen will. Die Deutsche Schachjugend hatte den Kongress neu aufgezogen: Jugendliche unter 27 und Vereinsleute arbeiteten in zwei Gruppen nebeneinander. Herausgekommen sind dabei gleich mehrere handfeste Vorhaben.

4. Oktober 20262 Minuten LesezeitAusgabe 1

Drei Minuten hatte jede, dann wurde weitergerutscht. Am Freitagabend saßen sich die Teilnehmenden in Dresden paarweise gegenüber, lernten einander im Schnelldurchgang kennen und wetteten nebenbei, welche Kreatur auf den bunten Timern das Rennen macht. So begann der Mädchenschachkongress der Deutschen Schachjugend, der in diesem Jahr unter dem Motto „Gemeinsam sind wir stark!“ stand. Das Konzept war in diesem Jahr vor allem auf praktische Ergebnisse angelegt.

Die einen suchen Verbündete, die anderen Ideen

Neu war die Aufteilung. Parallel liefen zwei Schienen, die sich nur am Anfang und am Ende trafen. Kristin Wodzinski leitete die Gruppe für Vereinsmitglieder und Ehrenamtliche, Karoline Gröschel die Gruppe für alle unter 27. In der Einladung hatte die Schachjugend den Vereinen geraten, am besten beides zu beschicken: Vertreter für die eine Schiene, Mädchen aus dem Verein für die andere.

Am Samstag ging es an die Arbeit. Die Jugendlichen sprachen zuerst über ihre Motivation und darüber, was sie unter Engagement verstehen. Am Nachmittag schrieben sie auf, wen sie in ihrem Umfeld schon kennen: jemanden für die Finanzen, jemanden für einen Raum, jemanden für ein Mädchenschachthema. Danach nahm sich jede eine fremde Landesschachjugend vor und recherchierte, wie dort Mädchenschach läuft.

Die Vereinsleute stellten sich derweil mit Steckbriefen gegenseitig vor. Sie benannten, woran die eigene Mädchenarbeit hakt, und tüftelten an Lösungen. Daraus wurden Ideen für gemeinsame Vorhaben, etwa eine Trainingsfreizeit, ein Ausflug oder Turniere. Zwischendurch gab es Kaffee und, auch das gehört zur Wahrheit, mehrere Stücke Kuchen.

Eine Vorrunde und ein Blick nach Österreich

Zum Schluss des Samstags wurde es konkret. Die Jugendlichen planten eigene Projekte, darunter die Ausrichtung einer Vorrunde des Mädchen-Grand-Prix und eine Zusammenarbeit zwischen der Österreichischen und der Deutschen Schachjugend. Die Vereine überlegten, wie sie anderen Vereinen helfen können, die mit Mädchenschach erst anfangen. Am Abend führte Karoline Gröschel die Gruppe durch die Altstadt, am Zwinger und an der Semperoper vorbei bis zur Frauenkirche.

Am Sonntag stellten beide Gruppen ihre Ergebnisse vor, dann folgte eine große Feedbackrunde. Dort ging es um Wünsche an die Schachjugend, um die Zukunft des Kongresses und um ein paar Verbesserungsvorschläge. Wie viele am Ende dabei waren, ist nicht bekannt. Mitte September hatte die Schachjugend den Anmeldeschluss verlängert und noch Restplätze angeboten.

Getagt wurde im Jugendgästehaus Dresden. Wer unter 27 war, zahlte 60 Euro, alle anderen 80 Euro. Bahnkosten über 50 Euro wollte die Schachjugend erstatten. Gefördert wurde der Kongress von der Deutschen Sportjugend und dem Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Angesprochen waren ausdrücklich auch Vereine, die in die Mädchenarbeit erst einsteigen wollen.

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