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Glöckler hält gegen Amar die Spitze

Das Topduell gegen Elham Amar endete nach 54 Zügen remis, und Christian Glöckler bleibt mit 5 Punkten aus 6 Partien allein vorn. Sechs Spieler folgen mit 4,5 Punkten, die beiden anderen Deutschen, Keyvan Farokhi und Bennet Hagner, gewannen ihre Partien der sechsten Runde.

7. Oktober 20263 Minuten LesezeitMatt am Donnerstag

Mit 54.Tdc5 endete die Partie zwischen Elham Amar und Christian Glöckler, und das Ergebnis war ein Remis. Auf dem Brett standen noch je zwei Türme, Weiß hatte vier Bauern gegen drei, doch Glöckler brachte den halben Punkt ins Ziel. Damit führt der 14-Jährige das Herbstturnier in Fagernes nach sechs von zehn Runden mit 5 Punkten weiter allein an, bei vier Siegen und zwei Remis. Amar, der 21-jährige Norweger und Topgesetzte (2567), liegt mit 4,5 Punkten einen halben Punkt dahinter.

Spanisch, Springergabel, Damentausch

Amar wählte mit Weiß die Spanische Partie. Nach 8.h3 Lb7 9.d3 stieß Schwarz mit 9...d5 im Zentrum vor, im 11. Zug ging der Springer nach d4, und nach dem Abtausch auf d4 stand dort ein schwarzer Bauer, den Weiß erst im 25. Zug mit dem Turm schlug. Im 16. Zug öffnete Weiß mit 16.axb5 den Damenflügel. Die Engine sieht die Stellung davor ausgeglichen, mit 0,13 für Weiß.

Amar – Glöckler, Runde 6Weiß am Zug: 16.axb5, danach tauschte sich das Material ab

Es folgte ein Abtausch, in dem der schwarze Springer die Hauptrolle spielte: Er schlug auf e4, und nach 17.bxa6 sprang er nach d2 und griff Dame und Läufer zugleich an. Weiß rettete mit 18.De2 die Dame, Schwarz nahm auf b3 den Läufer, und nach 19.cxb3 Ld6 20.axb7 Txb7 war das Material deutlich verringert. Auf 21.Dc2 Db6 22.Ta3 c4 23.Ta4 cxd3 24.Dxd3 h6 25.Txd4 Lc5 26.Tf4 Dxb3 27.Dxb3 Txb3 verschwanden die Damen vom Brett. Stockfish sieht Weiß im 25. Zug leicht besser, mit Werten um 0,4. Das Endspiel dauerte bis zum 54. Zug.

Alle Spitzenbretter teilen den Punkt

Amar gegen Glöckler war nicht die einzige Spitzenpartie ohne Sieger. An Brett 2 trennten sich Vitaly Sivuk und Rinat Jumabayev remis, an Brett 3 Lukas Dotzer und Aksel Bu Kvaloy, an Brett 4 Frode Urkedal und Semen Mitusov. So liegen Amar, Jumabayev, Kvaloy, Sivuk, Dotzer und Mitusov gemeinsam auf den Plätzen 2 bis 7, alle mit 4,5 Punkten. Neun Spieler folgen mit 4 Punkten, darunter Urkedal, die indische Großmeisterin Harika Dronavalli, die gegen Tiger Hillarp Persson remis spielte, und der Deutsche Keyvan Farokhi.

Farokhi und Hagner gewinnen

Farokhi (2389) gewann mit Weiß gegen den FIDE-Meister Gaurang Bagwe (2289). Die Partie begann als Damenbauernspiel mit symmetrischem Aufbau, und Stockfish sieht Weiß schon vor 29.Sxd5 auf Gewinn. Später entstand ein Turmendspiel. Im 40. Zug schlug Weiß mit dem Turm auf b7, und der b-Bauer lief durch: Mit 54.b8=D endete die Partie, während der schwarze a-Bauer auf a2 stehen geblieben war. Farokhi hat damit 4 Punkte aus 6 Partien.

Bennet Hagner (2470) schlug mit Weiß den Kandidatenmeister Andreas Skotheim (2256) in 30 Zügen. Auch hier stand eine Spanische Partie auf dem Brett. Schwarz baute mit 12...g6 und 13...Lg7 ein Fianchetto auf, Weiß gewann mit 16.d5 Raum. Die Engine sieht Weiß vor diesem Zug leicht besser (0,9) und vor 18.Dd2 klar besser (1,6). Der entscheidende Fehler kam im 21. Zug, als Schwarz mit dem Springer auf e4 schlug. Auch nach dem besseren 21...Tc8 stand Weiß mit 2,5 auf Gewinn, nach 21...Sxe4 sind es 4,4.

Hagner – Skotheim, Runde 6Schwarz am Zug: 21...Sxe4, besser war 21...Tc8

Auf 22.Sxe4 f5 folgte 23.Lxh6 fxe4 24.Lxg7 Kxg7 25.Txe4, und der Läuferabtausch auf g7 ließ den schwarzen König offen zurück. Nach 25...Db4 brachte Weiß mit 26.Dg5, 27.Sd4 und 28.Th4 alle Figuren in den Angriff, und mit 29.Lxf5 gxf5 30.Sxf5 war die Partie entschieden. Hagner steht nun bei 3,5 Punkten.

Noch vier Runden bis Sonntag

Die Tabelle sieht nach sechs Runden so aus: Glöckler allein vorn mit 5 Punkten, sechs Spieler mit 4,5, neun mit 4, darunter Farokhi auf den Plätzen 8 bis 16. Hagner liegt auf den Plätzen 17 bis 26. Vier Runden stehen noch aus, die siebte am Donnerstag, 8. Oktober, die letzte am Sonntag, 11. Oktober. Glöckler erspielte seine erste Großmeisternorm im Juli beim Biel Chess Festival, im Master Open kam er auf 8 Punkte aus 9 Partien und eine Performance von 2688 Elo. Ob ihm in Norwegen die zweite gelingt, ist nach sechs Runden offen.

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