Schulschachkongress in Hamburg: Das Programm steht
Der 18. Deutsche Schulschachkongress findet in der Stadtteilschule Alter Teichweg statt. Veranstaltet wird er von der Deutschen Schachjugend und der Deutschen Schulschachstiftung. Das Programm umfasst 24 Workshops, zwei Patentkurse und zum Abschluss die Deutsche Lehrkräftemeisterschaft.
Für den Workshop „Schach zum Schwitzen“ steht im Programm ein Hinweis, den man bei Fortbildungen zum Schach selten liest: Sportschuhe und Sportkleidung werden empfohlen. Der Pädagoge Björn Lengwenus führt die Teilnehmenden am 28. November in die Sporthalle und zeigt, wie sich Schach mit allerlei Sportgeräten verbinden lässt. Es ist einer von 24 Workshops beim 18. Deutschen Schulschachkongress, der vom 27. bis 29. November in der Stadtteilschule Alter Teichweg in Hamburg stattfindet.
Eingeladen haben die Deutsche Schachjugend und die Deutsche Schulschachstiftung. Der Kongress richtet sich an Lehrkräfte, die Schach unterrichten oder damit anfangen wollen, an Leiter von Schach-AGs, Inhaber des Schulschachpatents, Schulschachreferenten aller Ebenen und Vereinsvertreter, die Kontakt zu Schulen suchen oder schon AGs betreuen. Ausdrücklich angesprochen sind außerdem Beschäftigte in Horten, Kindergärten und Vorschulgruppen. Als Förderer stehen die Deutsche Sportjugend, das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend und ChessBase hinter der Veranstaltung.
Vier Workshoprunden, 25 Referenten
Der Freitag gehört den Patentkursen und dem Auftakt. Ab 10 Uhr läuft ein Kinderschachpatent für Erzieherinnen und Hortner mit Harald Niesch, parallel eine Schachlehrerausbildung mit Walter Rädler. Um 16 Uhr gibt es ein Sightseeing-Angebot, um 18.30 Uhr ein Get-together an der Schule und um 19.30 Uhr die Eröffnung mit einer Podiumsdiskussion unter dem Titel „Was Schach alles kann!“. Am Samstag folgen drei Workshoprunden mit je sechs parallelen Angeboten, am Sonntag eine vierte. Danach spielen die Lehrkräfte von 11.15 bis 14.30 Uhr ihre Deutsche Meisterschaft aus.
Die Themen reichen vom Einstieg bis zur Organisation. Laura Schalkhäuser zeigt, wie Schachunterricht schon in der ersten Klasse gelingt; sie leitet am Montessori-Zentrum Schweinfurt einen Kurs, in dem Kita-Kinder und Erstklässler gemeinsam spielen. Die Großmeisterin der Frauen Melanie Lubbe verbindet ihre Erfahrung als Nationalspielerin mit ihrem Hintergrund in der Psychologie und behandelt mentale Stärke bei Kindern. Uwe Brehm erklärt den Einsatz von Lichess im Unterricht, Michael Busse berichtet aus vier Jahren Schach im Kindergarten, Harald Niesch zeigt Schach in inklusiven Klassen, und Silke Schwartau erzählt, wie Eltern und Großeltern ein Schulschachangebot tragen können. Aus den Niederlanden kommen Dolf Meijer und Anton Bakels mit der Methode „Plezier in Schaken“. Rainer Woisin, Geschäftsführer von ChessBase, stellt digitale Werkzeuge für Schule und Training vor.
Dazu kommen ein „Markt der Möglichkeiten“, auf dem Schachschulen und Schulschach-AGs ihre Arbeit zeigen, ein Verkaufsstand mit Lehrmaterial und am Samstagabend die traditionelle schachpädagogische Nacht mit Büfett. Parallel zum Kongress gibt es ein Training für 50 Kinder und Jugendliche aus Hamburg. Die Veranstalter haben nach eigener Aussage neben bekannten Gesichtern auch neue Referentinnen und Referenten eingeladen.
Warum der Kongress nach Hamburg kommt
Auf unserer Reise durch Deutschland sind wir wieder in Hamburg, der Wiege des Schulschachs, angekommen.Helge Frowein und Jörg Schulz, Veranstalter
Gastgeber ist die Stadtteilschule Alter Teichweg im Stadtteil Dulsberg, von den Veranstaltern als vielfach ausgezeichnet bezeichnet. Geleitet wird sie von Björn Lengwenus und Jan Pohl. Lengwenus ist Pädagoge und hat die Kinderschachreihe Fritz&Fertig mitentwickelt.
Kosten, Meldefrist und Anerkennung
Die Kongressgebühr beträgt 75 Euro, für Schülerinnen und Schüler 35 Euro. Enthalten sind Frühstücks- und Mittagsimbiss, Kaffeepausen und Tagungsgetränke. Die schachpädagogische Nacht kostet 35 Euro extra. Angemeldet wird über das Formular auf der Seite der Deutschen Schachjugend. Weil die Plätze je Workshop begrenzt sind, zählt die Reihenfolge der Anmeldungen.
Bei der Frist gehen die Angaben auseinander. Die Schulschachstiftung nennt den 10. November als Meldefrist, die Anmeldeseite der Schachjugend den 15. November; bis dahin ist auch die Überweisung fällig. Als Lehrerfortbildung wird der Kongress von vielen Bundesländern anerkannt, die nötigen Formalitäten sollen die Teilnehmenden selbst im jeweiligen Land klären. Ein Zertifikat gibt es nicht, auf Wunsch aber eine Teilnahmebestätigung.
Der 17. Kongress fand vom 7. bis 9. November 2025 im Norbert-Gymnasium Knechtsteden in Dormagen statt. Rund 130 Teilnehmende aus Deutschland, Österreich, Luxemburg, der Schweiz, Finnland und den Niederlanden stellten sich ihr Programm aus 21 Workshops zusammen. Zur Eröffnung diskutierten der frühere Fußballnationalspieler Marco Bode, Rainer Woisin und Großmeister Artur Jussupow über Schach als Bildungsangebot. Die Deutsche Lehrkräftemeisterschaft gewann Lukas Schimnatkowski von den Schachfreunden Essen-Katernberg, über 30 Lehrkräfte spielten fünf Runden.
