Nechitaylo gewinnt das erste Vechta Open mit 6 aus 7
Beim Auftakt des Vechta Open stand am Ende ein Sechzehnjähriger ganz oben: FM Nikita Nechitaylo, an Nummer eins gesetzt, gab im A-Open nur zwei halbe Punkte ab. Den Ausschlag gab die Schlussrunde am Sonntagmorgen, in der er ausgerechnet auf einen Altersgenossen traf. Im Feld spielten sieben FM.
Am Sonntagmorgen um halb zehn sah die Paarungsliste der siebten Runde nach einem Endspurt aus. Am ersten Brett hatte Jonas Bangert vom KSV Rochade Braunschweig mit Weiß den Spitzenreiter vor sich, FM Nikita Nechitaylo von der Schachabteilung des SV Werder Bremen. Nechitaylo führte mit 5,5 Punkten, Bangert hatte 5. Beide sind laut Startliste 16 Jahre alt. Die Partie endete remis, und weil auch FM Taron Khachatryan gegen Justus Bargsten nur einen halben Punkt holte, blieb Nechitaylo mit 6 Punkten aus 7 Partien allein vorn. Khachatryan, Bangert und Fabian Stotyn teilten sich mit je 5,5 die Plätze zwei bis vier. Die Reihenfolge entschied die Buchholzwertung mit 32,5, 30 und 26,5 Punkten.
Fünf Siege nach dem Auftaktremis
Nechitaylo war mit Elo 2347 an Nummer eins gesetzt und begann mit einem Remis: In der ersten Runde teilte er mit Schwarz den Punkt mit Meinolf Kemper vom SK Delbrück. Danach gewann er fünf Partien nacheinander, gegen Rudi Oblender von den gastgebenden Schachfreunden Wilstermarsch & Itzehoe, gegen WCM Anna Wilmink, Giorgi Giorgadze, Faris Avdic und zuletzt gegen CM Justus Bargsten. Insgesamt stehen bei ihm fünf Siege und zwei Remis, eine Niederlage gab es nicht.
Die sechste Runde am Samstagnachmittag war das Spitzenspiel: Nechitaylo und Bargsten hatten beide 4,5 Punkte, Khachatryan lag mit 4 dahinter. In der Partie, die als Damengambit mit Abtauschvariante begann, schlug Bargsten nach einem Abtausch im Zentrum mit der Dame einen Springer auf f4. Doch 18.Sxd5 griff die Dame an und drohte nebenbei Sxc7+ mit Gabel auf König und Turm. Schwarz ging mit 18...Df3 auf den Turm h1 los, Weiß setzte mit 19.Dc5 nach, und nach 19...Dxh1+ 20.Kd2 Dxd5 21.Dxd5 hatte Weiß Dame und Turm gegen zwei Türme und einen Springer. Stockfish hält 18.Sxd5 für die stärkste Fortsetzung, die Engine sieht Weiß danach mit +3,1 auf Gewinn. Die Partie ging noch über den 60. Zug hinaus und endete 1-0 für Nechitaylo, der damit auf 5,5 Punkte kam.
Das Feld und die zweite Gruppe
In der Startliste des A-Opens standen 54 Namen, im Endstand sind es 52, zwei Spieler wurden nie ausgelost. Der Elo-Schnitt lag bei 1996. Neben Nechitaylo hatten Tobias Vöge, Khachatryan, Matthias Tonndorf, Igor Spiric, Fred Hedke und Edward Bundan den FM-Titel, dazu kamen die CM Bargsten und Stotyn sowie WCM Wilmink. Hinter dem Spitzenquartett belegten Bargsten und der 16-jährige Jan Holtwessels vom SK Nordhorn-Blanke mit je 5 Punkten die Plätze fünf und sechs. Giorgadze und Spiric folgten mit 4,5 vor dem Hagener Tom Möller, der mit Elo 2011 ebenfalls auf 4,5 kam und Neunter wurde. Die beste Frau war Maja-Maria Becker von den Schachfreunden Quakenbrück mit 4 Punkten auf Platz 17. Vöge, mit Elo 2313 an Position zwei gesetzt, verlor in der siebten Runde gegen Stotyn und beendete das Turnier mit 4 Punkten auf Platz 12.
Im B-Open mit 41 Spielern im Endstand gewann Edwin Wachtel, ebenfalls von Werder Bremen. Er kam wie Mirco Felis von den Schachfreunden Fallersleben und Anton Yurchenko vom SK Bremen-Nord auf 5,5 Punkte, die Buchholzwertung (28, 27,5 und 24) sortierte die drei in dieser Reihenfolge.
Das Vechta Open fand zum ersten Mal statt, vom 15. bis 18. Oktober in der Geschwister-Scholl-Oberschule in Vechta. Ausrichter waren der SV Kaponier Vechta und die Schachfreunde Wilstermarsch & Itzehoe, das Turnier gehörte zum Grandprix des Niedersächsischen Schachverbands. Gespielt wurden sieben Runden im Schweizer System mit 90 Minuten für 40 Züge, danach 15 Minuten für den Rest der Partie und 30 Sekunden Zuschlag je Zug, die Runden eins und zwei am Donnerstag, drei und vier am Freitag, fünf und sechs am Samstag, die siebte am Sonntag. Das A-Open stand Spielern mit einer DWZ über 1800 offen, das B-Open solchen mit einer DWZ unter 1900. Ausgeschrieben waren für den ersten Platz im A-Open 1000 Euro, dazu 750 für den zweiten und 500 für den dritten. Alle Bretter wurden live übertragen. Die Turnierleitung hatten Anke und Björn Behrend, Kai Heermann und Dirk Rütemann.
