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Nakara gewinnt das Herbst-Open Würselen mit 4,5 aus 5

Zum 100. Geburtstag des Schachvereins Würselen kamen 61 Spieler ins Alte Rathaus, darunter ein Internationaler Meister. Gewonnen hat das Turnier keiner der Titelträger, sondern Husain Nakara, der nur auf Startplatz 30 stand. In der Schlussrunde schlug er Philipp Lamby, die Nummer vier der Setzliste.

18. Oktober 20262 Minuten LesezeitMatt am Montag

Die Entscheidung fiel am Sonntag, dem 18. Oktober, um 15 Uhr am ersten Brett. Husain Nakara spielte mit Weiß gegen Philipp Lamby vom Aachener Schachverein, beide gingen mit 3,5 Punkten in die fünfte und letzte Runde. Lamby ist mit 2196 Elo gelistet, Nakara mit 1847. Nakara gewann. Am Brett daneben schlug IM Christian Braun, der mit 3 Punkten in die Runde gegangen war, Daniel Lich und kam auf 4 Punkte. Damit blieb er einen halben Punkt hinter Nakara, der mit 4,5 aus 5 den Turniersieg holte.

Der Schachverein Würselen 1926 hatte das Turnier aus Anlass seines 100-jährigen Bestehens ausgerichtet. Gespielt wurde vom 16. bis 18. Oktober im Kulturzentrum Altes Rathaus, fünf Runden im Schweizer System mit 90 Minuten für 40 Züge, danach 30 Minuten für den Rest der Partie und 30 Sekunden Zuschlag je Zug. Die erste Runde begann am Freitag um 19 Uhr, am Samstag und am Sonntag standen jeweils zwei Runden um 9 und um 15 Uhr an. Ausgeschrieben war ein Preisfonds von über 1.500 Euro, Turnierdirektor war Erwin Sanen, Hauptschiedsrichter Dr. Johannes Baier.

Am Start standen 61 Spieler mit einem Elo-Schnitt von 1813. An der Spitze der Setzliste standen IM Braun (2399) und CM Paul-Luca Wübker (2258), dazu kamen FM Thomas Huesmann, die CMs Felix Gerlach und Dawid Pieper sowie WCM Kelsie Josefine Finke.

Von Startplatz 30 an die Spitze

Nakara, der für Leuven Centraal startet, begann am Freitagabend mit Schwarz gegen Finke (2029) und gewann. Am Samstagmorgen schlug er mit Weiß Ivan Riabtsev (2119), am Nachmittag teilte er mit Gerlach (2214) den Punkt. Das war sein einziges Remis. In der vierten Runde stand ihm Ilija Jonas Kettler gegenüber, an Position fünf gesetzt, aber die Partie wurde kampflos zu seinen Gunsten gewertet. Kettler wurde danach nicht mehr ausgelost. Die vier Gegner, die tatsächlich am Brett saßen, hatten im Schnitt knapp 2140 Elo und damit rund 290 Punkte mehr als er.

Dass Nakara in der Schlussrunde auf Lamby traf, lag am Schweizer System: Beide hatten nach vier Runden je 3,5 Punkte, mehr hatte keiner. Mit dem Sieg zog Nakara an Braun vorbei, der in der vierten Runde Remis gegen Akul Gupta gespielt hatte.

Braun, Huesmann und ein Gedränge dahinter

Braun als Topgesetzter gewann gegen Leonard De Vries, Markus Boos und Lich, spielte Remis gegen Dawid Pieper und Gupta und wurde nach Buchholz Zweiter, vor Huesmann. Der FM vom Aachener Schachverein ging in der ersten Runde gegen Lich (nationale Zahl 1939) leer aus, gewann danach aber vier Partien in Folge, eine davon kampflos, und kam ebenfalls auf 4 Punkte.

Mit 3,5 Punkten folgten dahinter gleich sieben Spieler. Gerlach kam nach Siegen über Andreas Frost und Max Pick und drei Remis auf Rang vier. Wübker, die Nummer zwei der Setzliste, verlor in der zweiten Runde gegen Boos, gewann danach aber gegen Clint Therakam und Eralp Cetin und wurde Neunter. Kettler, an Position fünf gesetzt, beendete das Turnier mit 2,5 Punkten auf Rang 30.

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