Bronze von Samarkand bringt Deutschland ein World-Cup-Ticket
Die FIDE hat die Olympiade-Plätze für den World Cup 2027 verteilt. Deutschland steht in der offenen Wertung auf Rang drei und hat damit einen Startplatz sicher. Ein Name steht noch nicht fest, die Nominierung läuft erst im Juli 2027, und das Frauenteam taucht in der Liste nicht auf.
Ein Name wird noch lange nicht fallen. Der Deutsche Schachbund (DSB) muss seinen Vertreter für den World Cup 2027 erst zwischen dem 1. und 15. Juli 2027 melden, das sind mehr als acht Monate Bedenkzeit. Den Startplatz selbst hat er allerdings schon sicher, seit die FIDE am 16. Oktober 2026 bekanntgegeben hat, wie sich die Plätze aus der Schacholympiade in Samarkand verteilen. In der offenen Wertung liegt Deutschland auf Rang drei der Liste, direkt hinter Usbekistan und Indien und vor den USA.
Wer von den Fünfen fährt?
Die Regel dahinter ist schlicht. Jeder Verband mit einem Platz wählt einen Spieler aus seinem Olympiade-Kader. Haben sich alle Kadermitglieder bereits auf anderem Weg qualifiziert oder lehnen sie ab, darf der Verband frei einen anderen Spieler benennen. In Samarkand spielten für Deutschland Vincent Keymer, Matthias Blübaum, Frederik und Rasmus Svane sowie Alexander Donchenko. Dmitrij Kollars war als Sekundant dabei. Wer von den fünf Spielern den Platz bekommt, ist offen.
Bei den Frauen sieht es anders aus. Auch das deutsche Frauenteam war in Samarkand dabei, steht aber nicht auf der Liste der 45 Verbände, die einen Platz für den Women's World Cup 2027 aus der Olympiade erhalten. Aus diesem Weg gibt es für Deutschland also keinen Platz.
Platz sieben damals, Platz drei jetzt
Einen Vergleich liefert der World Cup 2025 in Goa. Damals stand Deutschland auf Rang sieben der Olympiade-Liste, und 80 Verbände bekamen über diesen Weg einen Platz. Diesmal sind es 83 Verbände. Dahinter steckt, dass Europa, Afrika und Amerika schon vor der Olympiade beschlossen hatten, einen Teil ihrer Plätze an kontinentale Turniere weiterzugeben. Insgesamt wurden dafür 17 Plätze der offenen Wertung und 5 der Frauenwertung übertragen. Rechnerisch bleibt es damit bei 100 Plätzen für die Männer und 50 für die Frauen, so wie vor zwei Jahren.
Den deutschen Olympiade-Platz von 2025 nahm Kollars wahr. Insgesamt waren sieben Deutsche in Goa am Start: Keymer, der für den abgesagten Magnus Carlsen nachrückte, dazu Blübaum, Donchenko, Frederik und Rasmus Svane, Niclas Huschenbeth und Kollars. Am weitesten kamen Donchenko und Frederik Svane. Beide erreichten die Runde der letzten 16. Svane verlor dort mit ½:1½ gegen Javokhir Sindarov, den späteren Turniersieger. Donchenko gewann seine Runde nach Tiebreak gegen Lê Quang Liêm und schied im Viertelfinale gegen Nodirbek Yakubboev aus, ebenfalls mit ½:1½.
Erst neun Runden Schweizer System, dann Duelle
Wer 2027 für Deutschland antritt, spielt ein anderes Turnier als die Kollegen von 2025. Der FIDE-Rat hat im Juli 2026 ein neues Format beschlossen. Im Open sind 224 Spieler dabei, nach 206 in Goa. Sie werden auf vier Gruppen verteilt und spielen je neun Runden im Schweizer System in fünf Tagen, mit 45 Minuten und 30 Sekunden Zuschlag pro Zug. Die besten vier jeder Gruppe erreichen das K.-o.-Finale der letzten 16, das dann wie bisher mit klassischen Partien ausgespielt wird. Der ganze World Cup soll 19 Tage dauern, in Goa waren es noch 26 Tage mit zwei Ruhetagen. Jeder Teilnehmer bekommt mindestens neun Partien, auch wenn er die Gruppe nicht übersteht.
