Europapokal: Köln gewinnt dank eines Patts
Die zweite Runde des Europapokals brachte den deutschen Teams drei Siege, ein Unentschieden und vier Niederlagen. Berlin schlug Multi Essence 4½:1½, Mülheim-Nord gewann 6:0, und bei den Frauen setzte sich Köln gegen Oslo durch, weil Hannah Sayce in verlorener Stellung ein Patt erreichte.
Hannah Sayce opferte im 70. Zug ihre Dame auf a2, und der schwarze König schlug sie. Danach hatte Weiß keinen Zug mehr, die Partie endete als Patt. Dieser halbe Punkt entschied den Kampf der Kölner Schachfreunde gegen Oslo Schakselskap, den Köln in Budva mit 2½:1½ gewann. Ohne ihn wäre es ein 2:2 geworden.
Sayce (1912) spielte am vierten Brett gegen Amanda Mai Irgens Eiding (1812). Vor dem 27. Zug war die Stellung nach Stockfish ausgeglichen, mit 27.Tf3 steht sie bei 0,00. Sayce nahm mit 27.Lxa7? einen Bauern, danach steht Schwarz mit −5,17 auf Gewinn. Es folgte 27...Lf8 28.Td4 Te3 29.Dc4, und der Turm von a8 holte sich den Läufer.
Danach lief die Partie lange in eine Richtung. Im 56. Zug hatte Schwarz Dame, Läufer und drei Bauern gegen Dame und zwei Bauern. Mit 56...Ld4 steht Schwarz nach der Engine mit −8,57 auf Gewinn. Eiding nahm stattdessen mit 56...Dxg3? den Bauern vor dem weißen König. Der König auf h1 hatte damit kein Feld mehr, und die Bewertung fiel auf 0,00: Gingen neben der Dame auch der h-Bauer verloren, war Weiß patt. Sayce setzte die Dame von da an nur noch mit Schach ein.
Sayce opferte mit 58.h6+ zuerst den h-Bauern, dann jagte die Dame den schwarzen König quer über das Brett, von g8 bis nach a1. Mit 70.Da2+ Kxa2 endete die Jagd. Weiß hatte nur noch den König auf h1, und die schwarze Dame auf g3 nahm ihm g1, g2 und h2. Die Partie war remis.
Von den übrigen drei Partien gewann Köln zwei. Anna-Maja Kazarian gewann am ersten Brett gegen Hanna Kyrkjebo nach 70 Zügen, Anna Kantane am zweiten gegen Maud Rodsmoen nach 53. Katharina Reinecke verlor am dritten Brett gegen Marte Kyrkjebo nach 31 Zügen. Köln hat mit dem Sieg 2 Mannschaftspunkte, nachdem die Mannschaft die erste Runde 0:4 gegen Sirmium Sremska Mitrovica verloren hatte.
Berlin und Mülheim-Nord gewinnen
Die Schachfreunde Berlin, im Schnitt mit 2421 gewertet, schlugen Multi Essence (Schnitt 2242) mit 4½:1½ und stehen nach zwei Siegen bei 4 Mannschaftspunkten. Den ersten Vorteil holte sich Magnus Ermitsch am zweiten Brett gegen Filip Pancevski. Vor dem 31. Zug stand Weiß nach Stockfish mit +0,33 leicht besser. Pancevski schlug mit 31...Sxd4? den Springer, und nach 32.Lxd4 Tb8 33.Lxa4 fiel der Springer auf a4. Weiß steht danach mit +5,55 auf Gewinn.
Ermitsch gewann nach 42 Zügen. Emil Schmidek, Tymon Czernek und Sebastian Poltorak siegten ebenfalls, Marius Fromm remisierte am ersten Brett mit Emil Risteski. Arnd Lauber verlor gegen Stojan Velkoski, der 339 Punkte niedriger gewertet ist.
Der SV Mülheim-Nord hatte die erste Runde 1½:4½ gegen MTK Budapest 1 verloren und gewann nun 6:0 gegen Morriston, dessen Spieler im Schnitt 168 Punkte niedriger gewertet sind. Jan Oltmanns, Tom Bus, Martin Mainusch, Gunther Voss, Ulf Gohla und Kevin Schmidt siegten alle. Es war das einzige 6:0 eines deutschen Teams in dieser Runde.
St. Pauli, Erlangen und Hamburg unterliegen
Der FC St. Pauli verlor 1:5 gegen Beer Sheva, dessen Spieler im Schnitt 167 Punkte höher gewertet sind. Aljoscha Feuerstack remisierte am ersten Brett mit Victor Mikhalevski (2469), Triona Eberle (2088) am sechsten gegen FM Shakked Tifferet (2353). Can Ertan hielt gegen Eytan Rozen 59 Züge lang durch, Jonah Krause gegen Ori Kobo 64. Frank Sawatzki verlor gegen Yannay Ben Ari schon nach 26 Zügen, Fabian Müller gegen Evgeny Postny nach 47.
Der SC Erlangen unterlag Aix-en-Provence ½:5½, bei dem Marcandria Maurizzi (2624) und Etienne Bacrot (2612) an den ersten beiden Brettern saßen. Leon Mons verlor gegen Maurizzi nach 68 Zügen, Eduard Miller gegen Bacrot nach 41. Den halben Punkt holte Florian Dürr (2206) gegen IM Thibault Dudognon (2323).
Der SK Weisse Dame Hamburg verlor wie in Runde 1 mit ½:5½, diesmal gegen Dudelange. Den halben Punkt holte Sebastian Kielhorn (2004) am ersten Brett gegen FM Rick Frischmann (2370). Nach zwei Runden steht die Mannschaft ohne Mannschaftspunkt da.
Der TSV Schönaich dagegen holte nach dem 0:6 gegen Apeldoorn ein 3:3 gegen Diagonal Alcorcon, dessen Spieler im Schnitt 172 Punkte höher gewertet sind. Kai Giebler und Moritz Reck gewannen, Nils Stukenbrok und Daniel Bisanz remisierten, Jan Philipp Rechner und Martin Velitchkov verloren. Schönaich hat damit einen Mannschaftspunkt.
Löberitz verliert, Pähtz und Wagner im Ausland
Bei den Frauen verlor die SG Löberitz ½:3½ gegen Gambit Bonnevoie, dessen Spieler im Schnitt 273 Punkte höher gewertet sind. Ilze Berzina, Agnesa Stepania Ter-Avetisjana und Elina Otikova verloren gegen Anna Ushenina, Klaudia Kulon und Elina Danielian. Rebekka Schuster (1802) remisierte am vierten Brett nach 40 Zügen mit WGM Narmin Khalafova (2204). Dana Reizniece-Ozola stand auch in Runde 2 nicht in der Aufstellung.
Elisabeth Pähtz remisierte für Titelverteidiger Monte-Carlo am vierten Brett nach 31 Zügen mit Khanim Balajayeva (2357) und steht bei 1½ aus 2. Humpy Koneru und Stavroula Tsolakidou gewannen, Aleksandra Goryachkina remisierte, Monte-Carlo schlug Odlar Yurdu 3:1. Dinara Wagner hatte für SuperChess Romania gegen Michalina Rudzinska vier Leichtfiguren gegen eine Dame und die besseren Chancen. Ein falscher Zug kostete sie eine Leichtfigur, Rudzinska gewann im 96. Zug. Da Efroimski am vierten Brett siegte und Batsiashvili sowie Daulyte-Cornette remisierten, endete der Kampf gegen Linares 2:2.
Matthias Blübaum, der stärkste deutsche Spieler im offenen Turnier, setzte in Runde 2 aus. Seine Mannschaft Nagykanizsai gewann auch ohne ihn 6:0 gegen De Sprenger Echternach und hat 4 Mannschaftspunkte. Blübaum steht bei 1 aus 1.
