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Europapokal: Nihal nimmt Remis in Gewinnstellung, Novy Bor gewinnt

In Budva trifft Novy Bor in der vorletzten Runde des Europapokals auf SuperChess Romania, das einzige andere Team ohne Punktverlust. Zuvor hatte Novy Bor den Favoriten Alkaloid geschlagen, obwohl am zweiten Brett ein Gewinn liegen blieb. Bei den Frauen bleibt Bonnevoie makellos.

21. Oktober 20264 Minuten LesezeitMatt am Donnerstag

Auf der Uhr von Wei Yi standen nach seinem 34. Zug noch 31 Sekunden, bei Nihal Sarin waren es nach dem 33. Zug 35. Dann einigten sich die beiden in Budva auf Remis, obwohl Schwarz auf dem Brett auf Gewinn stand: Nach 34...h4 35.Lh2 Df5 36.S3d4 Se3+ 37.Ke1 Sxg2+ sieht Stockfish Schwarz mit −5,65 auf Gewinn. Nihal nahm den halben Punkt trotzdem. Seiner Mannschaft Novy Bor reichte das, denn sie gewann den Wettkampf der fünften Runde gegen den an zwei gesetzten Alkaloid mit 4:2.

Wei Yi – Nihal, Runde 5Schwarz am Zug: 34...h4 statt Remis

Wei Yi, der in Budva mit vier Siegen begonnen hatte, ordnete die Partie hinterher so ein:

Ich glaube, mein Gegner hat viel besser gespielt als ich, und sogar in der Schlussstellung hat er noch Chancen zu punkten.Wei Yi, Großmeister · übersetzt nach Chess.com

Wei Yi vermutete, Nihal habe auf die guten Stellungen seiner Mannschaftskameraden gesehen und sich deshalb für das Remis entschieden.

Nihal opfert früh Material

Die Partie begann als Italienische Partie, und Nihal folgte darin einer Partie, die er in diesem Jahr beim Rapidturnier Menorca Open Masters mit Schwarz gegen Gukesh Dommaraju gewonnen hatte. Wei Yi schien zunächst denselben Fehler zu machen wie Gukesh damals. Im 16. Zug gab Schwarz dann Material her: 16...Sxd4 17.exf6+ Sxf6 18.Sxd4 Txe2+ 19.Lxe2. Nihal hatte damit Läufer, Springer und Turm abgegeben und dafür die weiße Dame und zwei Bauern bekommen. Nach 19...Sd5 20.O-O sieht die Engine Weiß mit +0,72 leicht besser.

Wei Yi – Nihal, Runde 5Schwarz am Zug: 16...Sxd4 und die Folgen

Anschließend nahm Schwarz auf h3 noch einen Bauern und geriet dafür in Zeitnot: Nach 23 Zügen zeigte Nihals Uhr 2:19, die von Wei Yi 19:50. Wei Yi vermutete, er habe große Gewinnchancen verpasst, und sagte, er habe mit zwei Sekunden auf der Uhr die Kontrolle verloren. Josefine Safarli hat der Partie ein Video mit dem Titel „Chaos durch und durch!“ gewidmet.

Anton hält den König in der Mitte

Am vierten Brett gewann David Anton gegen Aravindh Chithambaram. Mit 18...Dxg5+ nahm er einen Bauern, gab dann aber zwei Bauern her, und der weiße König blieb in der Brettmitte hängen. Weiß geriet dabei in Zeitnot: Nach dem 29. Zug zeigte seine Uhr 1:12. Nach 32.Txg7+ Kxg7 33.Kxf3 gab es für Schwarz einen Gewinnweg, 33...e4+. Stockfish sieht Schwarz damit mit −4,03 auf Gewinn, nach 33...Dg4+ oder 33...Df4+ wäre es bei 0,00 geblieben. Es folgte 34.Ke2 exd3+ 35.Kxd3 Txd5+ 36.Kc2 Dxf2+, und der weiße König stand ohne Schutz da.

Aravindh – Anton, Runde 5Weiß am Zug: 32.Txg7+, danach 33...e4+

Nach dem Damentausch im 39. Zug zog sich die Partie noch bis zum 56. Zug, dann hatte Anton gewonnen. Den zweiten Sieg holte Pentala Harikrishna (2648) gegen Yu Yangyi (2704), der 56 Elo-Punkte höher gewertet ist. Nach 103 Zügen und einem langen Endspiel mit Läufer gegen Springer war die Partie entschieden: Weiß tauschte dort seinen b- und seinen a-Bauern gegen die schwarzen Bauern auf c6 und b7 und führte den König anschließend zum Bauern auf e6.

Die übrigen drei Partien endeten remis: Nodirbek Yakubboev gegen Arjun Erigaisi nach 33 Zügen, Nils Grandelius gegen Aleksandar Indjic nach 23 und Jonas Buhl Bjerre gegen Velimir Ivic nach 69. Im Elo-Schnitt der sechs Spieler lag Alkaloid mit 2679 vor Novy Bor mit 2658. Für Alkaloid war es nach vier Siegen die erste Niederlage, Novy Bor, an vier gesetzt und Europapokalsieger der Jahre 2013, 2022 und 2024, hat dagegen alle fünf Wettkämpfe gewonnen.

Zwei Mannschaften ohne Punktverlust

In der vorletzten Runde trifft Novy Bor auf SuperChess Romania, die einzige andere Mannschaft mit der vollen Punktzahl. SuperChess besiegte Nitra, das bis dahin ebenfalls vier Siege geholt hatte, mit 5½:½. Alexey Sarana gewann gegen den 68 Jahre alten Lubomir Ftacnik und hat damit 5 aus 5. Jorden van Foreest, Haik Martirosyan, Bogdan-Daniel Deac und Daniel Dardha gewannen ebenfalls, nur Nodirbek Abdusattorov, der am Vortag gegen Aydin Suleymanli verloren hatte, kam gegen den 57 Jahre alten Vasyl Ivanchuk über ein Remis nicht hinaus.

Bayegan Pendik, an eins gesetzt, gewann 4½:1½ gegen Aix-en-Provence und liegt einen Punkt hinter der Spitze. Anish Giri und Yagiz Kaan Erdogmus, die am Vortag verloren hatten, remisierten diesmal. Elektroprivreda schlug SK Dunajska Streda ebenfalls 4½:1½, doch der 16 Jahre alte Vaclav Finek besiegte dabei Pranav Venkatesh, der am Vortag Giri geschlagen hatte. Tuxera Aquaprofit Nagykanizsai gewann 5½:½ gegen Riehen.

Pendik, Nagykanizsai und Elektroprivreda haben je 9 Punkte, zehn weitere Mannschaften 8, darunter Alkaloid, Nitra und die Schachfreunde Berlin 1903. Endet das Spitzenduell unentschieden, können die drei Verfolger bei einem Sieg gleichziehen. In Runde 6 spielen Nagykanizsai gegen Pendik und Elektroprivreda gegen Alkaloid, Beginn ist am Donnerstag um 14 Uhr.

Bonnevoie bleibt makellos

Im Frauenturnier schlug Gambit Bonnevoie, an vier gesetzt, die an zwei gesetzte Mannschaft Sirmium Sremska Mitrovica mit 2½:1½ und hat damit alle drei höher gesetzten Teams besiegt. Nach fünf Runden steht Bonnevoie bei 10 Punkten, der vollen Zahl. Den Ausschlag gab Aleksandra Maltsevskaya, die gegen Teodora Injac nach 34 Zügen gewann. An den anderen drei Brettern endeten die Partien remis: Polina Shuvalova gegen Anna Ushenina nach 53 Zügen, Klaudia Kulon gegen Leya Garifullina nach 88 und Nurgyul Salimova gegen Elina Danielian nach 49.

Cercle d'Echecs de Monte-Carlo gewann 4:0 gegen Velikova Chess Club. Humpy Koneru, Stavroula Tsolakidou, Elisabeth Pähtz und Pia Cramling siegten. Pähtz gewann sogar, nachdem sie gegen die mit 1838 gewertete Ralitsa Ilieva zwischenzeitlich die Dame verloren hatte. Odlar Yurdu schlug Crvena Zvezda 3:1. Beide liegen mit 8 Punkten zwei hinter Bonnevoie.

Die elfjährige Bodhana Sivanandan gewann für She Plays To Win Lionesses A gegen Ena Cvitan, doch ihre Mannschaft verlor 1½:2½ gegen Napredak Zenica. Sivanandan sagte danach:

Ich habe es geschafft zu gewinnen, aber ich glaube, ich stand zeitweise eindeutig etwas schlechter, wenn nicht sogar einfach schlechter.Bodhana Sivanandan, FIDE-Meisterin · übersetzt nach Chess.com

In Runde 6 trifft Bonnevoie auf Odlar Yurdu und Monte-Carlo auf SuperChess Romania.

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