FIDE verzichtet auch 2027 auf Wertungsgebühren für Schnellschach und Blitz
Wer ein Schnellschach- oder Blitzturnier bei der FIDE werten lässt, zahlt dafür auch 2027 keine Wertungsgebühr. Der FIDE-Rat hat den Verzicht verlängert, der seit 2021 gilt. Die Gebühren würden sonst die nationalen Verbände tragen.
Der FIDE-Rat hat beschlossen, den Verzicht auf Wertungsgebühren für alle Schnellschach- und Blitzturniere bis einschließlich 2027 zu verlängern. Bekanntgegeben wurde die Entscheidung am 23. Oktober 2026. Sie ist bereits ins FIDE Handbook übernommen worden und gilt sofort. Als Ziel nennt der Rat, mehr Spieler zur Teilnahme zu bewegen und das Schach zu fördern.
Wer sonst zahlen müsste
Die Grundlage steht in den Financial Regulations des Handbooks. Danach unterliegen alle gewerteten Turniere einer Wertungsgebühr, und diese Gebühren tragen die Verbände. Für Schnellschach und Blitz sieht dieselbe Regel allerdings eine Ausnahme vor.
Alle gewerteten Turniere unterliegen Wertungsgebühren. Der FIDE-Rat kann nach eigenem Ermessen die Wertungsgebühren für Schnell- und Blitzturniere für ein bestimmtes Jahr erlassen oder senken.Financial Regulations, FIDE Handbook · übersetzt nach FIDE
Weil der Rat nur für ein bestimmtes Jahr verzichten kann, muss der Verzicht regelmäßig neu beschlossen werden. Wie hoch die Gebühr je Turnier ohne den Verzicht wäre, nennt die Ankündigung nicht.
Von 2021 bis 2027
Die Regel gibt es seit dem 1. Januar 2021. Die Generalversammlung hatte im Dezember 2020 neue Finanzvorschriften beschlossen, in denen Schnellschach und Blitz erstmals vorkamen. Am 8. Januar 2021 bestätigte die FIDE, dass der Rat auf die Gebühren für Turniere am Brett in den Jahren 2021 und 2022 verzichtet. Im Juni 2022 wurde der Verzicht auf 2021 bis 2023 ausgedehnt. Im März 2025 folgte die nächste Verlängerung für 2025 und 2026; dort wird als erster Zeitraum 2021 bis 2024 genannt. Wie der Übergang zwischen diesen Zeiträumen beschlossen wurde, geht aus den veröffentlichten Mitteilungen nicht hervor.
Was der Verzicht bisher kostet
Im März 2025 bezifferte die FIDE die Bilanz so: 59.603 Schnell- und Blitzturniere waren seit 2021 gewertet worden, die erlassenen Gebühren schätzte sie auf mehr als 2,2 Millionen Euro. Die neue Mitteilung spricht dagegen von erlassenen Gebühren, die sich zwei Millionen Euro nähern, und nennt keine Turnierzahl. Beide Angaben passen nicht ohne Weiteres zusammen, eine Erklärung liefert die FIDE nicht.
Die Gebühren sind eine Einnahmequelle der FIDE. Der Verzicht wird dennoch von den nationalen Verbänden begrüßt, denn er entlastet Veranstalter und Verbände und soll mehr Schnell- und Blitzturniere anregen. Besonders wichtig sei das für Regionen mit knappen Mitteln. Wofür das gesparte Geld gedacht ist, sagte der damalige FIDE-Präsident Arkady Dvorkovich bei der Verlängerung 2025.
Wir glauben, dies ist nicht der richtige Zeitpunkt, zusätzliche finanzielle Belastungen aufzuerlegen. Stattdessen können Verbände diese Mittel in höhere Preisfonds und mehr Möglichkeiten für Spieler umleiten.Arkady Dvorkovich, damals FIDE-Präsident (März 2025) · übersetzt nach FIDE
