Schachcoach
Schachnews
Farbe
Brett
Kontakt
Schachnews › International › Ankündigung

Suleymenov sieht Sindarov vorn

Alisher Suleymenov hat klassisch gegen beide gespielt, die im November in Genf um den Titel kämpfen. Der Kasache gewann 2019 gegen den zwölfjährigen Gukesh, gegen Javokhir Sindarov gelang ihm nie ein Remis. Im Interview erklärt er, warum er Sindarov psychologisch für eine Spur stärker und deshalb für den Favoriten hält.

5. November 20263 Minuten LesezeitMatt am Freitag

Alisher Suleymenov war 19, Gukesh Dommaraju 12, als sie sich beim Aeroflot Open 2019 in Russland gegenübersaßen. Wegen Problemen am ersten Tag wurde eine Doppelrunde angesetzt, gespielt wurde am Nachmittag. Der Kasache hatte 2430 Elo-Punkte, der Zwölfjährige 2500. Suleymenov gewann. Gukesh sei ziemlich klein und vielleicht müde gewesen, vermutet er.

Ich habe extrem gut gespielt und bin sogar heute noch stolz auf diese Partie.Alisher Suleymenov · übersetzt nach ChessBase

Im Interview mit Devansh Singh erzählt der Großmeister die Geschichte, weil der WM-Kampf näher rückt. Gukesh verteidigt seinen Titel ab dem 24. November in Genf gegen Javokhir Sindarov, es geht über höchstens 14 Partien, und kommentiert wird er von Peter Leko und Peter Svidler. In der Elo-Liste vom 1. November steht Sindarov mit 2782 Punkten auf Platz 4, Gukesh mit 2710 auf Platz 26. Suleymenovs Grund für den Favoriten ist ein anderer.

Nie ein Remis gegen Sindarov

Gegen Sindarov hat Suleymenov klassisch viel öfter gespielt als gegen Gukesh. Nach den Stellungen, die dabei entstanden, hätte er eine Plusbilanz haben müssen, sagt er. Stattdessen verlor er immer wieder völlig gewonnene oder tote Remisstellungen. Einmal stand er klar auf Gewinn, ein andermal hatte er mehr Bedenkzeit und einen fast entscheidenden Vorteil. Ein einziges Remis gelang ihm gegen Sindarov nie.

Aus einer verlorenen Stellung habe sich Sindarov gegen ihn nie mit einem Remis zufriedengegeben, und in ausgeglichenen Stellungen habe er immer versucht zu gewinnen, gegen jeden, wenn sich die Chance bot. Suleymenov nennt ihn einen echten Kämpfer.

Aus meiner eigenen Erfahrung mit beiden halte ich Sindarov psychologisch für eine Spur stärker, und das ist der Hauptgrund, warum ich ihn für den Favoriten halte.Alisher Suleymenov · übersetzt nach ChessBase

Gegen Gukesh spielte er außer 2019 noch bei der Schnellschach-Weltmeisterschaft 2023 in Samarkand. Suleymenov stand dort ebenfalls gut, die Stellung blieb aber kompliziert. Den Vorteil konnte er nicht halten, und Gukesh habe ihn sehr gut ausgerechnet, sagt er. Die Daumen drückt er trotzdem keinem, er wolle einfach einen sehr guten Kampf zwischen zwei sehr starken Spielern sehen. Jon Speelman hat Sindarov in seiner Kolumne ebenfalls zum Favoriten erklärt, mit einer anderen Begründung.

Ehrgeiz oder Gelassenheit

Wie wichtig der Kopf ist, zieht sich durch das ganze Gespräch. Die psychologische Seite sei im Schach extrem wichtig, sagt Suleymenov. In seiner 17-jährigen Laufbahn hat er erlebt, dass hohe Ziele ihn vor allem in jungen Jahren belasteten, als er fast zehn Turniere im Jahr spielte. Das ging oft nach hinten los. Heute gehe er mit hohen Zielen ohne Stress in ein Turnier, und außer dem Turnier in Chennai habe er in diesem Jahr zwei weitere internationale Turniere gewonnen.

Einem Spieler zwischen 2200 und 2300, der seine erste Norm oder seinen ersten Titel jagt, rät er zu einer Mischung aus Ehrgeiz und Gelassenheit, die mit der Erfahrung komme. Wer wählen muss und noch wenig Erfahrung hat, soll auf Ehrgeiz setzen, das zahle sich langfristig mehr aus. Als Beispiel nennt er zwei junge Spieler, ohne Namen. Der schachlich bessere spielte zuletzt schlechter, weil er psychologisch nicht bereit war. Der andere hält sich für super stark, was ihm hilft, ihn aber manchmal zu viel Energie kostet.

Wieder in Chennai

Suleymenov ist zurück in der Stadt, in der er früher in diesem Jahr das 1. Chola Chess International GM Round Robin gewann. Jetzt spielt er beim 1. Chola Chess GM 2026 und ist dort an Nummer 21 gesetzt. Sein Ziel ist, gut zu spielen und zu sehen, was daraus wird. Chennai kennt er auch von der 44. Schacholympiade, bei der er mehr Elo-Punkte holte als im Round Robin.

Am Konzept von Chola Chess gefällt ihm, dass gezielt junge Ausländer eingeladen werden. Bei vielen Round Robins sitzen seiner Erfahrung nach ältere Großmeister, die kaum noch an Schach arbeiten, und dort sei eine Norm leichter zu holen. In Chennai trafen auf ihn motivierte, hart arbeitende Profis. Direkt nach dem Turnier gewann er einen Open in Russland, ohne Favorit zu sein.

Selbst besser werden?

Bock auf Training?

Das erste Gespräch ist immer kostenlos.

Erstgespräch anfragen →

Über die Schachnews

Die Schachnews entstehen mit Unterstützung einer KI aus den verlinkten Quellen. Sie erscheinen jeden Mittag automatisch, geprüft wird jede Ausgabe vorher von einem Programm. Einen Fehler gefunden? Schreib an kontakt@schachcoach.com.