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Büsum: Frank Belke gewinnt das Senioren-Open ohne Niederlage

Neun Runden an der Nordsee, 210 Seniorinnen und Senioren, und am Ende einer, der keine Partie verliert. FM Frank Belke gewinnt die 20. Offene Senioren-Einzelmeisterschaft von Schleswig-Holstein in Büsum mit 7,5 aus 9. Die Vorentscheidung fiel einen Tag vor Schluss in einem Turmendspiel.

2. Oktober 20262 Minuten LesezeitAusgabe 1

Am vorletzten Tag schauten in Büsum alle auf Brett 1. Frank Belke und Stephan Buchal hatten je 6 Punkte, und die Turnierleitung nannte ihre Partie das „kleine Finale“. Belke gewann im 17. Zug den d-Bauern, Buchal bekam dafür etwas mehr Aktivität, die aber nicht reichte. Übrig blieb ein Turmendspiel, erst mit drei Bauern gegen zwei, dann mit zwei gegen einen. Als Belkes Freibauer auf b6 stand und der König ihn von b5 aus deckte, gratulierte Buchal. Belke führte damit allein mit 7 Punkten, einen ganzen Zähler vor sechs Verfolgern.

Am Schlusstag genügte ihm mit Schwarz ein Remis gegen Bernd Baum. Belke, als Nummer elf gesetzt und für Österreich gemeldet, blieb in neun Runden ungeschlagen, mit sechs Siegen und drei Remis. Platz zwei holte sich Matthias Willsch von den VSF Flintbek, der in der letzten Runde Norbert Heck schlug und als Einziger auf 7 Punkte kam. Dahinter drängeln sich elf Spieler mit 6,5 Punkten, von denen Baum die beste Feinwertung hat.

Erst ein Pulk, dann ein Schlussspurt

Lange sah es nach einem Massenfinish aus. Baum und Heck starteten mit vier Siegen und trennten sich im direkten Duell nach 13 Zügen remis. Heck erklärte das hinterher erfrischend offen.

Ich habe mir das Länderspiel angeschaut und wenig Zeit für die Vorbereitung gehabt.Norbert Heck, FM, über sein Remis in Runde 5

Nach sechs Runden lagen sieben Spieler mit 5 Punkten vorn und zwölf weitere mit 4,5. Die Organisatoren dementierten vorsorglich das Gerücht, ein Kandidat habe eine Wattwanderung für 18 Personen bestellt, mit einem Wattführer, der stets allein zurückkommt. Belke gehörte da gerade erst zur Spitze. Er hatte in den Runden 3 und 4 remis gespielt und schloss mit einem Schwarzsieg gegen Gerd Kuhn auf, der nach dem 29. Zug aufgab. In Runde 7 schlug er Heck, dessen Gambit nicht aufging. Heck gab zum Bauern noch die Qualität, und Belkes Freibauer lief auf der a-Linie bis nach a7.

Nasenbluten an Brett 2 und ein Remis nach 103 Zügen

Die Geschichten am Rand gab es kostenlos dazu. In Runde 6 kämpften Heck und der Schwede Bengt Nilsson 103 Züge lang, bis nur noch die beiden Könige auf dem Brett standen. Nilsson war an 22 gesetzt und wurde am Ende Vierter. In Runde 7 hatte Hansjörg Himmel gegen Buchal nach Ansicht beider Spieler zwischenzeitlich klaren Vorteil, landete dann aber in einem leicht schlechteren Endspiel und bekam heftiges Nasenbluten. Die Turnierleitung konnte nur mit einer Küchenrolle helfen. Himmel wollte die Lage seinem Gegner nicht zumuten und gab auf. Das war eine faire Geste.

Zum Auftakt hatte es gehakt. Weil im Watt’n Hus am Vortag noch ein Theaterstück lief, begann der Aufbau erst am Morgen des ersten Spieltags, und drei Spieler fehlten in der Anmeldung. Mit fast einer halben Stunde Verspätung ging es los. Titelverteidiger Jens Wulf vom Itzehoer SV kam diesmal auf 6,5 Punkte und Rang zwölf, der an eins gesetzte IM Detlef Heinbuch wurde Achter. Und Erich Krüger, der lange die Weltrangliste der über 90-Jährigen anführte, holte 5,5 Punkte.

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